Schaeffler in Not Neue Armut
Wie es dazu kam: Es begann im Sommer 2008. Skrupellose Manager des maroden Autozulieferers Continental drängen unter das schützende Dach der Firma Schaeffler. Maria-Elisabeth Schaeffler, Chefin des Familienbetriebs, wird Opfer ihrer eigenen Großherzigkeit: Sie kann einfach nicht Nein sagen. Auf der Gegenseite: gelöste Stimmung unterm Schutzschild - Continental-Bosse.
Doch nach und nach wird die katastrophale Lage des einstigen Kontrahenten deutlich. Das Desaster ist so groß, dass es nicht nur für Continental, sondern auch noch für Schaeffler reicht. Die Kälte der brutalen Ellbogengesellschaft stimmt Maria-Elisabeth Schaeffler traurig.
Über allem schwebt die drohende Frage: Muss Frau Schaeffler, 67, wie in manchen Familienbetrieben üblich, auch mit ihren privaten Spargroschen für Engpässe einstehen? Ist gar ihr wohlverdienter Ruhestand akut bedroht? (Foto: Altersarmut, Symbolbild)
Ein derartiges Schreckensszenario will niemand hier in Herzogenaurach. Verwandte, Freunde und selbst Kollegen ziehen daher mit Losungen wie "Mein Arbeitsplatz, mein Kampfplatz für Schaeffler" oder "Schöner unsere Maria-Elisabeth" durch die Straßen. Überraschender Slogan(l.): "Parkscheinautomat - hier Parkschein lösen" - Zufall oder hintergründige Kritik an der Bundesregierung?
Ein Versuch, deutlicher zu werden, dennoch bleibt die Andeutung nebulös. Auf Nachfrage erklärte die Firmenleitung, dass sich die Aufforderung an Frau Angela Merkel (Kanzlerin) richte (Anm. d. Red.).
Das könnte die Lösung sein: Im engen Schulterschluss zwischen der Vorsitzenden des Staatsrats, der Genossin Betriebsleiterin und einer Abgeordneten der Nationalen Front Frankens kämpfen die Werktätigen mit Höchstleitungen in der Produktion für die weitere Stärkung von Schaeffler. Ein klares Bekenntnis zur Einheit von Partei und werktätigen Massen.
Unsere Beste: Trotz der angespannten Situation zeigt sich Maria-Elisabeth Schaeffler den Werktätigen, um so wieder für Mut und Zuversicht zu sorgen, getreu der Devise: "Im Mittelpunkt steht Schaeffler!"