Sahelzone: Die Wüste wird grün - DER SPIEGEL
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Sahelzone Die Wüste wird grün

Dürren, Hunger, Wüstenbildung: Die Sahelzone gilt als Inbegriff einer Katastrophenregion. Nun gibt es gute Nachrichten: Viele Millionen Bäume wachsen in kargem Sandboden heran.
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Wundersames Wachstum: Die Sahelzone gilt als Inbegriff der Hoffnungslosigkeit, als Armenhaus der Erde, geplagt von Dürre, Elend und Hungersnot. Wütend brennt die Sonne auf diesen Streifen Ödland, der sich am Südrand der Sahara vom Senegal im Westen bis Somalia im Osten einmal quer durch Afrika zieht.

Foto: Hilmar Schmundt/DER SPIEGEL
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Geograf Chris Reij: Seit 20 Jahren kommen allein in Niger jedes Jahr etwa eine viertel Million Hektar Baumbestand dazu, mittlerweile ist eine Fläche ergrünt, groß wie die Niederlande. Insgesamt, schätzt Reij, wachsen dort derzeit rund 200 Millionen neue Bäume heran. Und in den Nachbarländern Burkina Faso und Mali sieht es ähnlich aus.

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Akazien in der Sahelzone: "Auch seriöse Organisationen behaupten immer wieder, dass sich die Sahara Jahr für Jahr weiter nach Süden frisst, aber das stimmt so nicht", sagt Reij.

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Spärlicher Regen: Wer Sahel sagt, denkt meist an die Bilder von ausgemergelten Kindern und verendeten Kühen. Derlei Fotos brannten sich ein ins öffentliche Gedächtnis in den Dürrejahren von 1968 bis 1973, als der Regen praktisch ausblieb und über hunderttausend Menschen verhungerten.

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Akazien und Niembäume in der Maradi-Region im Süden von Niger: "Viele Leute sehnen sich mittlerweile danach, auch mal etwas Positives aus Afrika zu hören", sagt Reij.

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Vallée d'Adouna im Süden von Niger: Gemeinsam mit der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit aus Deutschland wurden hier ein Brunnen, Dämme und Bewässerungsanlagen gebaut. Der Mann rechts schöpft aus einem sieben Meter tiefen Brunnen und schüttet das Wasser in eine Rinne aus Lehm.

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Trockenes Land: An den Dürren im Sahel könne man nichts ändern, sagt Reij. "Aber die Bäume erhöhen die Widerstandsfähigkeit. Sie können den Unterschied ausmachen zwischen einer bloßen Zeit des Mangels und einer Katastrophe für die Menschen."

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Schwierige Straßenverhältnisse: Die Sandpiste ist so staubig, dass der Chauffeur mitten am Tag mit Fernlicht fährt, damit er gesehen wird von Lastwagen, die teils irrwitzig bepackt sind.

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Überzeugungsarbeit: Unweit von Droum im Niger berichtet der Geograf Reij von Erfahrungen mit der Baumpflanzung aus einem anderen Dorf.

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Schwierige Perspektiven: Niger ist eines der ärmsten Länder der Welt. Der Anteil der Entwicklungshilfe an den Staatsausgaben beträgt rund 40 Prozent. Weltmeister ist das Land allerdings im Kinderkriegen. Siebenmal im Leben gebiert jede Frau hier im Durchschnitt.

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Frauen in der Zinder-Region von Niger: "Hier bekämpfen die Betroffenen von sich aus ihre eigene Armut mit ihren eigenen Mitteln", sagt Reij. Die Bauern brauchen dafür keinen Mineraldünger, kein Hochleistungssaatgut, keine teuren Landmaschinen. Ein sandiger Acker, eine Hacke und etwas Mundpropaganda genügen.

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Gebeuteltes Gebiet: Die Sahelzone sei der "Ground Zero des Klimawandels", warnt Jan Egeland als Sonderberater des Uno-Generalsekretärs. Reij hält nichts von derlei Untergangsrhetorik - auch wenn er eigentlich genau deswegen hier ist: um herauszufinden, wie ein knochentrockenes Land auf noch mehr Dürre reagieren kann.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?