Sarkozys UMP Die blanke Partei
Journalisten vor der UMP-Zentrale in Paris: Nach der Parteivorstandssitzung am Dienstagabend sehen Medien die konservative Partei "am Abgrund". 80 Millionen Euro hat die Partei in zwölf Jahren angehäuft.
Verschiedene UMP-Granden fielen durch seltsames Finanzgebaren auf. Gegen Ex-Präsident Nicolas Sarkozy laufen ein halbes Dutzend Untersuchungen. Er steht im Verdacht, dank illegaler Zuwendungen die erlaubte Obergrenze der Wahlkampffinanzierung von 22,5 Millionen um Millionenbeträge überschritten zu haben.
Der geschasste UMP-Boss Jean-François Copé soll zugelassen haben, dass durch überhöhte Rechnungen einer befreundeten PR-Firma Parteigelder illegal in die Kassen von Kandidat Sarkozy gespült wurden. Obendrein soll die Partei - mit Mitteln der Fraktion - Bußgelder für Sarkozy bezahlt haben.
Für Copés Ehefrau, Nadia d'Alincourt, fielen Rechnungen über 24.000 Euro an, denn sie begleitete ihren Mann bei einem Dutzend Reisen - so etwa in die USA, die Elfenbeinküste oder den Senegal.
Ausbaden muss die Finanzskandale wohl Xavier Bertrand. Der ehemalige Arbeitsminister unter Sarkozy gilt als möglicher neuer Chef der Konservativen. "Wir brauchen eine neue UMP, eine neue politische Formation", sagt er.