Miese Quoten bei RTL Der Fußball soll's richten
Deutsche Fußballfans müssen sich umgewöhnen: Die Qualifikationsspiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für die Europameisterschaft 2016 und die Weltmeisterschaft 2018 werden nicht von ARD und ZDF, sondern von RTL übertragen.
Der Sender schickte gerade erst seine weibliche C-Prominenz in die Wüste: "Wild Girls - Auf High Heels durch Afrika" startete allerdings mit miesen Quoten.
Nur 1,51 Millionen Zuschauer der "werberelevanten Gruppe" schalteten ein. Nach dem "Dschungelcamp", "Die Alm", "Die Burg" und all den anderen vergleichbaren Formaten haben die Zuschauer das Interesse an derlei Trash-Formaten offenbar ein wenig verloren.
Bei der RTL-Sendung "Mama Mia - Wer heiratet meinen Sohn" gehen Mütter mit ihren Söhnchen auf Brautschau. Erwünscht sind marktkonforme Damen, bei denen einfach, wie im Urlaub oder beim Handy-Kauf, das "Gesamtpaket" stimmt.
Es geht daher ein wenig zu wie beim Gebrauchtwagenhandel, mit einer verwandten Kfz-Sachverständigen im Schlepptau. Und natürlich tut es schrecklich weh, diese Muttersöhnchen dabei zu beobachten.
Auch sie hält die Menschen nicht mehr am Fernseher: RTL-Wohnexpertin Tine Wittler. Ihr "Einsatz in 4 Wänden - Spezial" floppte, daraufhin änderte RTL den Programmablauf.
Wer früher einmal "Rach, der Restauranttester" sehen wollte, hatte am Ende genug. Zuletzt war die vierteilige Reihe "Rach deckt auf" mit ihm zu sehen.
Mittlerweile ist der Hamburger Koch für eine Sendung beim ZDF im Gespräch. Angedacht ist beispielsweise eine Sendung, in der Rach die Essgewohnheiten der Deutschen "durchleuchte", heißt es vom Sender.
Das ehemalige Flaggschiff "Deutschland sucht den Superstar", mit RTL-Dauermoderator Bohlen am Steuer, musste sich im Finale seiner zehnten Jubiläumsstaffel quotentechnisch sogar gegen "Donna Leon" geschlagen geben.
Nun hatte die ehemalige Senderchefin Anke Schäferkordt schon 2012 vorausgesehen, dass sich der Markt "normalisieren" werde. Dass er sich nun aber gar so sehr "normalisiert", dürfte auch ihren Nachfolger Frank Hoffmann nervös machen.
Auch diesem Format steht dank mauer Quote das Wasser bis zum Hals: Das Geplansche mit wiederverwendbaren Fernsehgeschöpfen, "Pool Champions", fiel bei den Zuschauern durch.
Künftig will der Sender aber dennoch mehr auf Infotainment setzen und "journalistisch" wahrgenommen werden - behilflich ist dabei derzeit schon die investigative Rampensau Günter Wallraff ("Team Wallraff").
Dafür hat diese RTL-Reporterin beispielsweise acht Monate lang als Zimmermädchen gearbeitet, um so die Arbeitsbedingungen aufzudecken.