Champions League Geisterspiel mit glücklichem Ausgang
Das Flutlicht brannte, die Champions-League-Flagge wurde geschwungen, doch echte Europapokal-Stimmung konnte beim Playoff-Rückspiel zwischen Paok Saloniki und Schalke 04 nicht aufkommen. Die Uefa hatte wegen früherer Ausschreitungen im Stadion der Griechen keiner Zuschauer zugelassen.
Der Bundesligist mühte sich, ohne allerdings zu Chancen zu kommen. Weil auch Saloniki kein berauschendes Spiel zeigte, passte die Partie in der ersten Halbzeit ziemlich gut zur tristen Stimmung im leeren Rund.
Wer fragt hinterher nach dem Wie, wenn es funktioniert? Beinahe aus dem Nichts gingen die Gelsenkirchener in Führung. Adam Szalai traf kurz vor der Pause zum 1:0 für die Schalker. Dieses Ergebnis hätte ihnen für den Einzug in die Champions League gereicht.
Für den aus Mainz gekommenen Szalai war es das erste Europapokal-Tor - nachdem er im Hinspiel die Vorlage zum einzigen Schalker Treffer durch Farfan geleistet hatte.
Kurz nach der Pause mussten die Schalker allerdings den Ausgleich durch Stefanos Athanasiadis hinnehmen. Und plötzlich sah es gar nicht mehr so gut aus für den Bundesligisten.
Zumal Jermaine Jones, Schalkes Rüpel vom Dienst, mit Gelb-Rot vom Platz flog. Die letzte halbe Stunde mussten die Gelsenkirchener in Unterzahl überstehen gegen die zwar spielerisch limitierten, aber sehr kampfeslustigen Griechen.
Doch die knifflige Situation machte die Schalker stärker. Anders als zuletzt in der Bundesliga, wo sie nach Rückschlägen einknickten, gelang ihnen gegen Saloniki die Führung durch Julian Draxler. Die Vorlage hatte der eingewechselte Max Meyer geleistet - der gleich danach wieder vom Feld musste.
Saloniki schaffte das 2:2, doch wegen der auswärts geschossenen Tore hätte Schalke auch dieses Ergebnis zum Einzug in die Champions League gereicht. Um sicher zu gehen, traf Szalai zu zweiten Mal an diesem Abend - und beseitigte die letzten Zweifel.
Sehr zum Missfallen des Schalker Jahrhundert-Trainers Huub Stevens, der mittlerweile bei Saloniki auf der Bank sitzt. Wobei: Die zweite Hälfte musste Stevens von der Tribüne aus verfolgen, weil er sich offenbar mit dem Schiedsrichter-Assistenten gestritten hatte.