Russische Geheimdokumente "Stalin hatte a l l e Informationen"
Vormarsch deutscher Panzer: Im November 1941 waren längst deutsche Panzer (hier nahe der russischen Stadt Matrenino) in Richtung Moskau unterwegs. Dass mit dem "Unternehmen Barbarossa" gegen den zuvor geschlossenen Nichtangriffspakt verstoßen wurde, war Hitler gleichgültig. Dokumente, dass dieser Angriff kurz bevor stünde, wurden über Willi Lehmann zwar frühzeitig nach Moskau weitergeleitet, doch Stalin vertraute der Quelle nicht und glaubte nicht an einen deutschen Angriff.
Josef Stalin: Der sowjetische Diktator grüßt am 8. Dezember 1941 in Moskau der Menschenmenge. Was wusste Stalin wann von dem geplanten Angriff Deutschlands auf die Sowjetunion. Die jetzt freigegebenen Akten deuten darauf hin, dass Stalin bereits im Sommer 1940 von den Plänen wusste - und seinen deutschen Topquellen doch misstraute.
Joseph Goebbels: Der Propagandaminister während einer Rede am 16. August 1941. Auch Goebbels sollte von den Sowjets abgeschöpft werden. Dem Minister diente sich der aus einem sowjetischen Lager geflüchtete Exilrusse Iwan Solonewitsch an - doch Goebbels, gewarnt durch die Gestapo, schöpfte Verdacht.
Arvid Harnack: Der deutsche Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Arvid Harnack, auf einer undatierten Aufnahme. Harnack, Vetter des Pfarrers Dietrich Bonhoeffer, war seit 1937 NSDAP-Mitglied - aber schon 1932 nach einer Studienreise glühender Bewunderer der Sowjetunion. Harnack war eine der Topquellen für Stalins Geheime, doch auch Harnacks Warnungen wurden von Stalin in den Wind geschlagen.
Junge Widerstandskämpfer: Das undatierte Bild zeigt Martha Husemann (von links), Günter Weisenborn und Harro Schulze-Boysen, Mitglieder der Widerstandsorganisation Schulze-Boysen/Harnack. Die Nazi-Gegner leisteten Fluchthilfe für Verfolgte, steckten Zwangsarbeitern Lebensmittel zu und klebten regimekritische Parolen an die Hauswände der Reichshauptstadt - stets unter Lebensgefahr.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-P1219-0323
Willi Lehmann: Es war weniger politische Überzeugung, die aus dem Gestapo-Beamten einen Doppelagenten für den sowjetischen Geheimdienst machte, sondern das Geld. Doch auch wenn Lehmann sich vom sowjetischen Auslandsgeheimdienst für seine Doppelagententätigkeit bezahlen ließ - der Sachse wurde zu einer der wichtigsten Informaten während des "Dritten Reichs". Nach seiner Enttarnung ließ Himmler Lehmann 1942 hinrichten.
Festgenommen: Am 31. August 1942 wurde der Nazi-Gegner Harro Schulze-Boysen (Polizeifoto) von der Gestapo verhaftet. Am 19. Dezember wurde er wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" und "Landesverrats" zum Tode verurteilt und drei Tage darauf auf Befehl Hitlers in Berlin-Plötzensee erhängt.
Alexander Korotkow war von 1946 bis 1957 stellvertretender Leiter des Auslandsnachrichtendiensts des KGB der UdSSR. Während der Hitler-Diktatur arbeitete er für die sowjetische Botschaft in Berlin.
Alfred Rosenberg: Der führende NS-Ideologe hatte neben dem Antisemitismus immer auch Antibolschewismus verbreitet und gegen die Sowjetunion gehetzt. Stets hatte er vom "jüdisch-bolschewistischen" System gesprochen und stellte Moskau mit New York, London und Paris in eine Reihe mit den "Zentralen des nach Weltherrschaft strebenden internationalen Judentums". Mit der Unterzeichnung des Nichtangriffspakts zwischen Stalin und Hitler fand allerdings ein außenpolitischer Kurswechsel statt und der "jüdische Bolschewismus" musste aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden.
Pawel Michailowitsch Fitin war während des Zweiten Weltkriegs Chef der sowjetischen Auslandsaufklärung - mit gerade 31 Jahren. Sein Verhältnis zu Stalin war allerdings nie das beste. Zunächst schenkte der Diktator seinem Geheimdienstler keinen Glauben, als dieser vor einem deutschen Angriff warnte. Dann entging Fitin nur einer möglichen Hinrichtung, weil der Angriff tatsächlich erfolgte.
Im Dienste des "Reichs": Junge Männer des motorisierten Reichsarbeitsdiensts (RAD) beim Bau einer Holzbrücke für den Vormarsch der Truppen.
Wsewolod Merkulow: Der Volkskommissar für Staatssicherheit und Leiter des sowjetischen Geheimdiensts MGB auf einer undatierten Aufnahme.
Reichsluftfahrtministerium Berlin: Soldaten paradieren am 3. März 1939, "Tag der Luftwaffe", am Reichsluftfahrtministerium Berlin vorbei.
Unternehmen "Barbarossa": Panzer und Infanterie beschießen im Dezember 1941 ein Bauernhaus vor Wolokolamsk. Am 22. Juni hatte der Angriff der Wehrmacht auf die Sowjetunion begonnen. Trotz mehrfacher Warnung deutscher Topquellen vor dem Schlag Hitlers war der sowjetische Diktator Josef Stalin skeptisch geblieben - ein fatales Verhängnis.
Vorrückende Wehrmacht: Infanterie und Panzer greifen im Dezember 1941 bei Wolokolamsk an. Das Fliegersichttuch soll vor eigenen Luftangriffen schützen.
Flammendes Inferno: Wehrmachtsoldaten vor einem in Brand geschossenen sowjetischen Fahrzeug, kurz nach beginn des Angriffs auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941. Im Vordergrund ein deutscher Panzerkampfwagen III.