Rundlederwelten Jesus im Tor
Kirchenkicker: Der uruguayische Künstler Federico Arnaud sieht einen Zusammenhang zwischen Religion und Fußball und bringt diesen in seiner Arbeit "El juego de los Milagros" (Das Spiel der Wunder) zum Ausdruck. Sein Tischfußballspiel mit katholischen Heiligenfiguren aus Holz ist sicher nicht für den Kneipenbetrieb geschaffen, hat aber eine andere herausragende Eigenschaft. Huub Stevens' Verbindungen nach Uruguay sind nicht bekannt, dennoch hat der Künstler dessen Credo ("die Null muss stehen") verinnerlicht - und Jesus ins Tor gestellt.
Raumaufteilung: Die Vogelperspektiven-Kamera wurde während des Konföderationen-Cups in diesem Sommer erstmals regelmäßig eingesetzt. Andreas Gursky hat sich schon im Jahr 2000 für Fotos von oben interessiert. Sein Bild "EM Arena I" aus dieser Zeit verdeutlicht noch einmal die Netzersche Tiefe des Raumes.
Zeugwart: Die Installation des Künstlers Stefan Benz besteht aus in einer Umkleidekabine hängenden Fußballshirts mit Namen von Künstlern. Hier ist das Leibchen von Andy Warhol ("Superman") zu sehen. Seiner Arbeit gab der Schweizer auch den passenden Namen: Hitzfeld.
Brot und Spiele: Zu sehen ist hier die Installation des Rumänen Daniel Spörri vor den Porträts des deutschen Fußball-WM-Kaders von 1974. "Fortuna" nannte der Künstler seine Arbeit, in der er einen Fußball mit Brotteig fütterte.
Torsturz: "Elephants Cemetery" taufte Jacques Julien seine Arbeit 1998, dem Jahr des WM-Triumphes seines Heimatlandes im Heimatland. Das Betrachten seines Werks unter Berücksichtigung des Titels ("Elefantenfriedhof") dürfte Ursprung eines langen Interpretationsdiskurses sein.
Kunstschütze: Satch Hoyt hat sein Werk "Penalty" in diesem Jahr erschaffen. Dass er dabei an den scheidenden Bundeskanzler Gerhard Schröder (Fußballername "Acker") gedacht hat, dessen hemdsärmelige Schussversuche auch in diesem Wahlkampf durch die Presse gingen, ist wohl auszuschließen. Die optische Ähnlichkeit bleibt.
Doppelpass: Zwei Besucher betrachten das Gemälde "Fussball" von Markus Lüpertz aus dem Jahre 1966.
Einblick: 70 Künstler aus 20 Nationen zeigen in der Schau bis zum 8. Januar 2006 ihre Werke rund um den Fußball.