Recycling in der DDR Müll zu Ost-Mark
Sammeln an Schulen: Seit Beginn des Schuljahres 1986 war der Sero-Schülerexpress im wöchentlichen Wechsel an den acht Schulen der Kreisstadt Waren unterwegs. Flaschen, Gläser und Altpapier wurden von Lehrern und Schülern gesammelt und regelmäßig abgegeben.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1986-1015-313
Mobile Abgabestelle: Kinder und Erwachsene liefern am 27. September 1983 Altstoffe bei einem Sero-Mobil ab. Der mobile Aufkaufwagen für Sekundärrohstoffe bot auch Informationsmaterial über die Verwendung der Altstoffe an. Rund 45 Prozent des Altpapiers, das in der Volkswirtschaft wieder eingesetzt wurde, kam aus Haushalten.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1983-0927-003
Altglas-Abgabe: Um den DDR-Bürgern die Abgabe von Altstoffen zu erleichtern, waren insgesamt 17 Sammelwagen in Berlin unterwegs. Die Wagen standen meist zwei Tage lang an derselben Stelle, wie hier am 11. Oktober 1974 im Stadtbezirk Mitte in der Berolinastraße.
Rechts an der Tür hängt eine Preisliste für die wertvollen Sammelgüter. Ein Kilo Papier brachte in den Achtzigern etwa 30 Pfennig, eine Flasche meist nur fünf Pfenning.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-N1011-011
Revier von oben: Das Einzugsgebiet der "Altstoff-Mafia" von Marko Schubert reichte vom Leninplatz über S-Block, U-Block, Mollstraße bis hin zur Hans-Beimler-Straße. Die Luftaufnahme vom 20. September 1990 zeigt das Gebiet um die Mollstraße.
Altstoff-Pioniere: Marko Schubert, rechts, mit seinem kleinen Bruder Benny um 1983. Die beiden freuten sich über die Sero-Sammelstelle nahe ihres Wohnblocks in Ostberlin und sammelten in den achtziger Jahren fleißig Papier und Glas in der Nachbarschaft. Die Gewinne ihrer "Altstoff-Mafia" investierten sie am liebsten in Fußball-Wimpel.
Sammeln, Ordnen, Abgeben: FDJler der 8. bis 10. Klassen der Oleg-Koschewoi-Oberschule des Stadtbezirks Friedrichshain sortieren im Januar 1981 Flaschen und Gläser. Im Vorjahr hatten die Schüler der Oberschule insgesamt 9343 Mark durch das Sammeln von Sekundärrohstoffen eingenommen und auf das Solidaritätskonto überwiesen.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-Z0130-031
Fleißige Sammler: Die Jungen Pioniere der 18. Oberschule in Berlin-Lichtenberg sind auch in ihren Winterferien aktiv. Mit den gesammelten Altstoffen nehmen sie am "Mach mit"-Wettbewerb teil.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-L0217-020
Altglas aus der DDR: Während Gläser, Papier und Pappe zu Marko Schuberts "Lieblingsaltstoffen" zählten, brachten ihm Schnapspullen relativ wenig Geld ein. Doch am Ende machte es die Menge. Und die Menschen in Marko Schuberts Viertel tranken viel Schnaps.
Da hatte er was gut: Die Sparbucheinträge von 1984 belegen die beträchtlichen Erlöse, die Marco Schubert und sein Freund durch das Sammeln von Sekundärrohstoffen scheffelten. "Nach einer guten Tour gingen wir in die Sparkasse an der Mollstraße und zahlten die Gewinne direkt ein", erinnert er sich.
Wöchentliche Abgabe an der Schule: Jeden Dienstag trafen sich die Schüler der Klasse 5c der 48. Oberschule Berlin-Lichtenberg zum Altstoff-Abgabetag in der Hans-Loch-Straße. Der Erlös wurde für Solidaritätsspenden und die Klassenkasse verwendet.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-U0404-022