Russland Wahl ohne echte Demokratie
Wladimir Putin: Die Partei des russischen Premierministers hat die Parlamentswahl laut ersten Prognosen gewonnen - allerdings mit herben Verlusten.
Medwedew (l.) und Putin: Der Präsident könnte zum Bauernopfer werden.
Festnahmen in Moskau: Bei verbotenen Demonstrationen griff die Polizei am Wahltag hart durch.
Landesweit wurden mehr als 130 Demonstranten fesgenommen.
Putin bei der Stimmabgabe: Im kommenden Jahr will er sich wieder zum Präsidenten wählen lassen.
Noch-Präsident Dimitrij Medwedew: Er soll 2012 in die zweite Reihe zurücktreten.
Wählerinnen in der russischen Provinz: Insgesamt waren 110 Millionen Menschen zur Stimmabgabe aufgerufen.
Vorab hatten Beobachter mit einer sehr geringen Wahlbeteiligung gerechnet. Bis zum Nachmittag gaben nach offiziellen Angaben 41,9 Prozent der Wähler ihre Stimme ab.
Am Wahltag wurden regimekritische Web-Seiten offenbar vom Netz genommen - es war der erste derartige Vorfall in Russland. Bisher galt wenigstens das Internet als Medium, das Kritik am Regime verbreiten durfte.
Die Demonstranten in Moskau (Bild) und St. Petersburg warfen dem Kreml vor, die Bürger vor der Wahl einzuschüchtern.
Tatsächlich waren Berichte bekannt geworden, wonach Provinzfürsten ihren Bürgern nur dann Infrastrukturprojekte finanzieren wollen, wenn diese für die Putin-Partei Einiges Russland stimmen. Das Bild zeigt Oppositionsvertreter, die mit Polizisten vor dem Kreml diskutieren.