Nicht niedlich Sauropoden hatten kein Kindchenschema
Unwiderstehlich: Es sind die spezifisch kindlichen Proportionen, die uns auch den Nachwuchs anderer Arten als "Babies" wahrnehmen lassen. Sie dienen als Schlüsselreiz, um Brutpflegeverhalten auszulösen - sind also Emotionsauslöser.
Das gilt für sehr viele Wirbeltiere und sogar artübergreifend - aber eben auch nicht für alle. Die langhalsigen Sauropoden, die im Kinderfilm so oft niedliche Sympathieträger sind ("Arlo und Spot"), besaßen kein Kindchenschema - sie wurden quasi als "kleine Erwachsene" geboren.
Das deutet auf ein sehr vermindertes, möglicherweise nicht vorhandenes Brutpflegeverhalten hin: Möglicherweise waren Sauropoden direkt nach dem Schlüpfen auf sich allein gestellt. Entsprechend eilig hatten sie es, erwachsen zu werden: Rapetosaurus krausei, zeigt eine neue Studie, verzehnfachte sein Gewicht in weniger als drei Monaten nach dem Schlüpfen.
Knochenanalyse: Die Bilder dokumentieren ein rapides Wachstum des untersuchten Jungtiers. Das war der Studie zufolge ab Geburt "frühreif".
Kümmern ist ein Reflex: Nachwuchs, der nach der Geburt Pflege braucht, nimmt sich deutlich mehr Zeit. Seine Kindlichkeit schützt ihn in gewissem Maße, weil nicht nur die eigenen Eltern, sondern auch Andere auf die Baby-Schlüsselreize reagieren.