Prozess in Mailand Berlusconi, Ruby und die Partys
"Ich will mich gegen Lügen und Vorurteile verteidigen": Karima el-Marough alias Ruby Rubacuori sprach am Donnerstag vor dem Mailänder Gericht über den "Bunga-Bunga"-Prozess gegen Silvio Berlusconi.
Ex-Premier unter Druck. Laut der Anklage im Ruby-Prozess wurde für Silvio Berlusconi ein "umfassendes System der Prostitution" organisiert. Dabei sei die seinerzeit noch minderjährige Marokkanerin Ruby ein "fester Bestandteil" gewesen, sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer.
Im Oktober musste Berlusconi selbst im Ruby-Prozess aussagen. Hier schüttelt er Staatsanwältin Ilda Boccassini die Hand.
Sexuelle Kontakte habe er mit der ehemaligen Nachtclubtänzerin Ruby Rubacuori jedoch mit Sicherheit nicht gehabt. Das sagte der frühere italienische Premier während des Prozesses in Mailand aus.
Karima el-Marough, besser bekannt als Ruby: Die damals 17-Jährige soll auf Berlusconis "Bunga-Bunga"-Festen als Prostituierte gearbeitet haben. So jedenfalls sieht es die Anklage. Alles gelogen, sagen Berlusconis Anwälte.
Ruby im April 2011: "Ich hatte niemals irgendein intimes Verhältnis mit ihr", so Berlusconi nun vor Gericht. "Ich war mir sicher, dass sie 24 (Jahre alt) war, wie sie selbst sagte."
Partys? Ausschweifungen? Alles ganz harmlos. Er könne "mit absoluter Sicherheit ausschließen", dass es bei seinen "Bunga-Bunga"-Partys "Szenen sexueller Art" gegeben habe. Zu den Feiern werde "viel phantasiert". Das sagte Berlusconi bei seiner Aussage im Oktober.
Berlusconi-Villa in Arcore bei Mailand: Hier soll es die "Bunga-Bunga"-Abende gegeben haben. Für die Anklage gab es "systematische Prostitution", Berlusconi spricht von "eleganten Abendessen".
Gericht in Mailand: Bei einer Verurteilung drohen Berlusconi drei Jahre Haft.
Nicole Minetti: Berlusconi machte die ehemalige Zahnarzthelferin erst zum Showgirl und dann zur Parlamentsabgeordneten der Lombardei. Sie soll die Dienste der Mädchen organisiert haben.