Sarajevo nach dem Krieg - DER SPIEGEL
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Sarajevo nach dem Krieg "Die schlimmsten Wunden sind unsichtbar"

Zerbombte Prachtbauten, gespenstische Ruinen: 1992 begann die Belagerung von Sarajevo. Jim Marshall reiste damals als Helfer nach Bosnien und blieb nach Kriegsende. In beklemmenden Bildern dokumentierte er das Ausmaß der Zerstörung - und lichtete Jahre später dieselben Orte noch einmal ab.
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UNIS-Türme: Die gigantischen UNIS-Türme, 1986 von dem bosnischen Architekten Ivan Straus errichtet, wurden während der Belagerung von Sarajevo stark zerstört. Nach Kriegsende, im Juni 1996, zog der Schotte Jim Marshall erstmals mit seiner Kamera durch die Stadt, um die Verwüstung zu dokumentieren. 2011...

Foto: Jim Marshall
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...lichtete er die gleichen Orte erneut ab.

Die wieder aufgebauten UNIS-Türme beherbergen heute das Business Centre UNITIC. Firmen wie Microsoft, Ericsson und DHL haben hier ihre Büros.

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Vorsicht Minen: Blick auf die zerstörten Häuser in der ehemaligen Beogradska Straße (Aufnahme von 1996). Ein gelbes Absperrband warnt vor Minen. Die Straße heißt mittlerweile...

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...Emerika Bluma Straße, äußerlich erinnert nichts mehr an die Belagerung der Stadt, die 1992 begann.

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300 Granaten pro Tag: Das zerstörte Hauptpostamt von Sarajevo in Obala, fotografiert 1996. Mehr als 300 Granaten feuerten die Angreifer täglich auf die Stadt, kaum eine Fensterscheibe blieb heil. Nach Ende der Belagerung...

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...wurde Sarajevo wieder aufgebaut, auch das Postamt erstrahlte bald in neuem Glanz.

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Häuserskelette: Blick auf das Socijalno-Areal mit dem Hauptgebäude der staatlichen Elektrizitätswerke Elektroprivreda auf der rechten Seite (fotografiert 1996). Auch diese Gebäude...

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...wurden mittlerweile wieder instand gesetzt.

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Kriegslager der Serben: Ausgebrannte Wohnblocks in Grbavica, einem Stadtviertel von Sarajevo, das während der Belagerung unter der Kontrolle serbischer Kämpfer stand. Mit der Übergabe von Grbavica im Februar 1996 endete auch die...

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...Belagerung von Sarajevo. 15 Jahre später leuchten die Balkone der Hochhäuser von Grbavica in grellen Farben.

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Symbol der Unabhängigkeit: Die Ruinen des bosnischen Parlaments im Stadtzentrum. In Folge einer Volksabstimmung verkündete das Parlament im März 1992 die Unabhängigkeit Bosnien-Herzegovinas - kurz darauf begann die Belagerung von Sarajevo. 2006 startete der...

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...Wiederaufbau des Parlaments, ein Jahr später wurde es neu eröffnet.

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Nackter Terror: Das alte Militärkrankenhaus von Sarajevo. Die bosnischen Serben, die die Stadt umzingelten, feuerten auf Menschen und Autos ebenso wie auf Krankenhäuser, Märkte, Moscheen, Kirchen. Nach neuesten Zahlen...

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...des Research and Documentation Center in Sarajevo starben während der Belagerung 11.541 Menschen - darunter 643 Kinder. Das Foto zeigt das wieder aufgebaute Krankenhaus von Sarajevo.

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Gesundheitszentrum: Blick Richtung Vrazova mit dem Gesundheitszentrum von Sarajevo auf der linken Seite. Rund 35.000 Gebäude...

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...wurden während der Belagerung zerstört. Die meisten davon, auch das Gesundheitszentrum, sind mittlerweile wieder in Betrieb.

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Sarajka-Kaufhaus: Die Marschall-Tito-Straße in Sarajevo mit dem Sarajka-Einkaufszentrum (rechts). Das alte Kaufhaus hat mittlerweile ausgedient...

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...und dem BBI Centar Platz gemacht: einer der größten Shopping Malls von Bosnien-Herzegowina, die 2009 eröffnet wurde.

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Marschall-Tito-Straße: Menschen lassen sich im Juni 1996 auf der Marschall-Tito-Straße treiben, kurz nach dem Ende der Belagerung pulsiert im Stadtzentrum erneut das Leben. 15 Jahre später...

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...sind die schlimmsten Kriegsschäden aus dem Straßenbild verschwunden. Wer genauer hinschaut, entdeckt noch immer zahlreiche Einschusslöcher an den Fassaden.

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Zwei Millionen Bücher in Flammen: Das Innere der zerstörten Nationalbibliothek. Der 1896 errichtete Prachtbau brannte in der Nacht vom 25. auf den 26. August 1992 aus,...

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...knapp zwei Millionen Bücher gingen in Flammen auf. Mittlerweile kämpft die teilweise wieder aufgebaute Institution, ebenso wie andere von Sparmaßnahmen betroffene Kultureinrichtungen in der Stadt, um ihre Existenz.

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Wohnhaus unter Beschuss: Wie von Riesenhand eingedrückt wirkt das während der Belagerung stark beschädigte "Loris"-Wohnhaus im Viertel Grbavica in Sarajevo. Der Block...

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...mit den wabenförmigen Balkonen wurde detailgetreu wieder errichtet und rot angemalt.

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Mut trotzt Zerstörung: die UNIS-Türme im Stadtzentrum. In der Zeit der Belagerung wurde der vordere Turm fast komplett zerschossen, während die Menschen im hinteren Teil, zumindest in den unteren Stockwerken, weiter ihrer Arbeit nachgingen. Auch der Schotte Jim Marshall,...

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...der die Häuser von Sarajevo fotografiert hat, war hier tätig. Als die Stadt belagert wurde, arbeitete er unter anderem für die französische Hilfsorganisation "Equilibre".

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Klotz in Dottergelb: Das Hotel Holiday Inn in Sarajevo - eröffnet anlässlich der Olympischen Winterspiele von 1984 - gelangte während der Belagerung zu Berühmtheit: Reporter aus aller Welt...

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...berichteten von hier aus über den Terror in der umzingelten Stadt. Heute leuchtet es in den gleichen Farben wie vor der Belagerung von Sarajevo.

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Fotograf des Wandels: Jim Marshall aus Glasgow flog 1994 nach Bosnien, um Projekte für Kinder und Jugendliche zu unterstützten. Im Februar 1995 reiste er ins eingeschlossene Sarajevo und erlebte dort die letzten Monate der Belagerung. Auch nach Ende des blutigen Konflikts blieb Marshall in der zerstörten Stadt - mittlerweile ist Sarajevo seine Heimat geworden.

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Ausgebrannt: Ein Wohnhaus im Viertel Grbavica in Sarajevo, von der Vilsonovo Avenue aus fotografiert. Mittlerweile wurde das einst zerstörte Haus wieder aufgebaut,...

Foto: Jim Marshall
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...Kinder spielen auf der reparierten Brücke. Doch den multikulturellen Flair von Sarajevo, das einst als "zweites Jerusalem" galt, gibt es nicht mehr: Rund 80 Prozent der Einwohner sind jetzt muslimisch, viele Serben haben die Stadt verlassen. "Ich würde mir wünschen, dass Sarajevo wieder multiethnisch wird", sagt Jim Marshall im einestages-Interview.

Foto: Jim Marshall
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