Schienen-Nostalgie - DER SPIEGEL
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Nahverkehr Als Hamburgs letzte Straßenbahn fuhr

Geliebt, gelobt - verschrottet: Vor dreißig Jahren wurde eines der ältesten und größten Straßenbahn-Streckennetze Deutschlands stillgelegt. Generationen von Hamburgern fuhren mit den rotweißen Bahnen zur Schule, zur Arbeit, ins Schwimmbad - der Phantomschmerz hält bei vielen bis heute an. Von Ulrich Alexis Christiansen
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Der letzte Straßenbahnkonvoi ins Depot: Während am 1. Oktober 1978 die Straßenbahn auf der Fahrt vom Rathausmarkt ins Depot nach Schnelsen zum letzten Mal am Grindelberg hält, haben sich die Kinder auf die gezielte Demontage der Fahrzeuge bereits bestens vorbereitet. Der Junge mit der braunen Lederjacke im Vordergrund hat an seiner Hose einen Dreikant, der bei der Straßenbahn oft als Schlüssel benutzt wurde.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen/Peter Martin
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Straßenbahn in einem Depot in Hamburg: Noch bis 1977 verkehrten drei Straßenbahnlinien im Hamburger Stadtgebiet. Nach deren Einstellung verblieb als letztes die Linie 2, die in der Nacht vom 30. September 1978 auf den 1. Oktober 1978 ebenfalls eingestellt wurde.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen/Peter Martin
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Fahrschulwagen der Hamburger Hochbahn: Die Hamburger Hochbahn betrieb bis zur Einstellung der Straßenbahn im Jahre 1978 auch einen Fahrschulwagen, der sich Anfangs noch in Grün/Weiß, später in leuchtendem Orange präsentierte.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen/Peter Martin
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Dem Schrottplatz entkommen: Während die meisten Fahrzeuge der Hamburger Straßenbahn verschrottet wurden, hat es der Wagen 3584 bis nach New York geschafft, wo er 1978 bei einer Parade der deutschstämmigen New Yorker ("Steubenparade") gezeigt wurde. Er steht heute in Kingston und hofft auf eine Wiederinbetriebnahme. Neben diesem Fahrzeug hat es ein weiterer Wagen (3557) bis nach San Francisco geschafft und war dort bis vor einigen Jahren noch im Museumsdienst im Einsatz.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen/Peter Martin
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Volksfest am 1. Oktober 1978: Der Ende der Hamburger Straßenbahn: Das Ende der Hamburger Straßenbahn kam am 1. Oktober 1978. Zu Ehren der alten Hamburgerin veranstaltete die Hamburger Hochbahn ein Volksfest, bei dem über 200.000 Hamburger Abschied nahmen.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen/Peter Martin
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Straßenbahn auf dem Hamburger Rathausmarkt: 1958 wartet eine Straßenbahn auf dem Hamburger Rathausmarkt auf Fahrgäste.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen/Peter Martin
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Verkehrsgetümmel am Großen Burstah: Mit dem Bau der Mönckebergstraße wurde ab etwa 1906 ein neuer, geschäftlicher Mittelpunkt Hamburgs geschaffen - vorher lag dieser am Rödingsmarkt. Das Foto zeigt die Straße "Großer Burstah" Ecke Rödingsmarkt, wo sich um 1900 die Straßenbahnen stauen.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen/Archiv Peter Martin
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Warten auf den Schrott: Im Depot Nedderfeld in Hamburg-Lokstedt standen im Spätherbst 1978 noch einige Wagen und warteten auf den Transport zum Schrottplatz.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen/Peter Martin
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Endlich Straßenbahn fahren: Mitte der sechziger Jahre ging für den damaligen Teenager Peter Martin (rechts im Bild) ein großer Wunsch in Erfüllung: Er durfte bei einer Ausbildungsfahrt im Straßenbahnwagen dabei sein und erhielt dafür leihweise sogar eine Uniform.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen/Peter Martin
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Andenken fest im Griff: Der Hamburger Sammler Peter Martin hat seinen Museumsbestand fest im Griff und zeigt sich hier in einer alten Straßenbahneruniform.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen
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Modellbahnausstellung im Wohnzimmerschrank: Nicht nur Straßenbahnen, sondern dutzende Raritäten zur Geschichte des Öffentlichen Nahverkehrs in Hamburg bevölkern die Schränke des Privatmuseums von Peter Martin.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen
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Im Konvoi nach Schnelsen: Gegen 16:00 verließ am 1. Oktober 1978 der letzte Konvoi alter Hamburger Straßenbahnwagen den Rathausmarkt in Richtung Schnelsen - zur Verschrottung.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen/Peter Martin
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Halt für Generationen: Generationen von Passagieren haben diese hölzernen Griffe vor dem Umfallen bewahrt. Während die Straßenbahnwagen, in denen sie einst montiert waren längst verschrottet sind, hängen diese Exemplare bis heute in einer Wohnung im Osten Hamburgs.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen
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Fahrzeugsammlung im Wohnzimmerschrank: Die meisten Fahrzeuge im Straßenbahnmuseum von Peter Martin gibt es nicht als Bausatz zu kaufen. In wochenlanger Arbeit hart er die Modelle von Hand zusammengebaut.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen
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Endstation Schrottplatz: Noch Jahre nach der Einstellung der Hamburger Straßenbahn konnte man auf den Schrottplätzen im Hamburger Umland jene ausgemusterten Wagen sehen, die viele Jahre das Straßenbild der Hansestadt beherrschten.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen/Archiv Peter Martin
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Am Steuer Peter Martin: Mitte der sechziger Jahre erfüllte die Hamburger Hochbahn noch Wünsche - Peter Martin durfte auf dem Platz des Fahrschülers in einem zum Ausbildungswagen umgebauten Fahrzeug Platz nehmen.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen/Peter Martin
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Großer Bahnhof für eine alte Hamburgerin: Über 200.000 Hamburger erwiesen am 1. Oktober 1978 auf dem Rathausmarkt der Straßenbahn die letzte Ehre.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen/Peter Martin
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Raritätenkabinett in der 3-Zimmer-Wohnung: Neben alten Fahrkartendruckern erinnern Fahrzielanzeiger aus den fünfziger Jahren an Ziele, wo längst keine Straßenbahn mehr hinfährt.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen
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Gestelltes Foto als Andenken: Als Andenken durfte Peter Martin 1965 an einer Ausbildungsfahrt teilnehmen und für das Foto auch mal an die "Kurbel".

