Rumänien Massenproteste gegen die Regierung
Hunderttausende haben in Rumänien in den vergangenen Tagen protestiert, hier Bilder aus der Hauptstadt Bukarest vom Sonntag.
Die Regierung will die Antikorruptionsgesetze lockern - doch die Menschen wollen das nicht hinnehmen. Inzwischen fordern sie den Rücktritt der Regierung und Neuwahlen.
Als Schlüsselfigur der politischen Krise gilt der Chef der Sozialdemokratischen Partei, Liviu Dragnea. Er wurde wegen Wahlfälschung zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt, derzeit laufen gegen ihn Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs. Und er will weiter Ministerpräsident des Landes bleiben.
Victor Ponta musste Ende 2015 als Ministerpräsident nach Massenprotesten zurücktreten - er wurde noch während seiner Amtszeit wegen Korruption vor Gericht gestellt.
Das Fehlverhalten dieser Politiker hat besonders viel Aufsehen erregt. Auch in Rumänien geht Korruption aber über Parteigrenzen hinaus - Politiker aller Parteien sind betroffen.
In scharfem Kontrast zu diesen Skandalen steht die soziale Realität Rumäniens. Das Land ist nach Bulgarien das zweitärmste EU-Mitglied.
Ein Großteil der Menschen lebt in prekären Verhältnissen. Dieser Mann bettelt auf den Straßen von Bukarest.
Die Abwanderung aus Rumänien ist inzwischen so dramatisch, dass sie im Land eine regelrechte Gegenbewegung erzeugt hat. Eine der Losungen, die die Demonstranten den Machthaber zurufen, lautet: "Wir bleiben hier! Verschwinden sollt ihr!"
"Wach auf, Rumänien" steht auf dem Schild dieses Paares. Auch diese Demonstranten gingen in Bukarest auf die Straße.