Singlespeed-Rad Oskar Ein Gang, viel Spaß
Aufgerüsteter Minimalist: Das Modell Oskar ist laut Hersteller das erste Singlespeed-E-Bike mit einem Mittelmotor von Bosch. Mit an Bord beim Testfahrrad: Ein Frontgepäckträger als Extra sowie ein Faltschloss an der Stange - prinzipiell keine schlechten Details für den, der das Rad zum Pendeln nutzen möchte.
Zum Marktstart soll das Modell in drei Rahmengrößen durchstarten - ab 3995 Euro.
Als Motor kommt der Active Line Plus von Bosch zum Zuge, mit 250 Watt Nennleistung und 50 Newtonmeter Drehmoment. Wie bei Pedelec-Motoren üblich, unterstützt er bis 25 km/h.
Gesteuert werden die Unterstützungsstufen über das Bosch-Purion-Display, an dem auch Fahrdaten und Reichweite des Akkus abgelesen werden.
Gekoppelt hat Schindelhauer das Bosch-Elektroaggregat an einen Carbonriemenantrieb, der wie eine Kette die Kraft ans Hinterrad leitet, aber haltbarer und leiser ist und kaum Pflege benötigt.
Dafür erfordert der Riemen eine besondere Rahmenkonstruktion, da er sich nicht öffnen lässt. Sprich: Um den Riemen montieren und wieder abnehmen zu können, muss sich der Rahmen öffnen lassen. Das notwendige Rahmenschloss hat Schindelhauer im Ausfallende integriert - für möglichst hohe Stabilität.
Im Unterrohr verlegt sind die Kabel und Züge, am Steuerrohr befinden sich die Aufnahmen für den optionalen Frontgepäckträger, der 149 Euro extra kostet und das Rad um ein knappes Kilo schwerer macht.
Während die Optik Geschmacksache ist, ergibt sich beim optionalen Gepäckträger ein handfestes Problem. Die Ladung versperrt dem Lichtkegel schnell den Weg. Auch das Lenken kann eingeschränkt sein, wenn die Züge oder die Bremshebel an der Ladung hängen bleiben.
Um das Licht-Gepäck-Problem zu lösen, waren wir mit einem zweiten Scheinwerfer unterwegs.
Den Lenker versteht Schindelhauer als Markenzeichen seiner Bikes. Es handelt sich um einen Cityrad-Lenker, der um 180 Grad gedreht aufgesetzt ist.
Wer den Sattel nach unten stellt, findet eine designlastige Lösung vor: Die Schelle, die das Sattelrohr hält, ist im Rahmen versteckt. Dessen Oberrohr führt an dieser Stelle den Schwung der Sitzstrebe fort.
Bissig und gleichzeitig gut dosierbar sind die Scheibenbremsen. Sie kommen vom italienischen Hersteller Formula, dessen Komponenten auch an hochwertigen Mountain- und Downhillbikes zu finden sind. Ansonsten ist die Fertigungstiefe des Oskar recht hoch: Griffe, Pedale und Gepäckträger kommen von Schindelhauer selbst.
Schindelhauer spricht zwar von einem In-Tube-Akku, der vollständig im Rohr sitzt. Doch wirkt die Integration nicht ganz gelungen. Das Spaltmaß ist recht groß - es soll dazu beitragen, dass beim Entnehmen keine Kratzer am Rad entstehen.
Aufgefrischt wird der Akku mit 500 Wattstunden (Wh) Energiegehalt wahlweise aber auch am Rad selbst.
Ästhetisch will der Hersteller seine Räder damit in die Nähe der Motorradgattung der Cafe Racer rücken. Vielleicht aus diesem Grund fehlt auch eine Klingel im Lieferumfang.
Ein Ständer ist dagegen montiert. Der ist komplexer als gewöhnlich: Er lässt sich per Gewinde händisch aus- und einfahren, je nach Park-Gefälle.
Das Rücklicht ist galant in der Sattelstütze integriert. Diese sollte man aber nicht zu tief versenken - sonst verschwindet die unterste LED im Sitzrohr.