Rudi Assauer Macher der Herzen
Rudolf "Rudi" Assauer ist im Alter von 74 Jahren verstorben. Am liebsten gab sich der Manager als der große Macher beim FC Schalke 04.
Seine ersten Bundesliga-Spiele machte Assauer im Trikot des großen Rivalen, Borussia Dortmund.
1981 wurde Assauer Manager des FC Schalke 04. Die Königsblauen spielten damals noch zweitklassig.
Assauer hat den Verein gelebt und war sich auch nicht zu schade, in den Trainingsanzug zu schlüpfen und sich mit der Mannschaft warmzumachen. Hier nimmt er vor dem Uefa-Cup-Spiel beim FC Valencia an den Dehn- und Streckübungen teil.
Der Manager wahrte stets einen guten Draht zum Team. Hier ist er im Gespräch mit Rene Eijkelkamp zu sehen.
Auch die Nähe zu den Fans war dem Manager stets wichtig.
Seine weniger herzliche Seite zeigte Assauer vor allem sportlichen Konkurrenten. Hier nimmt er sich 2001 am Rande eines DFB-Pokalspiels Darmstadts Trainer Michael Feichtenbeiner zur Brust.
Zwei Größen des Fußballs unter sich: Assauer mit Hermann Gerland.
In seiner Zeit als Schalke-Manager erlebte er zahlreiche Trainer. Mirko Slomka etwa, der erst Co- und ab 2006 Cheftrainer in Gelsenkirchen war.
Andere bekamen weniger Zeit, wie etwa Frank Neubarth. Er schaffte es kein Jahr im Amt.
Nach dem Rücktritt Assauers 2006 wurde der bisherige Teammanager Andreas Müller sein Nachfolger als Manager.
Seine erfolgreichste Zeit auf Schalke erlebte Assauer mit Trainer Huub Stevens, den er 1996 von Europacup-Gegner Roda Kerkrade verpflichtet hatte.
Noch in Stevens erster Saison durften beide zusammen den Sieg im Uefa-Cup feiern.
Zum Abschied schenkte Stevens seinem Manager auch noch den DFB-Pokal.
In Stevens Amtszeit auf Schalke fiel jedoch auch die größte Niederlage Assauers. Im Mai wähnte sich der Klub nach einem 5:3 in Unterhaching einige Minuten als Meister - bis die Nachricht zu den Schalkern durchdrang, dass der FC Bayern in Hamburg doch noch getroffen hat. Ein Wechselbad der Gefühle für Assauer, der im Wirbel noch die Größe besaß, Haching-Trainer Lorenz Günther Köstner zu trösten, der mit seinem Team abstieg.
Besser standen Assauer aber ohnehin die großen Siegerposen zu Gesicht. Hier setzt er 2002 nach dem Gewinn des DFB-Pokals zu einem kräftigen Schluck Bier an.
Überhaupt, das Bier: Assauer war jahrelang Werbebotschafter eines bekannten deutschen Bierherstellers. Für einen TV-Spot trat er auch zusammen mit Hollywood-Star Bruce Willis auf.
Auch mit seiner zeitweiligen Lebensgefährtin, der Schauspielerin Simone Thomalla, trat er öfter vor die Kamera. Neun Jahre waren sie liiert, dann trennte sich das Paar nach einer handgreiflichen Auseinandersetzung 2009 auf Sylt.
2011 heiratete Assauer Britta Idrizi. Es war seine zweite Ehe nach der mit Ingrid Assauer, die von 1970 bis 2007 hielt.
Aus erster Ehe hatte Assauer zwei Kinder. Öffentlich in Erscheinung trat vor allem Bettina Michel. Katy Assauer hielt sich eher im Privaten.
Ende Januar 2012 wurde bekannt, dass Assauer an Alzheimer erkrankt war. 2013 wurde die Ehe mit Britta geschieden.
Nach Bekanntwerden seiner Erkrankung wurde es lange still um Assauer. Die Öffentlichkeit bekam in einer Fernseh-Dokumentation und in Assauers Memoiren "Wie ausgewechselt" einen Eindruck von seiner Krankheit. Assauer gründete eine Initiative, die über das Thema Demenz informiert und Betroffenen helfen soll.