Zehn Jahre "Menschen bei Maischberger" Jeden Dienstag Schicksalstag
Seit zehn Jahren moderiert Sandra Maischberger ihre ARD-Sendung "Menschen bei Maischberger" - und noch immer, sagt sie im Interview mit SPIEGEL ONLINE, begegne sie dort Menschen, die sie tatsächlich interessieren.
Sich selbst hält Maischberger allerdings nicht für besonders interessant - in ihre eigene Sendung würde sie sich nicht einladen. Warum? "Weil ich nur über die Menschen reden kann, mit denen ich beruflich zu tun habe."
Vor wenigen Wochen zu Gast: Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Beim Kanzler-Duell wäre Maischberger auch gerne dabei gewesen. Aber nur aus Eitelkeit, denn "inhaltlich haben Sie da wenig Beinfreiheit. Eine Frage ist gestellt, dann geht es weiter."
Gerne zu Gast bei Maischberger: der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt. Doch bevor sie die höchsten Autoritäten des Staates befragen konnte, hat auch Sandra Maischberger klein angefangen.
In der Sendung "Live aus dem Schlachthof" (hier eine Aufnahme aus dem Jahr 1989) machte Maischberger ihre ersten Erfahrungen als TV-Talkerin im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr eine Sendung zum Thema Missbrauch - und die Wandlung ihrer eigenen Haltung zu einem jungen Mann, der sich an seiner Schwester vergangen hatte, nun aber ehrlich bereute: "Man geht in die Sendung und denkt sich 'was ein Arschloch' und geht raus und denkt 'auch ein Mensch'."
Ihren Ruf als harte Nachfragerin erwarb sich Sandra Maischberger mit einer nach ihr benannten täglichen Polit-Talksendung, die am späten Nachmittag auf dem Nachrichtensender n-tv lief. Zur 1000. Ausgabe am 21. März 2005 hatte sie den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder zu Gast.
Sandra Maischberger mit ihrem Gatten, dem Kameramann Jan Kerhardt, bei der "Goldenen Kamera" 2011. Die Ehe war zehn Jahre lang in der Öffentlichkeit unbekannt: "Es hat niemand danach gefragt", sagt Maischberger.
Im Mai 2013 überreichte Bundespräsident Joachim Gauck Sandra Maischberger das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Ausgezeichnet wurde ihr Engagement für die Bildung junger Menschen.