Rote Liste 2004 Vom Aussterben bedroht
Der Nassau-Zackenbarsch (Epinephelus striatus) bewohnt die Korallenriffe von den Bermuda-Inseln bis zu den Bahamas. Er wird sowohl kommerziell gefischt als auch von Freizeitanglern aus dem Wasser geholt. In den letzten 30 Jahren ging die Population um 60 Prozent zurück - unter anderem, weil der Lebensraum der Tiere, die Korallenriffe, mehr und mehr verschwinden.
Der Süßwasser-Sägerochen (Pristis microdon) ist in Binnen- und Küstengewässern Asiens zu Hause. Seine lange Säge ist einerseits begehrt und verfängt sich andererseits oft in Fischernetzen, weshalb der Sägefisch auch als ungewollter Beifang aus dem Wasser geholt wird. Fast alle Populationen sind sehr stark zurückgegangen.
Der St.-Helena-Redwood-Baum (Trochetiopsis erythroxylon) kommt einzig und allein auf der Insel St. Helena im Südantlantik vor. Nachdem Siedler das Eiland erobert hatten, wurden die Bäume wegen ihres hervorragenden Holzes massenhaft gefällt. Bereits im 18. Jahrhundert war der Baum praktisch ausgestorben. Mitte des 20. Jahrhunderts gab es noch ein einziges Exemplar, das die Quelle aller heute gezüchteten Helena-Redwood-Bäume bildet. Wegen der Inzucht und des deshalb geschwächten Genpools gilt das Überleben als fraglich.
Der Gurkenbaum (Dendrosicyos socotrana) zählt zu den Verwandten von Gurke und Kürbis und wächst ausschließlich auf dem Sokotra-Archipel in Jemen. Er ist perfekt an das trockene Klima angepasst. Doch immer längere Dürrephasen setzen auch ihm zu.
Die Seychellen-Zwergohreule wurde von "stark gefährdet" auf "gefährdet" heruntergestuft, weil sich die noch verbliebene extrem kleine Population als erstaunlich stabil erwiesen hat. Dazu dürfte auch die Aufforstung von Wäldern im Hochland der Seychellen beigetragen haben.
Die Patagonische Zypresse (Fitzroya cupressoides), auch Alerce genannt, gehört zu den größten Bäumen im Süden Chiles und Argentiniens. Ab dem 16. Jahrhundert wurde sie großflächig gefällt und ist heute nur noch in höheren Lagen anzutreffen. Schätzungsweise umfasst der Lebensraum der Zypresse noch 20.000 Hektar, das sind 15 Prozent der ursprünglichen Größe.
Harlekinfrosch (Atelopus varius): Die auffällig gemusterte Art lebte einst auf Costa Rica und im Westen Panamas. Doch die Population ist in den vergangenen Jahren immer mehr zurückgegangen. Seit 1996 galt der Frosch auf Costa Rica als ausgestorben, 2003 entdeckten Forscher jedoch eine kleine Population, die überlebt hatte. Hauptursache für die Dezimierung der Harlekinfrösche ist eine Pilzinfektion, die Wissenschaftler auf Klimaextreme, vor allem auf Dürrephasen, zurückführen.
Der Bestand der Hairochen (Rhina ancylostoma) im westlichem Pazifik wird zunehmend durch Fischerei gefährdet. Die Tiere gehen entweder als Beifang ins Netz oder werden gezielt gefangen. Die Flossen ausgewachsener Tiere erzielen nach IUCN-Angaben Höchstpreise auf dem asiatischen Markt.
Gelber Krokodilmolch (Tylototriton shanjing): Seine Verwendung in der traditionellen chinesischen Medizin wird für den Wassermolch immer mehr zur Bedrohung. Der Gelbe Krokodilmolch wird auch als Haustier gehandelt. Derzeit steht er noch nicht auf der Roten Liste, der Bestand gilt dennoch als gefährdet.
Die Dlinza Forest Schnecke (Trachycystis clifdeni) lebt im nur 250 Hektar großen Dlinza Forest in Südarfika. Obwohl das Gebiet besonderem Schutz untersteht, könnten Wetterextreme oder der Klimawandel zum Aussterben der Art führen.