Comic "Das Erbe" Identitätssuche und Intimitäten
Vordergründig erzählt Rutu Modans Comic "Das Erbe" die Geschichte eines Anspruchs auf Rückübertragung von Imobilienbesitz. Eine jüdische Familie war während der deutschen Besatzung Polens gezwungen, ihr Haus zu verkaufen - nun verlangt sie es zurück.
Die junge Israelin Mika fliegt deshalb von Tel Aviv nach Warschau.
In Warschau hat sich um das einstmalige Judenghetto mittlerweile eine florierende Gedenkindustrie entwickelt.
Mika begleitet ihre Großmutter. Die will in Warschau ihre Angelegenheiten ordnen.
Dabei lässt Mikas Großmutter ihre Enkelin über die eigentlichen Motive ihrer Reise im Unklaren.
Sie trifft sich mit dem Warschauer Roman Gorski.
Die beiden verbindet eine Liebesgeschichte im Warschau der dreißiger Jahre - aber das ist nicht alles.
Erst langsam kommt Mika hinter die Umstände der familiären Verwicklungen.
Der israelischen Zeichnerin Rutu Modan ist mit das "Das Erbe" ein Comic gelungen, der die Qualitäten eines intelligenten, unterhaltsamen Romans hat: plastische Individuen, eine Handlung, die reich ist an Überraschungen und einen leichtfüßigen, humorvollen Umgang mit dem Ernst der Geschichte.