Sinai Scharm al-Scheich: Vom Wüstennest zum Tauchparadies
Alles leuchtet - der Mix aus Hart- und Weichkorallen, die Anthiasbarsche darüber. Scharm al-Scheich an der Südspitze des Sinai ist heute ein Paradies für Taucher, die Riffe im Roten Meer sind wieder ein nahezu intaktes Ökosystem.
Ein paar Hütten, ein paar Dächer: 1974 gab es in Scharm al-Scheich noch wenig Tourismus und auch wenig, was in der nonstop scheinenden Sonne Schatten spendete. Der Tauchsport war dort noch am Anfang. Das sollte sich bald ändern.
Gleicher Ort, 40 Jahre später (2014): Hotels erstrecken sich auf mehr als 40 Kilometer Länge entlang der Küste.
Jahrzehnte des Tourismus: Besonders deutlich werden die Unterschiede bei Luftaufnahmen der Küstenregion.
Der Sinai, die riesige Halbinsel, ist eine wilde, archaische Landschaft aus Wüsten und Bergen.
Als Petra Röglin und Rolf Schmidt 1975 in den Sinai kamen, waren sie Pioniere. Damals bestand Scharm al-Scheich aus nichts als Wüste, Geröll und ein paar Beduinenzelten.
Längst ist Scharm al-Scheich zur Heimat der Schmidts geworden. Sie gründeten dort das Unternehmen Sinai Divers und machten so in Deutschland das Tauchen in Scharm al-Scheich erst populär.
Tourismus in Bedrängnis: Die Regentschaft der Muslimbrüder 2012 und 2013, Reisewarnungen des Auswärtigen Amts, die Bombenexplosion an Bord eines russischen Flugzeugs 2015 - fast niemand kam noch nach Scharm al-Scheich. Inzwischen sieht man dort wieder Taucher. Sie erleben ein Ökosystem, das sich erholt.
Hotels wie das Royal Savoy litten besonders unter der Krise. Viele Einheimische verloren ihre Jobs oder wanderten in Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate aus.
Untergetaucht: Schildkröten sieht man bei vielen Tauchgängen. "Die Pause hat der Unterwasserflora definitiv gutgetan", sagt Tauchunternehmer Rolf Schmidt
Drachenköpfe sind wahre Meister der Tarnung. Meist liegen sie regungslos auf Felsblöcken oder zwischen Korallen und lauern auf Beute.
Großaugen-Makrelen gehören zu jenen Fischarten, deren Bestand durch illegale Fischerei abgenommen hat.
Meerbarben gibt es noch im Überfluss - sie halten sich meist in größeren Gruppen auf.