Scharping als SPD-Chef Schmalspur-Obama aus dem Westerwald
SPD-Chef Scharping: "In den vergangenen Monaten waren wir nicht immer brauchbar", so der SPD-Vorsitzende Rudolf Scharping am 16. November 1995 bei seiner Eröffnungsrede auf dem SPD-Parteitag in Mannheim. selbstkritisch urteilte er über sich selbst: "Zuviel gemacht, zu wenig bewirkt." Genützt hatte es nichts. Am darauffolgenden Tag verlor er den Parteivorsitz in einer Kampfabstimmung gegen Oskar Lafontaine.
Der Alte und der Neue: SPD-Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz Rudolf Scharping umarmt nach einer Pressekonferenz am 20. Oktober 1994 in Mainz seinen designierten Nachfolger Kurt Beck. Dieser folgte Scharping am 26. Oktober 1994 im Amt des Ministerpräsidenten. Auch in anderer Hinsicht schlüpfte er in die Schuhe seines Vorgängers. Seit 2006 ist er Parteivorsitzender der SPD. Genauso wie Scharping schaffte er es die Partei in den Unfragen in den Keller zu führen.
Satireblätter nehmen Scharping aufs Korn: "Nach dem Aus: Ziege wird Filmstar! 'Schlages Bruder' - Ein Film von Günter Verheugen nach dem Roman von Gerhard Schröder" titelte das Satire-Magazin Titanic im November 1995 spöttisch über den Sturz auf dem Mannheimer Parteitag. Aus seiner Ära als Parteivorsitzender blieb vor allem sein markanter Spitzname "Ziege" haften.
Machtkampf in Mannheim: Der niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder (r.) bei seiner Rede am 16. November 1995 auf dem SPD-Parteitag in Mannheim. Noch-SPD-Chef Rudolf Scharping und die Ministerpräsidenten Johannes Rau und Oskar Lafontaine (v.l.n.r.) hören ihm von ihren Plätzen am Vorstandstisch aus zu. Wenig später ersetzten die Delegierten in einer Kampfabstimmung Parteichef Scharping durch Lafontaine. Seither kämpften Lafontaine und Schröder mit harten Bandagen um die SPD-Kanzlerkandidatur für de Bundestagswahl 1998.
Wahl zum Parteivorsitzenden: Rudolf Scharping (M.) nach seiner Wahl zum neuen Parteivorsitzenden auf dem SPD-Parteitag in Wiesbaden am 18. November 1993 mit Johannes Rau (l.) und Oskar Lafontaine.
Urlaub von der Partei: Der SPD-Politiker Rudolf Scharping am 21. Juli 1994 mit seiner ersten Ehefrau Jutta in seinem französischen Urlaubsdomizil nahe Bordeaux.
Niederlage des Parteisoldaten: "Vieles hat ganz schön weh getan", sagte Rudolf Scharping und gratuliert Oskar Lafontaine am 16. November 1995 zu seiner Wahl als neuem SPD-Vorsitzenden. In einer Kampfabstimmung um den Parteivorsitz war Scharping dem damaligen Ministerprästidenten des Saarlandes unterlegen und somit nicht im Amt bestätigt worden. In der Mitte ist Johannes Rau zu sehen.
Sportlicher Minister: Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping am 16. Januar 1999 beim Training mit dem Radsport-Team Deutsche Telekom auf Mallorca. Auch in seiner späteren Karriere war ihm das Glück nicht immer hold. Auf einen schweren Sturz vom Rad im Jahre 1996 folgte 1998 der Sturz als Fraktionschef. Scharping wechselte ins Verteidigungsministerium.
Sieger und Verlierer: Der SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzende Rudolf Scharping, der niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder und der saarländische Ministerpräsident und SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine am 19. Januar 1998 auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Bonn. Lafontaine und Schröder hatten Scharping schon immer als politisches Leichtgewicht wahrgenommen und versucht, ihn in den Schatten zu stellen.
Politischer Motivwagen: Ein Wagen des Düsseldorfer Rosenmontagszugs zeigt am 15. Februar 1999 Finanzminister Oskar Lafontaine, der auf seiner langen Nase Rudolf Scharping und Jost Stollmann aufgespießt hat. Scharping war das erste Opfer der politischen Ambitionen des Saarländers, der ihm in einem Putsch auf dem Mannheimer Parteitag 1995 den Parteisitz streitig machte.
Scharping 1999: Die neue Programmkommission dürfe keine "Spielwiese" der Partei sein, so der Bundesverteidigungsminster und designierte neue Vorsitzende der SPD-Programmkommission Rudolf Scharping am 9. Dezember 1999 bei seiner Rede auf dem Berliner SPD-Parteitag. Wegen pikanter und freizügiger "Plansch-Fotos" mit seiner neuen Freundin in einem Swimming-Pool auf Mallorca musste er 2002 auch als Verteidigungsminister zurücktreten.
Als Verteidigungsminister bedingt einsatzbereit: Rudolf Scharping lässt sich am 25. Juni 1999 im italienischen Piacenza von einem Piloten das Cockpit eines ECR-Tornados erklären. Der Bundesverteidigungsminister stattete den in der Po-Ebene stationierten Bundeswehrsoldaten, die an den Nato-Luftangriffen gegen Jugoslawien beteiligt waren, einen Kurzbesuch ab. Doch schon bald bezeichnete ihn der Chef des eigen Bundeswehrverbands als "Witzfigur". Sein Washingtoner Amtskollege, der US-Verteidigungsminister Donald Rumpsfeld als "Depp". Wieder begann seine Autorität zu erodieren.
Auf einen Tanz: Der ehemalige Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping tanzt am 29. Oktober 2005 mit seiner zweiten Ehefrau Kristina Gräfin Pilati auf dem Deutschen Sportpresseball in der Alten Oper Frankfurt. Zumindest privat ist Rudolf Scharping glücklich geworden.