Schockbilder auf Zigarettenpackungen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Tabakkonsum Schockbilder auf Zigarettenpackungen

Seit Mai vergangenen Jahres sind Schockbilder auf Zigarettenschachteln auch in Deutschland Pflicht. Ist der Verkauf seitdem gesunken? Eine seriöse Antwort ist kaum möglich, denn die Statistiken sind verzerrt.
1 / 7

Seit Mai vergangenen Jahres sind Schockbilder auf Zigarettenschachteln auch in Deutschland Pflicht.

Foto: Daniel Bockwoldt/ dpa
2 / 7

Die EU gibt den Tabakunternehmen genaue Kombinationen von Texten und Bildern vor. Nach zwölf Monaten wechseln die Motive. Aber ist dadurch der Verkauf von Zigaretten gesunken?

Foto: PASCAL POCHARD-CASABIANCA/ AFP
3 / 7

In Ländern wie Australien sind Schockfotos schon seit Jahren Pflicht.

Foto: AFP/ Australian Government
4 / 7

"Bei den schon aktiven Rauchern bringen die Warnhinweise vermutlich wenig bis überhaupt nichts", sagt der Suchtexperte vom Universitätskrankenhaus Eppendorf in Hamburg, Rainer Thomasius. "Von denen werden die ungünstigen Faktoren beim Rauchen oft geleugnet beziehungsweise sie wissen nicht, wie sie ihr Konsumverhalten überhaupt ändern können."

Foto: Jens Kalaene/ dpa
5 / 7

Spanische Zigarettenpackung: Bei Jugendlichen und Kindern allerdings, die noch nicht zigarettenabhängig sind, sei die Situation eine andere, meint Thomasius. "Bei ihnen können die Warnbilder tatsächlich hilfreich für einen späteren Verzicht auf Zigaretten und damit ein wirksames Instrument zur Suchtprävention sein."

Foto: Martin Gerten/ picture alliance / dpa
6 / 7

Warnhinweis: Allerdings ist laut Thomasius für das spätere Rauchverhalten von Kindern und Jugendlichen ein ganz anderer Faktor noch viel maßgeblicher: "Entscheidend ist der ursprüngliche Einfluss der Familie, des Freundeskreises und der Schule." Dabei gehe es vor allem darum, dass die Jugendlichen soziale Kompetenz, Empathie und eine soziale Freizeitgestaltung lernten.

Foto: European Union
7 / 7

Weil sich die Einführung der Schockbilder mit parallelen Entwicklungen überlagert, lässt sich bislang kaum sagen, ob die Schockbilder wirken. Seit Jahren bereits sinkt die Zahl der Raucher - ganz ohne Schockfotos. Zudem steigen Raucher auf E-Zigaretten um. Und nicht zuletzt sorgte eine massenhafte Vorproduktion der Hersteller im Jahr 2015 für einen starken Rückgang im Jahr 2016.

Foto: Thalia Engel/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?