Tierforschung Bin ich schön?
Nasenaffe: Wir Menschen empfinden die Natur generell als schön. Das gilt aber nicht zwingend für alle Tiere.
Nacktkatze der Rasse "Sphynx": Biologen untersuchen offenbar besonders gern Tiere, die als "gut" gelten, wie australische Forscher herausgefunden haben. Hässliche Wesen oder eingewanderte Arten haben es deutlich schwerer.
Aye-Aye-Männchen im Zoo Frankfurt: Von wissenschaftlicher Objektivität kann kaum die Rede sein. Die Erforschung von Tieren ist verzerrt.
Koalabär: Die Forscher hatten 14.248 wissenschaftliche Publikationen untersucht, in denen es um in Australien lebende Säugetiere ging.
Derbywallaby: In fast drei Viertel der analysierten Papers ging es um Beuteltiere, zu denen auch Kängurus und Koalas gehören - obwohl sie nicht einmal die Hälfte aller Säugetierarten Australiens ausmachen.
Junger Flughund: Fledertiere und heimische Nager waren nur Thema in 11 Prozent der Studien, sie repräsentieren aber 45 Prozent aller Säugertierarten des Kontinents.
Koalabär: Attraktive Tiere sind nicht nur bei Naturfreunden beliebt, sondern auch bei Wissenschaftlern. Darunter leiden weniger populäre Arten.
Quokka (Kurzschwanzkänguru): Je weniger eine Art erforscht ist, desto weniger weiß man über ihre Lebensräume, Nahrungsquellen und ihr Verhalten.
Bennett-Kängurus: Besser erforschte Arten haben daher auch höhere Chancen, dass ihre Art überlebt.
Junge betrachtet Riesenassel: Das Problem der Bevorzugung attraktiver Tiere in der Forschung besteht nicht nur in Australien, sondern weltweit.
Fangzahnfisch (bei Ausstellung in London): 2012 hatte eine Analyse von Veröffentlichungen ergeben, dass es eine Bevorzugung "charismatischer Lebewesen" gibt.
Sympathieträger Dolly (Foto von 1997): Das erste geklonte Säugetier war ein Schaf. Die Wahl lag nahe, denn das Tier wurde in Schottland "hergestellt". Aber es war sicher auch aus PR-Sicht eine gute Entscheidung, ein Schaf zu klonen und nicht etwa...
... einen Nacktmull. Der mausgroße Nager lebt in Afrika und gehört ebenfalls zu den Säugetieren.
Leopard: Forscherin Patricia Fleming ruft dazu auf, dass Wissenschaftler ihre Ressourcen besser über die verschiedenen Lebensformen verteilen. "Es ist ein kleiner Kuchen, der aufgeteilt wird. Und da bleiben einige Arten auf der Strecke."