Tabakkonsum Schockbilder auf Zigarettenpackungen
Seit Mai vergangenen Jahres sind Schockbilder auf Zigarettenschachteln auch in Deutschland Pflicht.
Die EU gibt den Tabakunternehmen genaue Kombinationen von Texten und Bildern vor. Nach zwölf Monaten wechseln die Motive. Aber ist dadurch der Verkauf von Zigaretten gesunken?
In Ländern wie Australien sind Schockfotos schon seit Jahren Pflicht.
"Bei den schon aktiven Rauchern bringen die Warnhinweise vermutlich wenig bis überhaupt nichts", sagt der Suchtexperte vom Universitätskrankenhaus Eppendorf in Hamburg, Rainer Thomasius. "Von denen werden die ungünstigen Faktoren beim Rauchen oft geleugnet beziehungsweise sie wissen nicht, wie sie ihr Konsumverhalten überhaupt ändern können."
Spanische Zigarettenpackung: Bei Jugendlichen und Kindern allerdings, die noch nicht zigarettenabhängig sind, sei die Situation eine andere, meint Thomasius. "Bei ihnen können die Warnbilder tatsächlich hilfreich für einen späteren Verzicht auf Zigaretten und damit ein wirksames Instrument zur Suchtprävention sein."
Warnhinweis: Allerdings ist laut Thomasius für das spätere Rauchverhalten von Kindern und Jugendlichen ein ganz anderer Faktor noch viel maßgeblicher: "Entscheidend ist der ursprüngliche Einfluss der Familie, des Freundeskreises und der Schule." Dabei gehe es vor allem darum, dass die Jugendlichen soziale Kompetenz, Empathie und eine soziale Freizeitgestaltung lernten.
Weil sich die Einführung der Schockbilder mit parallelen Entwicklungen überlagert, lässt sich bislang kaum sagen, ob die Schockbilder wirken. Seit Jahren bereits sinkt die Zahl der Raucher - ganz ohne Schockfotos. Zudem steigen Raucher auf E-Zigaretten um. Und nicht zuletzt sorgte eine massenhafte Vorproduktion der Hersteller im Jahr 2015 für einen starken Rückgang im Jahr 2016.