Badeort im Krieg Tief verbunkert
Hitlers Statthalter in Den Haag: Kurz nach Besetzung der Niederlande im Mai 1940 schickte Hitler den Österreicher Arthur Seyß-Inquart als Reichskommissar in die besetzten Gebiete. Im Hauptkriegsverbrecherprozess von Nürnberg wurde er nach dem Krieg unter anderem wegen der Deportationen der niederländischen Juden zum Tode verurteilt und 1946 hingerichtet.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 121-1986
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Bunkeranlage am Strandweg: Wo zuvor noch Kur- und Badegäste flanierten, hatten Zivilisten ab 1942 keinen Zutritt mehr. Scheveningen wurde Sperrzone, entlang der Nordseeküste ließ die
Wehrmacht Bunker errichten.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 101I-719-0210-12A
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Freiwillige der niederländischen SS: Auf dem Binnenhof in Den Haag, seit Jahrhunderten Sitz des niederländischen Parlaments, fand 1941 die Vereidigung und Verabschiedung eines niederländischen Freiwilligenbataillons "zum Kampf gegen den Bolschewismus" statt. Bis zu 100.000 Niederländer waren Mitglieder der Nationaal-Socialistischen Beweging (NSB), rund 22.000 meldeten sich freiwillig zur Waffen-SS.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 146-1977-136-13A
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V2 auf London: Mehr als 1000 Raketen feuerte die Wehrmacht von mobilen Startrampen in Scheveningen aus auf London und wohl auch Antwerpen. Wegen der Ungenauigkeit der angeblichen "Wunderwaffe" waren große Städte als Ziele ausgewählt worden. Doch nicht alle Raketen erreichten überhaupt die Reichsgrenze: Bei Abstürzen und Unfällen gab es auch immer wieder Tote und Verletzte unter der niederländischen Bevölkerung.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 141-1879
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Soldaten in einer getarnten Bunkeranlage: Ähnlich wie in Scheveningen gab es entlang der holländischen Küste zahlreiche Festungsbauten (Aufnahme in Hoek van Holland, circa 1943).
Signatur im Bundesarchiv: Bild 101II-M2KBK-197-16A
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Strandgeschütz: Ein Wehrmachtssoldat auf einem Geschützbunker mit Panzerabwehrkanone in Scheveningen. Im Falle einer Invasion sollten die alliierten Streitkräfte auf dem Strand gestoppt werden.
Panzermauer: Der Strand von Scheveningen, fotografiert im Juli 1945. Die Wehrmacht ist weg, die Häuser ducken sich noch immer hinter einem massigen Betonwall.
Schneise geschlagen: Wo vorher Häuser und Bäume standen, ließ die Wehrmacht 1943 diesen gewaltigen Panzergraben ausheben.
Panzersperren, sogenannte Drachenzähne, verbarrikadierten in Scheveningen den Zugang zur Dienststelle des "Führers der Schnellboote" - zu sehen noch 1947.
Seyß-Inquarts Kommandobunker: Äußerlich tarnt sich das Bauwerk bis heute als gemütliches Landhaus. Unter dem schrägen, weit nach unten gezogenen Dach steckt ein Betonkoloss von 70 mal 30 Metern Grundfläche, mit vier Meter dicken Wänden. Eigentümer ist heute das niederländische Verteidigungsministerium.
Vor dem Krieg schlängelten sich Gräben und Flüsschen durch den Badeort. Die Wehrmacht weitete sie zu Panzerhindernissen aus.
Der brutale Stadtumbau hat seine Spuren hinterlassen und wurde in den vergangenen Jahrzehnten bestmöglich kaschiert.
Luftaufnahme der Royal Air Force vom Strand bei Scheveningen vom 7. April 1945.
Luftbild der Marine Seeziel-Batterie Nord am Strand von Scheveningen 1994.