Schnee im Film Hollywood on Ice
Hoch zu TaunTaun durch den Eistraum: Eine der schönsten Winterlandschaften hat uns George Lucas mit dem Eisplaneten Hoth geschenkt. Eingefleischte "Star Wars"-Fans wissen natürlich, dass Luke Skywalker dieses Reittier, ein sogenanntes TaunTaun, am Anfang von "Das Imperium schlägt zurück" nur kurz reitet, dafür aber sehr bald durch ein anderes TaunTaun vor dem Kältetod gerettet wird - indem Han Solo es mit einem Laserschwert aufschlitzt und Luke in die übel duftenden, aber warmen Eingeweide des Tieres bettet.
Verflucht und zugeschneit! Das hat TV-Wettermann Phil Conners (Bill Murray) gerade noch gefehlt. Erst muss er in dem verschlafenen Nest Punxsutawney über ein bizarres Fest berichten, bei dem Waldmurmeltiere die Funktion von Wetterfröschen übernehmen das Verhalten des Nagers soll Ausschluss darüber geben, wann der Winter zu Ende geht. Und dann hat das Murmeltier offenbar auch noch so einen schlechten Tag, dass es auf einmal heftig anfängt zu schneien. Ein Schneesturm blockiert alle Straßen aus der Stadt, und Phil Conners sitzt in Punxsutawney fest.
Selten hat Schnee eine so wichtige Rolle gespielt und den Plot vorangetrieben wie in der Komödie "Und täglich grüßt das Murmeltier". Denn durch den Wintereinbruch ist Conners nicht nur in Punxsutawney gefangen, sondern er verheddert sich dort in einer Zeitschleife - und muss dasselbe alptraumhafte Murmeltierfest wieder und wieder durchleben.
Coole Versuchung: Der Kirchenreformator Franz von Assisi war sicher nicht Mickey Rourkes Paraderolle - und es lag besonders am Schnee, dass der Historienfilm "Franziskus" von vielen Kritiken abgestraft wurde. Denn um einigermaßen bibelkonform gegen seine aufsteigende fleischliche Lust anzukämpfen, reißt sich der Bettlermönch in einer Szene die Kutte vom Leib, stürzt sich auf den frisch gefallenen Schnee und stöhnt dabei so, als läge er auf einer Jungfrau. Der "Schnee-Rammler" titelte der SPIEGEL damals und hoffte, dass dies "die letzte religiöse Versuchung war, die Mickey Rourke übermannt hat".
Das coolste Iglu der Welt hat immer noch Superman. Seine gigantische Festung der Einsamkeit hat er sich aus superhübschen Eiskristallen in der Arktis errichtet. Abgeschieden von der Menschheit zieht er sich dorthin ab und an zum Grübeln zurück - bis in Teil zwei der "Superman"-Filmreihe aus dem Jahr 1980 einige Bösewichte von seinem Heimatplaneten Krypton seinen Rückzugsort stürmen.
Rutschpartie im Rettungsboot? Nein, diese drei haben nicht aus einem Paddelboot einen Schlitten improvisiert, um mit ihm die fast bis unter das Dach des Gebäudes reichenden Schneewehen abzusurfen. Jake Gyllenhaal und seine beiden Kompagnons fliehen in Roland Emmerichs Katastrophenfilm "The Day After Tomorrow" von 2004 vor einer gigantischen Kältewelle, die in Bruchteilen von Sekunden alles Leben zu Eis erstarren lässt.
Zwei Kumpels: In Hollywoods Schneeszenarien lauern nicht immer nur Tod, Wahnsinn oder tiefgefrorene Aliens, wie der Animationsfilm "Ice Age" beweist. Völlig entspannt laufen Mammut Manni und sein Freund Diego der Säbelzahntiger durch die klirrende Kälte.
