Final-Analyse Wer bekommt die Krone?
Ein vielversprechender Anfang: Silva Gonzalez, Iris Klein, Claudelle Deckert und Fiona Erdmann eskortieren Helmut Berger ins Dschungelcamp. Vor allem auf dem gefallenen Weltstar Berger hatten große Hoffnungen für die siebte Staffel von "Ich bin ein Star. Holt mich hier raus!" gelegen - hier schien großes Potential für nächtliche Lagerfeuergespräche zu schlummern.
Und zunächst sah es auch so aus, als würde sich Berger gut einleben im Camp - sogar ohne Alkohol schien er sich ganz wohl zu fühlen. Als seine Assistentin und, ähm, Vertraute wirkte Olivia Jones.
Doch Bergers schlechte Konstitution machte sich schnell bemerkbar: Er bewegte sich kaum, durfte wegen seiner Gebrechlichkeit nicht für Dschungelprüfungen gewählt werden und wurde schließlich aus gesundheitlichen Gründen aus dem Camp gelotst. Die groß angekündigte Berger-Verpflichtung blieb ein kurzes, skandalfreies und insgesamt enttäuschendes Gastspiel.
Für Berger schickte RTL den Schlagersänger Klaus Baumgart ins Rennen - einen Mann, der vor allem durch seinen skandalheischenden Drang zur Ausstellung seiner Körperlichkeit auffiel.
Die Zuschauer waren ohne Berger darauf zurückgeworfen, fortan nur noch herkömmliches Dschungelpersonal zu betrachten. Der Sänger-Darsteller Silva Gonzales fiel dabei durch übertriebene Selbstinszenierung schnell so negativ auf, dass er als erster vom Publikum aus dem Camp gewählt wurde.
Sodann erwischte es Klaus Baumgart, den Berger-Ersatzmann. Wer ihn im Camp in Aktion gesehen hat, kann nur hoffen, dass Baumgart keinen bleibenden Eindruck hinterlassen konnte.
Völlig farblos geblieben und daher als nächster verabschiedet: Arno Funke, bekannt als Karstadt-Erpresser "Dagobert".
Allegra Curtis litt von Anfang an schwer unter ihrer Anwesenheit im Camp. Die Zuschauer auch. Sie taten ihr schließlich den Gefallen und ließen sie am Tag 12 gehen.
Geradezu proaktiv unsympathisch wirkte die Katzenberger-Mutter Iris Klein (r.), die vor allem durch negative Kommentare über ihre Mitbewohnerinnen auffiel. Auch sie musste gehen.
Georgina Bülowius fiel schnell die Rolle der Oberzicke im Dschungelcamp zu: Sie beschwerte sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit,...
...verweigerte sich auch minder ekligen Dschungelprüfungen...
...und versuchte vergeblich, sich erotisch in Szene zu setzen. Das Publikum fand sie offenbar nicht ganz so toll wie sie sich selbst.
Danach verabschiedete das Dschungelcamp-Publikum den Sänger Patrick Nuo. Dieser wirkte zwar menschlich integer und war sowieso ansehnlich - blieb aber insgesamt schweigsam und somit unauffällig.
Bedenklich die Entwicklung des viertplatzierten Models Fiona Erdmann: Zunächst noch vergleichsweise vernünftig wirkend und sich ohne große Allüren den Herausforderungen des Dschungels stellend,...
...irritierte Erdmann zunehmend mit übertriebenem Ehrgeiz und schlecht geschauspielerten medizinischen Dramen. Im Bild: Erdmann leidend nach angeblicher Verbrennung an einem Kochtopf.
Ähnlich ihrem Haar wirkte auch Erdmann selbst zunehmend wirr. Mit ihrem Mangel an Allgemeinbildung (Sean Connery? Inge Meysel? Nie gehört) löste das Model schließlich gegen Ende ihres Dschungelcamp-Auftritts nur noch Kopfschütteln aus, sowohl bei ihrer Mitstreiterin Claudelle Deckert als auch beim Publikum. Sie musste gehen.
Joey Heindle, der jüngste Camp-Teilnehmer, unterhielt Publikum und Mitinsassen durch seine unverstellte Naivität. Mal fürchtete er sich vor herabfallenden Palmwedeln,...
...mal vor dem unheimlichen Getier des Dschungels. Seine Performance war stets gestenreich und steckte voll unfreiwilliger Komik.
Anfangs schwer gebeutelt von den Härten des Dschungellebens passte sich Heindle immer besser an. Gegen Ende brillierte er unter der kundigen Anleitung von Olivia Jones mit einem Travestie-Auftritt. Zu Recht steht Heindle im Finale um die Dschungel-Krone.
Oliver Knöbel alias Olivia Jones übernahm die Rolle eines im Camp ansässigen Zuschauers. Scharfzüngig kommentierte sie das Geschehen - und das meist treffender als die eigentlichen Moderatoren.
Abgesehen davon tat Jones allerdings wenig mehr, als sich auf ihrem Lager zu wälzen (hier im Gespräch mit Arno Funke).
Geschickt überspielte Jones ihren mangelnden Einsatzwillen mit wechselnden Allianzen im Camp - stets bereit, über die Person herzuziehen, die gerade nicht anwesend war. Dennoch gilt Jones als TitelfavoritIn.
Die Soap-Darstellerin Claudelle Deckert übte sich hingegen stets in ehrlich wirkender menschlicher Anteilnahme. Hier lauscht sie gerührt Joey Heindle, als dieser von den Gewalterfahrungen in seiner Kindheit berichtet.
Auch an der Lebensgeschichte des Ex-Erpressers Funke zeigte sich Deckert interessiert.
Ihre Finalteilnahme hat Deckert wohl auch ihrer termingerecht im "Playboy" präsentierten Bikini-Figur zu verdanken. Auch der Zufall, dass Deckert am Freitag vor dem Finale Geburtstag feierte, mag die Zuschauer zur Stimmabgabe gebracht haben.
Claudelle (eigentlich: Claudia) Deckert macht im Vergleich zu den anderen Camp-Teilnehmern einen relativ bodenständigen, unbeschädigten und geradezu normalen Eindruck - sofern überhaupt normal genannt werden kann, wer sich freiwillig für RTL in den australischen Dschungel begibt. Unser Tipp: Deckert wird Dschungelkönigin.