Russische Verhörprotokolle - DER SPIEGEL
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Russische Verhörprotokolle Stalins Jagd auf Hitlers Diplomaten

Die Jagd begann, als der Krieg zu Ende war: Stalins Agenten suchten nach Hitlers Diplomaten und brachten sie in die berüchtigte Geheimdienstzentrale Lubjanka. Doch in Moskau verschwanden nicht nur NS-Häftlinge - auch die Verhörprotokolle waren Jahrzehnte verschollen. 2011 sind 189 Dokumente aufgetaucht.
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Diktator Stalin: Im Auftrag Stalins, hier 1945 während der Jalta-Konferenz, spürten sowjetische Spione nach Kriegsende Diplomaten des gestürzten NS-Regimes auf. 374 Männer konnten Stalins Agenten fassen, darunter...

Foto: Hulton Archive / Getty Images
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...Adolf-Heinz Beckerle, der als Hitlers letzter Statthalter in Bulgariens Hauptstadt Sofia für die Deportation Tausender bulgarischer Juden verantwortlich gewesen war. "Auf Weisung Himmlers habe ich die Aussiedlung von 14.000 bis 15.000 Juden aus Mazedonien und Thrakien erreicht. Sie wurden auf mein Verlangen nach Polen gebracht", gab Beckerle dem verhörenden Offizier gegenüber zu Protokoll. Auch...

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...der Wirtschaftsfachmann Carl August Clodius, hier in seiner Funktion als Vizepräsident der deutsch-italienischen Gesellschaft am 26. Mai 1943, wurde von den Sowjets ausgiebig verhört. Die Protokolle dieser Vernehmungen verschwanden...

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...für lange Zeit im Archiv der Lubjanka in Moskau, die bis 1991 das zentrale Gefängnis und das Hauptquartier des KGB war. Nun werteten Historiker die geheim gehaltenen Verhörprotokolle aus und veröffentlichten sie in einem 900 Seiten umfassenden Band, der seltene Einblicke...

Foto: dpa
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...in die Außenpolitik des "Dritten Reichs" gewährt: Schwarz auf weiß ist in den Protokollen festgehalten, wie der bulgarische Zar Boris III. - hier bei einem Besuch 1942 im Führerhauptquartier "Wolfsschanze" - gezwungen wurde, sich im Krieg gegen Griechenland und Jugoslawien mit Deutschland zu verbünden.

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Militärische Verbündete: Erst nach dem Staatsstreich vom 23. August 1944 erklärte die rumänische Regierung unter der faschistischen Führung des Generals Ion Antonescu dem Deutschen Reich den Krieg - zuvor hatte das Land enge diplomatische Beziehungen mit Deutschland gepflegt und im Krieg gegen die Sowjetunion auf der Seite der Deutschen gestanden.

König Michael I. von Rumänien mit Wehrmachtsoffizieren bei einem Besuch am 3. August 1943 einer deutschen Basis für Wasserflugzeuge am Schwarzen Meer

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Der "Hitler-Papst": Pius XII. gilt als eine der schillerndsten, aber auch umstrittensten Persönlichkeiten auf dem Papstthron. Dass er gegenüber den NS-Verbrechen schwieg, wirft einen dunklen Schatten auf sein fast 20-jähriges Pontifikat. Die nun veröffentlichten Verhörprotokolle enthüllen, wie sehr der Pontifex mit den Deutschen kooperiert haben soll.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?