Rücktritt von Willy Brandt Denkmalsturz im Hinterzimmer
SPD-Wahlkämpfer Brandt: Willy Brandts Amtsantritt 1969 stellte für viele Menschen in Deutschland eine Wende dar. "Wir wollen mehr Demokratie wagen" - mit Sätzen wie diesem berührte Brandt die Menschen.
Der Kniefall: Es war eine große Geste, die bis heute viele Menschen berührt. Während seines Staatsbesuchs in Polen kniete Bundeskanzler Willy Brandt am 7. Dezember 1970 am Denkmal für die Gefallenen des Ghetto-Aufstandes in Warschau nieder. Der Sozialdemokrat hatte selbst 1933 vor der nationalsozialistischen Verfolgung aus Deutschland über Dänemark nach Norwegen fliehen müssen.
Der Mann des Jahres: Bundeskanzler Willy Brandt 1970 bei einer Rede. Sein Kniefall vor dem Ehrenmal für die Opfer des Warschauer Ghettos im Dezember des gleichen Jahres brachte ihm den Titel "Man of the Year" des amerikanischen Nachrichtenmagazins "Time" ein.
Barzel gratuliert Brandt: Nach dem misslungenen Misstrauensvotum der CDU/CSU-Opposition am 27. April 1972 in Bonn gegen die sozial-liberale Regierung Brandt/Scheel gratuliert der unterlegene Kanzlerkandidat Rainer Barzel (l.) Bundeskanzler Willy Brandt.
AP
Die Brandts in USA: Willy Brandt und seine Frau Rut bei ihrem Urlaub im Januar 1972 in Fair Horizons auf der Halbinsel Longboat Key in Florida. Einige Wochen zuvor hatte der damalige Bundeskanzler in Oslo den Friedensnobelpreis entgegennehmen können.
Willy Brandt vor der UNO: Der Bundeskanzler am 26. September 1973 bei seiner ersten Rede vor der UN-Vollversammlung nach der Aufnahme der beiden deutschen Staaten (BRD und DDR) in die Vereinten Nationen.
Hermann Höcherl: Der ehemalige Innenminister und CSU-Politiker hatte es als einziger gewagt, dem Bundeskanzler Willy Brandt 1971 zu seinem Friedensnobelpreis zu gratulieren. Dafür wurde er bis zu seinem Tod 1989 von seiner Partei geschnitten.
Brandt gibt auf: Bundeskanzler Willy Brandt war zermürbt und traurig, als er am 6. Mai 1974 die volle politische Verantwortung für die Guillaume-Affäre übernahm und zurück trat. Sein persönlicher Referent war zwei Wochen zuvor als DDR-Spion verhaftet worden.
Beratung über Ostverträge: Der damalige Bundeskanzler Willy Brandt (r.), der damalige Bundesaußenminister und Vizekanzler Walter Scheel (l.) und der damalige Staatssekretär Egon Bahr am 9. Februar 1972 vor einer Sitzung über die Billigung der Ostverträge im Bundesrat in Bonn. Die Ostverträge zwischen der Bundesrepublik Deutschland, der Sojwetunion und der Volksrepublik Polen, die am 3. Juni 1972 in Kraft traten, garantierten vor allem die Unverletzbarkeit der gemeinsamen Grenzen und waren ein großer Streitpunkt im Bundestag.
Führungstrio: Nach seiner Rede auf dem SPD-Parteitag in Berlin wird der Vorsitzende der SPD, Willy Brandt, von Bundeskanzler Helmut Schmidt und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Herbert Wehner beglückwünscht. Die Stimmung zwischen den drei war allerdings nicht immer so freundschaftlich gewesen. Kurz vor Brandts Rücktritt etwa schimpfte der Ex-Kommunist Herbert Wehner über den Bundeskanzler während eines Besuchs in Moskau, "der Herr" bade "gern lau", ihm fehlten Energie und Gespür.
Der neue Kanzler: Bundespräsident Gustav Heinemann (l.) mit Bundeskanzler Willy Brandt nach der Überreichung seiner Ernennungsurkunde zum Kanzler 1969 in der Villa Hammerschmidt. Fünf Jahre später musste Heinemann extra seinen Besuch in der Hamburger SPIEGEL-Zentrale abbrechen und nach Bonn zurückreisen, um das Entlassungsgesuch von Brandt entgegenzunehmen.
SPD-Politiker Willy Brandt: Der Oppositionschef am 19. März 1981 in Paris. Nach seinem Rücktritt als Bundeskanzler blieb er noch 13 Jahre lang Parteichef der SPD.