Foto: Ulrich Alexis Christiansen/Archiv Peter Martin
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Pferdebahn: Bevor 1898 die elektrische Straßenbahn eingeführt wurde, trieben Pferde die Wagen an. Mit nur einer PS ging es gemächlich durch die Straßen der Hansestadt Hamburg.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen/Archiv Peter Martin
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Vor dem Schrott bewahrt: Der Sammler Peter Martin bewahrt hunderte Andenken an die Hamburger Straßenbahn in seiner Wohnung auf. Oft sind es die einzigen, stummen Zeugen einer über hundert Jahre währenden Ära eines heute in Hamburg verschwundenen Nahverkehrsmittels.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen
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Erste Pferdebahn in Hamburg: Nachdem am 22. Juni 1865 in Berlin die erste Pferdestraßenbahn Deutschlands ihren Betrieb aufnahm, folge ein Jahr später die Hansestadt Hamburg mit einer Linie zwischen dem Rathausmarkt und der Zollgrenze in Wandsbek. 1877 war jedoch der Unterhalt der für den Betrieb notwendigen 383 Pferde zu aufwändig und zu teuer. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Wagen durch Dampftriebwagen angetrieben, die aufgrund ihres merkwürdigen Aussehens von den Hamburger "Plätteisen" genannt wurden.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen/Archiv Peter Martin
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Das Ende einer Ära: Die Stillegung der Hamburger Straßenbahn am 1. Oktober 1978 beendete eine Ära. Die meisten Fahrzeuge landeten auf Schrottplätzen im Hamburger Hafen und in der Umgebung.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen/Peter Martin
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Fahrgastraum eines Hamburger Straßenbahnwagen: In den fünfziger Jahren wurden in Hamburg die letzten Straßenbahnwagen gebaut. Hier der Innenraum eines Fahrzeugs vom Typ V6e (Baujahr etwa 1951).

Foto: Ulrich Alexis Christiansen/Peter Martin
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Das Ende auf dem Schrottplatz eines Autohändlers: Verschrottung einzelner Fahrzeuge der Hamburger Straßenbahn auf einem Schrottplatz bei Hamburg.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen/Peter Martin
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Hamburger-Hochbahn-Karte: Diese Monatskarte kaufte ich mir in 1962, weil ich so gerne Straßenbahn fuhr und sie damals noch viel viel billiger war als heute. Einzelfahrten konnte ich mir nicht täglich leisten, daher die Monatskarte. Das machte ich so bis etwa 1966 (Sept). Für mich war die Straßenbahn damals das "Größte". Ich war ja ein Dorfbub, wenige Häuser, keine Ampel, 30 Autos - bis ich 1950 nach Hamburg zog.