Ab durch die Hecke: Der akkurate Irrgarten vor dem Overlook-Hotel könnte im Winter bestimmt einer der romantischsten Orte der Welt sein - wenn er nicht das Heckenlabyrinth aus "Shining" wäre. Das Gruselfinale des Kubrick-Films von 1980 hat den meisten Zuschauern vermutlich auch gleich die Freude an jedem anderen Irrgarten genommen. Egal ob mit Schnee, unheimlichem blauen Licht und einem vollkommen verrückten Jack Nicholson drin oder ohne.
Der Golf von Bayern: Sehen Sie, wie majestätisch sich im Hintergrund der Schnee auf die tannenbewachsenen Hänge gelegt hat? Oder haben Sie auch nur Augen für den prolligen Monster-Golf mit Hirschgeweih und Bayernflaggenlackierung? Das Bild zeigt eine Szene aus Willy Bogners "Feuer, Eis und Dynamit" von 1990, der noch sinnloseren Fortsetzung des Ski-Unsinns "Feuer und Eis".
Ja, wo laufen sie denn? Durch die grandiosen Schneewelten der Antarktis natürlich. Bei jeder Temperatur. Und die Wanderung der Kaiserpinguine ist nicht nur putzig und herzerwärmend, sondern mitunter durchaus dramatisch, wie der französische Regisseur und Antarktisforschers Luc Jacquet 2005 in seiner berührenden Dokumentation "Die Reise der Pinguine" gezeigt hat.
Wer mag da wohl am Telefon sein? Wenn andere schon mit einem Bein in den Festtagen stehen, geht die Arbeit für John McClane gerade erst los. Und natürlich kann der Schnee noch so schön fallen - wenn man im Alleingang einen ganzen Flughafen von bis an die Zähne bewaffneten Söldnern befreien muss, mag keine rechte Weihnachtsstimmung aufkommen. Wie hier bei Bruce Willis in "Stirb langsam 2".
Wo ist es hin? Sieht aus wie eine Luxusbadewanne im legendären Eishotel, ist aber ein leerer Gefriersarkophag. Dem entsteigt in John Carpenters Horrorfilm "Das Ding" von 1982 eine außerirdische Killerkreatur, um nach und nach die gesamte Besatzung einer polaren Forschungsstation zu töten. Schöne Schneelandschaften kann man in dem Film trotzdem sehen.
Herzschmerzschneekitsch: Da ist es passiert. In "Antarctica - Gefangen im Eis" geht ein überehrgeiziger Geologe auf eine lebensgefährliche Mission, bricht im Eis ein und wird von den Schlittenhunden seines Begleiters gerettet. Wegen eines Unwetters müssen er und der Hundeführer per Helikopter evakuiert werden und die tierischen Lebensretter alleine in der Antarktis zurücklassen. Von nun an kämpfen die Huskys in der Eishölle ums Überleben - und haben am Ende natürlich menschliche Retter.
Der Herr des Eises: In Frank Frazettas und Ralph Bakshis Zeichentrickfilm "Feuer und Eis" aus dem Jahr 1983 geht es um den klassischen Kampf zwischen Gut und Böse. Der hinterhältige Lord Nekron ist der Herrscher des Eises, der die Menschheit mittels schwarzer Magie und todbringender Kälte unterjocht. Sein Erzfeind ist, wie könnte es anders sein, der König des Lichts und des Feuers. Es kommt zum Duell der Elemente, und natürlich gewinnt am Ende? Genau!
Spektakulärer als die Handlung waren die für die damalige Zeit ungewöhnlich aufwendigen Effekte. Echte Darsteller mimten die Handlung, wurden dabei gefilmt - und das dann Bild für Bild überzeichnet.
Schlittenfahrt vorm Brandenburger Tor: Hach, ist das nicht schön? Weihnachten in Berlin. Der Schnee liegt dieses Jahr recht hoch am Brandenburger Tor, na ja, der Schnee liegt schon sehr hoch. Irre hoch, genau genommen. Kein Wunder. Denn in dem RTL-Film "Apokalypse Eis" von 2003 hat ein Meteoriteneinschlag die Welt in eine neue Eiszeit befördert.
