Schering: Karriere eines Pharmakonzerns - DER SPIEGEL
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Schering Karriere eines Pharmakonzerns

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1851 gründet der Apotheker Ernst Schering im Norden Berlins die Grüne Apotheke - die Keimzelle für den späteren Weltkonzern.

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1871 gehört zur Grünen Apotheke bereits eine chemische Fabrik. Am 23. Oktober geht das Unternehmen an die Börse.

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1890 bringt das Unternehmen sein erstes Medikament auf den Markt: Piperazin wird zunächst als Verjüngungsmittel, später als Arznei gegen Gicht verkauft.

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1901 gelingt die synthetische Herstellung von Kampfer, dessen Wirkung auf das Nervensystem zunächst im Mittelpunkt steht. Die Forschung wird mit ersten Patenten belohnt.

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1923 wenden sich die Schering-Wissenschaftler der Erforschung der Hormone zu. Spezialgebiet: Sexualhormone.

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1928 kommt das erste Hormonpräparat auf den Markt. Es soll Frauen bei Beschwerden in den Wechseljahren Linderung verschaffen.

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1938 finden die Schering-Chemiker Hans Herloff Inhoffen und Walter Hohlweg den Grundstoff für das wohl wichtigste Medikament des Konzerns: Ethinylestradiol ist bis heute das wirksamste Östrogen für die orale Einnahme.

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1943 In der Berliner Bombennacht von 22. auf den 23. November wird das Stammwerk im Bezirk Wedding vernichtet. Schering war als "kriegswichtiges Unternehmen" eingestuft.

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Die fünfziger Jahre waren geprägt durch den Wiederaufbau. Kontrastmittel für Röntgenaufnahmen kommen auf den Markt. Wichtigstes Standbein bleiben jedoch Hormonmittel, wie etwa Testoviron.

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1961 wird unter dem Namen "Anvolar" ein Medikament eingeführt, das fortan zur wichtigsten Säule im Sortiment von Schering werden soll: Die Anti-Baby-Pille.

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Die Pille wird ein echter Verkaufsschlager. Nur leider haben viele Frauen mit den Nebenwirkungen zu kämpfen. 1979 kommt mit "Triquilar" eine Weiterentwicklung auf den Markt, die eine niedrigere Dosierung enthält und deshalb verträglicher ist.

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1993 kauft Schering vom US-Pharmahersteller Chiron die exklusiven Vermarktungsrechte von Betaseron (in Europa unter dem Namen Betaferon bekannt) zur Behandlung der Multiplen Sklerose. Das Medikament wird zum wichtigsten Umsatzbringer des Konzerns - 2005 geschätzte 850 Millionen Euro. Davon zahlte Schering 22,5 Prozent als Umsatzbeteiligung an Chiron.

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Um den Wert des Konzerns zu steigern, führt der Schering-Vorstand die Aktie im Oktober 2000 an der New Yorker Börse ein. Der Zeitpunkt ist gut gewählt: Besonders Pharmaunternehmen profitieren in dieser Zeit von der Kauflaune der Anleger.

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2001 erhält ein weiteres wichtiges Medikament die zulassung für Europa: Fludara Oral zu Behandlung von Leukämie-Erkrankungen.

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Im März 2006 kündigt der Leverkusener Chemiekonzern Bayer ein Übernahmeangebot für die Schering AG an. Bayer tritt als weißer Ritter auf, weil der Schering-Vorstand die feindliche Übernahme durch den Konkurrenten Merck verhindern will. Im Juli 2006 ist das öffentliche Übernahmeangebot des Bayer-Konzerns abgeschlossen: Bayer übt jetzt die Kontrolle über 92,4 Prozent der Schering-Aktien aus.

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