Schlechte Werbung für Berufe - DER SPIEGEL
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Peinliche Werbung Wenn Recruiting danebengeht

Werbung ist einfach? Fragen Sie mal diejenigen, die Werbekampagnen für Berufe und Bildungsgänge anschieben - und dabei mehr oder weniger deutlich danebengelegen haben.
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Leicht sexistisch, dazu schrille Farben - so muss sich doch Aufmerksamkeit herstellen lassen. Das dachten sich offenbar die Urheber der Kampagne "Du willst es doch auch", die aktuell für das Aufstiegs-Bafög des Bundesbildungsministeriums werben. Den Spruch gibt es als Gratis-Postkarte. Die Kampagne umfasst auch Slogans wie etwa "Soll das jetzt schon alles sein?!"

Foto: BMBF
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Von der Farbe her könnte es dieselbe Agentur gewesen sein: Im April 2018 stellte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer in Düsseldorf ihre Kampagne für den Lehrerberuf vor. Der "Job mit Pultstatus" mag ja als witzig durchgehen - die Sprach-Ranschmeiße à la "Gönn dir!" ist einfach nur peinlich.

Foto: SPIEGEL ONLINE
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Sieht aus wie ein Filmplakat, ist aber die Aufforderung zur Bewerbung beim Uniklinikum Freiburg. Die Kampagne, die seit Ende 2018 läuft, sorgt für Diskussionen in der Stadt.

Foto: Universitätsklinikum Freiburg
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Der Mann mit Waffe und entschlossenem Blick, die Frau dahinter am Funkgerät mit eher bewunderndem Gesichtsausdruck: So machohaft wirbt die Hamburger Polizei um neue Kollegen. "Das ist kein Polizeikrimi oder der Anfang eines Softpornos aus den Siebzigerjahren", kommentierte das "Hamburger Abendblatt" den Recruiting-Ausrutscher: "Geht's noch?"

Foto: Akademie der Polizei Hamburg
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Peinlichkeitsgefahr besteht immer dann, wenn Werbekampagnen für Berufe in Eigenregie erstellt werden. Die Feuerwehr Dormagen suchte 2014 unter anderem mit dem Hinweis auf "die dicksten Hupen" und "die längsten Schläuche" nach neuen Kollegen (und vielleicht auch Kolleginnen). Damals bestätigte die Feuerwehrchefin, dass die Kampagne in einem eineinhalbstündigen Brainstorming entstanden sei. Low Budget eben, auch bei der Aussage.

Foto: dormagen.de
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Ziemlich in die Nesseln setze sich im Herbst 2014 die Bundeswehr, als sie den Frauenanteil in der Truppe erhöhen wollte. Geworben wurde mit: Frauen bei der Schuhauswahl, Frauen vor dem Kleiderschrank, Frauen im Familienkombi, Frauen in der Sportumkleide. "Für Ministerin von der Leyen ist das ziemlich peinlich", hieß es damals bei SPIEGEL ONLINE: "Eine Werbeaktion, vollgestopft mit Klischees über Frauen."

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Anecken, die Zweite: Zur Gamescom im August 2018 in Köln plakatierte die Bundeswehr mit Motiven, die den Krieg als Multiplayer-Spiel verharmlosten - so jedenfalls interpretierten Kritiker die Werbekampagne. Die Bundeswehr selbst argumentierte, man wolle "zum Nachdenken darüber anregen, was wirklich zählt: Krieg spielen oder Frieden sichern?".

Foto: Bundeswehr
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?