Schräge Superhelden - DER SPIEGEL
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Supermans vergessenen Brüder und Schwestern Von Eichhörnchen, Röntgenblick und Pornofilmen

Angriff der Supergurken: 1938 begann Supermans Aufstieg vom Kinderidol zum Popstar. Angelockt vom Erfolg schickten Comic-Zeichner und Filmemacher unzählige eigene Heroen ins Rennen. Viele davon mehr als schräg - und heute längst vergessen. Oder erinnern Sie sich noch an Orgazmo oder das Eichhörnchen-Girl?
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Der Toxic Avenger

Nachdem der stets gehänselte Hausmeister Melvin in einem Fass mit Giftmüll landet, verwandelt er sich in diesem Horrorfilm von 1984 in den Toxic Avenger. Er wird der Held seiner Kleinstadt und der Erzfeind eines korrupten Bürgermeisters.

Super, weil ...der entstellte Hausmeistermutant in diesem wunderbar trashigen Streifen des Kultfilmstudios Troma Entertainment zum Helden aller Underdogs wurde.

Ging super daneben, weil ...das Filmstudio Troma es sich nach dem Überraschungserfolg dieses B-Movies nicht verkneifen konnte, die originelle Grundidee in etlichen uninspirierten Fortsetzungen kommerziell auszuquetschen. Und auch das derzeit für 2013 geplante Remake wird es schwer haben, den unbeholfenen Charme des Originals zu erreichen.

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Dazzler

Für eine Kooperation mit dem Discopop-Label Casablanca Records erfand Marvel im Februar 1980 eine Superheldin im Glitzer-Overall, die ihr Geld als Popsängerin verdiente. Ursprünglich sollte die Heldin "Disco Queen" heißen und aussehen wie Grace Jones, doch mit Blick auf eine mögliche Verfilmung wurde ihre Erscheinung an Schauspielerin Bo Derek angelehnt.

Super, weil ...Dazzler mit Moves auftrat, angesichts derer sogar John Travolta vor Neid erblasst wäre: So konnte sie Klangschwingungen in Licht und Energiestrahlen umwandeln. Ein staunender Zuschauerkreis auf jeder Tanzfläche schien ihr sicher.

Ging super daneben, weil ...die Zusammenarbeit mit dem Label Casablanca, das parallel zum Comic eine Sängerin mit dem Bühnennamen Dazzler bekannt machen wollte, noch im ersten Jahr der Comicreihe wieder endete.

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Robby Reed

Mehr Held fürs Geld: 1966 versprach der Comicstrip "Dial H for Hero" seinen Lesern, der jugendliche Held der Geschichte könne sich in 1000 verschiedene Superhelden verwandeln - einfach, indem er an einer Telefonwählscheibe drehte.

Super, weil ...die heroische Persönlichkeitsspaltung tatsächlich klappte: Aus dem Normalo Robby Reed wurde so im Scheibenumdrehen der bärenstarke Giantboy, der auf Blitzen reitende Doomster oder der hellsehende Sixth Sensor.

Ging super daneben, weil ...mit der Zeit die noch nicht verwendeten Superheldenfähigkeiten so knapp wurden, dass der arme Robby sich in immer abstrusere Helden verwandeln musste um irgendwann die versprochenen 1000 vollzukriegen. Und so verwandelte er sich unter anderem in die lebende Welle Zip Tide, den mit explodierenden Süßigkeiten werfenden King Kandy und Mole-Cometeer, der halb menschlicher Maufwurf, halb menschlicher Komet war.

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Butterball

2008 trat ein Junge namens Emery Schaub erstmals im Comic "Avengers: The Initiative" auf. Eigentlich war Schaub nur ein ganz gewöhnlicher Imbisskoch aus dem Nest Morganton in North Carolina, wäre da nicht eine seltsame Eigenschaft, die ihn vom gewöhnlichen Burgerbräter abhebt...

Super, weil ...Schaub vollkommen unverwundbar ist. Und zwar uneingeschränkt: Weder kann er mit Kryptonit geschwächt werden wie Superman, noch kann er durch ein geheimes Manöver ausgeschaltet werden wie Wonder Woman, die ihre Superkräfte verlor, wenn ihre Hände an den Armbändern von einem Mann zusammengebunden wurden, noch wäre irgend etwas anderes in der Lage, ihm Schaden zuzufügen. Was ihn eigentlich zum mächtigsten Superhelden der Welt machen könnte. Wäre da nicht eine weitere seltsame Eigenschaft, die ihn vom gewöhnlichen Superhelden abhebt...

