Satire der Apfelfront Gautour durch die Apfel-Mark
Sind das etwa ...? Nein, Willy und Jonas, 18 und 19, sind alles andere als Schlips-Nazis. Sie touren für die "Front Deutscher Äpfel" im Sommer durch Brandenburg. Sie setzen sich ein gegen die "Überfremdung des deutschen Obstbestands" und fordern: "Südfrüchte raus!" Die "Apfelfront" parodiert rechtsradikale Gruppen, indem sie ihre Sprache und ihr Aussehen übernimmt. mehr...
Aktivisten der "Front Deutscher Äpfel" beím Fronteinsatz: Ihre Jugendorganisation heißt "Nationales Frischobst Deutschland", assoziiert ist der "Bund weicher Birnen". Auf der "Weltnetzseite" gibt es hübsche "Propagandamittel zur Herunterladung", die man dann "in den Festplattenspeicher der Mikroprozesserechenmaschine" laden kann. Zum Beispiel ...
... diese Parodie auf die Optik von Nazi-Landser-Plakaten: "Heilige Pflicht dem deutschen Apfel" steht da - denn die "Front Deutscher Äpfel" kämpft wacker für die "Reinhaltung des Deutschen Obstes".
Das Apfelfront-Logo: Dieses Zeichen verwendet die Apfelfront als Armbinde - "einzusetzen am linken Arm auf schwarzem Anzug, schließlich will die F.D.Ä. auch in Zukunft der bestangezogene schwarze Block aller Zeiten bleiben. Zum Anzug trägt der moderne Apfelaktivist praktischerweise festes Schuhwerk." Ein hintersinniger Scherz ...
... ist auch das "Worchhilfswerk": Der Hamburger Neonazi Christian Worch ist das Haupt-Verspottungsziel der Apfelfront, liebevoll nennen sie ihn "Crissy". Was der Spendenaufruf für den "verarmten Christian" ergab: "33,10 Euro, 2,20 Deutsche Mark, 10 Ostpfennig, 4 Packungen Gummibärchen, 1 leere Packung Tic-Tacs, 1 Aufkleber, 1 APPD-Button und 1 Sternburg-Kronkorken". Ob Neonazi Worch ...
... sich über die Geschenke gefreut hat? Hier steht er vor einem Neonazi-Aufmarsch am 1. Mai 2007 in Leipzig auf der Straße - vielleicht ruft er gerade bei der Apfelfront an, um sich zu bedanken. Die Apfelfront marschiert gern dort auf, wo die Nazis demonstrieren wollen ...
... und startet auch eigene Aktionen: So wollte die Front Mitte März geradewegs in den Bundestag marschieren - die Berliner Polizei stoppte sie aber. Also gingen sie weiter ...
... und trugen Apfel-Anführer Alf Thum in der Mitte der Parade.
Aufmarsch vor dem Berliner Hauptbahnhof: "Darf ich mich vorstellen, ich komme von der Front Deutscher Äpfel."
Zuschauer sind bei ihrem Anblick trotzdem skeptisch: "Ihr seid wirklich gegen die Nazis?"
Am Brandenburger Tor: Einige Passanten gingen direkt auf Abwehrhaltung, ohne so ganz zu verstehen, was sie wollen. "Das hatten wir alles schon einmal", sagte einer. Manchmal haben die Äpfel damit Probleme, dass sie für Nazis gehalten werden. Willy und Jonas aus Beeskow ...
... gehen jetzt auf satirische "Gautour" durch Brandenburg, ziehen ihre Apfel-Show ab und suchen nach Gleichgesinnten. Auch wenn sie einige Passanten im ersten Moment vielleicht für Rechte halten - und ihnen manchmal ein wenig mulmig zumute ist