Der Weihnachtsdieb: Eine märchenhafte Zuckerweihnachtslandschaft - doch die Idylle täuscht, denn in der Fantasykomödie "Der Grinch" hat ein grünhäutiger Höhlenbewohner aufgrund eines traumatischen Weihnachtserlebnisses prophylaktisch alle Geschenke stibitzt. Zum Glück kommt er später noch zur Einsicht und bringt brav alles wieder zurück.
Ausritt durch die weiße Pracht: Zwei Freunde mit ihren getreuen Reittieren, kniehoher Schnee und eine aufrichtige Unterhaltung im winterstillen Birkenwäldchen - eine der eher ruhigen Szenen aus der Gangsterkomödie "Butch und Sundance - Die frühen Jahre" von 1978.
Bloß nicht fallen lassen: Kinder lieben den Winter besonders wegen wilder Schneeballschlachten - natürlich musste es Pippi Langstrumpf in dem Film "Pippi geht von Bord" aus dem Jahr 1969 mal wieder ein wenig übertreiben.
Ein großer Ausrutscher: Nein, das hier ist keine Mutprobe für angehende Männer in Alaska, sondern eine knallharte Actionszene aus dem Film "Express in die Hölle" von 1985. Uns kann aber keiner erzählen, dass das nicht wenigstens ein bisschen Spaß macht. Zumindest mit Handschuhen und 'nem dicken Schneeanzug an.
Zurück ins Leben: Sie sucht den Tod und findet das Leben. In manchen Filmen ist Eis und Kälte der wichtigste Katalysator der Handlung wie etwa in Hans Geißendörfers Drama "Schneeland". Dort macht sich die Schriftstellerin Elisabeth (Maria Schrader) nach dem Tod ihres Mannes auf, um in der Einsamkeit Lapplands zu sterben. Doch als sie dabei zufällig eine längst erfrorene Frau samt alter Aufzeichnungen und Briefe findet, liest sie sich in das Leben der Fremden hinein - und schöpft aus deren Schicksal neuen Lebensmut.
Heißkalte Liebe: Schnee spielt in der Komödie "Bridget Jones Schokolade zum Frühstück" nur einmal eine Rolle - dafür dann aber gleich in der Schlüsselszene. Denn nach einer emotionalen Achterbahnfahrt mit etlichen Enttäuschungen und Wendungen merkt Bridget Jones (Renée Zellweger) plötzlich, dass sie doch den Mann liebt, den ihr einst ihre Mutter vorgeschlagen hatte. Zum ersten Mal ist sich Bridget Jones in Sachen Männer wirklich todsicher. Deshalb läuft sie dem Rechtsanwalt Mark, den sie erst für einen Langeweiler gehalten hatte, sogar bei Minusgraden in Unterwäsche hinterher, um ihn leidenschaftlich zu küssen.
Mehr Schnee geht nicht: Nicht nur, dass der Thriller "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" überwiegend in Grönland spielt, die Hauptprotagonistin Smilla Jaspersen hat zudem auch noch einen siebten Sinn für Schnee. Als Nachfahrin der Inuit erkennt sie als Einzige anhand von Fußspuren im Weiß, dass ein kleiner Junge nicht bei einem tragischen Unfall gestorben ist - sondern ermordet wurde. Trotz aller Zweifel in ihrem Umfeld verlässt sich Smilla auf ihr Gefühl und verhindert damit am Ende eine große Katastrophe.
Schneller! Gerade, wenn Fantasy-Autoren verwunschene und fremde Welten erdenken, dürfen natürlich auch Schnee- und Eislandschaften nicht fehlen. Hier eine Szene aus der Verfilmung von C. S. Lewis Klassiker "Die Chroniken von Narnia", in der es eine zwergenhafte, aufrecht gehende Maus namens Riepischiep (Warwick Davis), ziemlich eilig hat.