Griechenland Schulstreik gegen Flüchtlingskinder
"Ja zur Erziehung! Gesundheit zuerst! Keine Kinder in Zelten! Keine Schulen als Asyllager!" steht auf dem Banner, das von Eltern auf Samos aufgehängt wurde. Zahlreiche Väter und Mütter auf der griechischen Insel weigern sich, ihre Kinder gemeinsam mit Flüchtlingskindern aus dem völlig überfüllten Camp auf der Insel unterrichten zu lassen.
Flüchtlingskinder auf Samos (Griechenland) auf dem Weg zur Schule. Nach Angaben der örtlichen Behörden geht es um insgesamt 28 Kinder aus dem Lager, die an zwei Grundschulen unterrichtet werden - nachmittags, wenn die griechischen Kinder nicht mehr da sind. Hinzu kommen noch einmal 15 Kinder, die demnächst auf die weiterführenden Schulen der Insel gehen sollen.
Die Grundschule im Stadtteil Ano Vathy. Hier hat die Protest- und Boykottbewegung der Eltern ihren Anfang genommen.
Der Eingang zur Ano Vathy-Grundschule am Mittwoch, 20. März: Statt der normalerweise hier unterrichteten 150 Kinder kommen derzeit an vielen Tagen nur 20 bis 35 Schüler - die anderen werden von ihren Eltern zu Hause gelassen. Die Eltern befürchten Gesundheitsgefahren; ein Arzt macht dagegen "Rassisten und Fremdenfeinde" für den Boykott verantwortlich.
Der Blick vom Schulgelände über die Insel: Im Hintergrund kann man auf den Hügeln die Strukturen des völlig überfüllten Flüchtlingslagers erkennen.