Schloss Neuschwanstein wird restauriert Gerüst de luxe
Touristenmagnet im Schwangau: Schloss Neuschwanstein wird jährlich von rund 1,5 Millionen Menschen besucht. Es zählt zu den beliebtesten Attraktionen Deutschlands.
Eingerüstetes Torhaus: Nun wird Schloss Neuschwanstein saniert - bei laufendem Betrieb.
Die Besucher kommen aus aller Welt angereist. Bis heute sollen es rund 60 Millionen gewesen sein.
Märchenschloss am frühen Morgen: Täglich werden um die 8000 Besucher durch die Räume geschleust - und sie hinterlassen ihre Spuren.
Risse an den Wänden: Erstmals seit 130 Jahren wird das Schloss auch im Inneren vollumfänglich restauriert.
Besonders schädlich für die historischen Innenräume ist die Luftfeuchtigkeit, die die Besucher hereinbringen, unter anderem durch ihre Atemluft.
Ein feuchter Film legt sich auf die Innenausstattung und das Mauerwerk, lässt mit der Zeit Textilien schimmeln und Wandfarben verblassen.
Sängersaal des Schlosses: Ein besonderes Baugerüst wird für die Restaurierung genutzt. Es ist freistehend und beschädigt somit keine Wände. "Gerüst de luxe" nennt es Schlossverwalter Johann Hensel.
Verpackt ist das Schloss auch von außen. Das Baugerüst am historischen Torbau soll allerdings bereits Mitte 2019 wieder abgebaut werden.
König Ludwig II. begann mit dem Bau seiner "Neuen Burg" 1869. Er verehrte die Kultur des Mittelalters und errichtete sein Schloss in mittelalterlichen Formen - aber mit für die damalige Zeit modernster Technik.
Die Baumaßnahmen erstrecken sich über 93 Räume.
Mehr als 2200 Objekte werden restauriert, darunter 184 Wand- und Deckenfassungen, 65 Gemälde, 355 Möbel, 228 Textilien und Lederobjekte, 322 kunsthandwerkliche Objekte, 315 Holzbauteile, 196 Natur- und Kunststeinobjekte sowie 664 Fenster und Außentüren.
Leuchter, Edelsteine und ganz viel Gold: Die komplette Restaurierung dauert voraussichtlich bis 2022.
Schönheitskur für eine Sitzbank: Für die Bayerische Schlösserverwaltung ist es eine der größten und komplexesten Innenrestaurierungen ihrer Geschichte. Die Kosten für den Freistaat Bayern betragen 20 Millionen Euro.
Eingerüstetes Torhaus: Ganz so fotogen ist Schloss Neuschwanstein derzeit nicht.
Zeitlich begrenzte Teilschließungen einzelner Räume sind laut der Bayerischen Schlösserverwaltung unumgänglich. Diese werden jedoch, soweit möglich, in besucherärmere Zeiten gelegt. Finanz- und Heimatminister Albert Füracker bittet um Verständnis: "Dafür erstrahlen die kostbar ausgestatteten Prunkräume anschließend wieder in ihrem ursprünglichen Glanz."