Foto: Robert Günther/www.starclub-hamburg.com
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Hamburger Hochbahn: Straßenbahn Hamburg - hier die Linie 2. Es war die letzte Bahn am Ende dieser Zeit. Datum: 30. September 1978 und auch noch in der Nacht zum 1. Oktober. Am 2. Oktober gab es dann nur noch eine "Abschiedsfahrt" für die Hamburger Bevölkerung. Die Linie 2 war meine Lieblingsbahn, welche von Schnelsen/Lokstedt/Niendorf nach der Horner Rennbahn fuhr (außer nachts, da endete sie beim Schlump). Der Betriebshof einiger Linien - überwiegend die 3, 2 und 16 - war am Langenfelder Damm, Ecke Kielerstrasse, wo nach der Straßenbahn-Zeit die Hochbahnbusse parkten.

Foto: Robert Günther/http://www.starclub-hamburg.com
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Linie 2 nach Schnelsen: Die Linie 2 der Hamburger Hochbahn in einer Aufnahme vom 13. August 1966 - auf der Straße "An der Verbindungsbahn".

Foto: Robert Günther/http://www.starclub-hamburg.com
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Die Straßenbahn Linie 2: Die Hamburger Straßenbahn Linie 2 vom Dammtor Richtung Grindelallee auf der Straße "An der Verbindungsbahn", hier mit dem CCH im Hintergrund, war meine Lieblingsbahn. sie fuhr von Schnelsen/Lokstedt/Niendorf bis zur Horner Rennbahn (außer Nachts, da endete sie Beim Schlump). Der Betriebshof einiger Linien, überwiegend der 3, 2 und 16 war am Langenfelder Damm, Ecke Kieler Straße, wo nach der Straßenbahn-Zeit die Hochbahnbusse parkten. Von 1962 bis 1966 etwa fuhr ich so oft ich konnte mit der Bahn durch Hamburg.

Foto: Robert Günther/www.starclub-hamburg.com
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Die Kleinbahn von Eschweiler: Jede halbe Stunde fuhr das geliebte Vehikel diese Strecke in beide Richtungen. Auf etwa 400 Meter der Röthgener Straße waren gleich zwei Haltepunkte angebracht. Mit lautem Quietschen und Läuten wechselte sie vor dem Viadukt der Bahnstrecke Aachen - Köln, die Richtung und kam über die Eisenbahnstraße zum Bahnhof. "Wenn man sie nicht sah, hörte man sie".

Foto: Ferdi Keuter
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Fahrkarten für die Kleinbahn: Im Aachener Revier trug jedes Billet, das es in vielen 10 Pfennig Abstufungen gab, rückseitig die Reklame - "Mach es wie die meisten, Kauf bei Philipp Leisten". Leisten hat ein Geschäft seit vielen Jahren in der Adalbertstr. und existiert 2008 immer noch. Dort kann man auch Bekleidung preiswert kaufen.

Foto: Ferdi Keuter
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Ein Depot ohne Schienenanschluß: Die Straßenbahn ist schon Vergangenheit und das Depot hat seinen ursprünglichen Zweck verloren. Einige Busse parken hier und werden teilweise auch gewartet. Alles geht gemächlicher und leiser seit die Tramm hier nicht mehr quietscht und rattert.

Foto: Ferdi Keuter
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Eine "Tramm" und ein Gründer der "KG Trammebülle": Im Jahre 1949 wurde von Mitarbeitern der ASEAG eine Karnevals-Gesellschaft gegründet. Hier sehen wir Peter Chudziak, den letzten noch lebenden Gründer dieser Gesellschaft.

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Straßenbahnwagen waren vom Typ Tw 1006: Die Waggonfabrik Talbot in Aachen ist der älteste deutsche Hersteller von Schienenfahrzeugen - die letzten von Talbot gebauten Straßenbahnwagen waren 1957 diejenigen vom Typ Tw 1006. Hier wurden auch die Straßenbahnen für die Region Aachen - Eschweiler - Stolberg und das Zechengebiet des Eschweiler Bergwerkverein gebaut. Heute laufen hier in der Firmengruppe "Bombardier Transportation - Talbot Aachen" die "euregiobahn Triebfahrzeuge" vom Band.

Foto: Kerstin Wünsche
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Andenken an die Zeit der Tramms: Auch dieses Fahrzeug gehört zu den historischen Schienenfahrzeugen im Dreiländereck. Das Zielschild zeigt noch etwas unpassend "Kurmainz-Kaserne" aus seiner Mainzer Zeit. Zu sehen ist der Wagen in Aachen Rothe Erde auf dem Betriebshof der ASEAG.

Foto: Kerstin Wünsche
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