Ging super daneben, weil ...Schaub nicht nur gegen körperliche Verletzungen immun ist, sondern auch gegen jede Art von Fitnesstraining. Und so treibt der übergewichtige Möchtegernheld seine Ausbilder im Superhelden-Trainingscamp in völlige Verzweiflung - und erhält schließlich den wenig schmeichelhaften Codenamen Butterball.

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Ghetto Man

Sein erster und einziger Auftritt war 1979 in der zweiten Folge des Superhelden-Fernsehzweiteilers "The SuperFriends". Ghetto Man wurde vorgestellt als ein Vertreter der schwarzen Minderheit in der Superheldenwelt.

Super, weil ...Ghetto Man uns endlich zeigte, wie es aussieht, wenn Batman mit einem anderen Superhelden den "Bump" tanzt.

Ging super daneben, weil ...Ghetto Man offenbar entsprechend rassistischen Vorurteilen über Afroamerikaner gestaltet worden war - fliegen konnte er beispielsweise nur in der Haltung eines Basketballspielers beim Dunking, nachdem er den Vornamen des schwarzen Basketballstars Kareem Abdul-Jabbar gerufen hatte. Und als er seinen Auftritt beendete, entschuldigte sich der Superheld, er müsse jetzt los, "ein Kind aus einem Sozialwohnungsblock retten".

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Section 8

Die vermutlich schrägste Superheldengruppierung der Geschichte erblickte im September 1997 in Ausgabe 18 der DC-Heftreihe "Hitman" das Licht der Comic-Welt.

Super, weil ...die Truppe unschlagbar schräg war: Das Kommando über die Superantiheldengruppe hatte Sixpack - hier in der Mitte des Bildes - eine bierbäuchige Alkoholikerversion von Superman. Auf sein Kommando hörten so bizarre Gestalten wie der Defenestrator, rechts im Bild, der stets ein Fenster bei sich trug, um Bösewichter hindurch werfen zu können, und Dogwelder, links im Bild, ein Mann, der Ganoven tote Hunde ins Gesicht schweißte.

Ging super daneben, weil ...sich die meisten Mitglieder des Gurkentrupps im Laufe des Kampfes gegen dämonische Wesen versehentlich selbst umbrachten.

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Sgt. Kabukiman

Eigentlich ist Harry Griswald in diesem Film nur ein New Yorker Polizist. Doch als bei einem Einsatz der Geist eines Meisters des japanischen Kabuki-Tanztheaters von ihm Besitz ergreift verwandelt er sich in den grell geschminkten, Perücke und Holzsandalen tragenden Superhelden Sergeant Kabukiman.

Super, weil ...die Mischung aus zähem New Yorker Bullen und traditionellem asiatischen Pantomimekünstler Sergeant Kabukiman zu einem der denkwürdigsten Superhelden der Filmgeschichte macht: Wenn er in Schlägereien hitzesuchende Essstäbchen auf seine Gegner schleudert oder Kugeln mit einem Papierfächer abwehrt, spielt das auf so absurde Weise mit Japan-Klischees, dass man es dem Film einfach nicht übel nehmen kann.

Ging super daneben, weil …die Grundidee für die breite Masse schlicht zu abgedreht war. Obwohl Sergeant Kabukiman zu einer Trashfilm-Kultfigur avancierte, wurden die dazu geplante Fernsehserie und eine Filmfortsetzung niemals umgesetzt.

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Maggott

Ungutes Bauchgefühl: Dieser südafrikanische Superheld schloss sich im Juni 1997 den X-Men an. Er hatte die vermutlich ekelhafteste Superkraft der Comic-Geschichte - denn in seinem Bauch lebten zwei riesige Maden namens Eany und Meany, die sich, wenn er sie herausließ, durch praktisch alles hindurchfressen konnten.

Super, weil ...die Riesenmaden anschließend in seinen Bauch zurückkehrten und die Nährstoffe des Gefressenen an ihren Herren weitergaben - der sich dadurch in einen blauen Mutanten mit übermenschlichen Kräften verwandelte.

Ging super daneben, weil ...Maggott dadurch für die Regierung interessant wurde, die im Rahmen des geheimen Weapon X-Projekts Superhelden in ein Lager internierte, um sie zu Waffen umzufunktionieren. Maggott kam dort ums Leben.

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Orgazmo

"South Park"-Erfinder Trey Parker spielt in diesem Film den etwas naiven jungen Mormonen Joe Young, der verzweifelt nach einem Weg sucht, um die Hochzeit mit seiner Verlobten bezahlen zu können. Er übernimmt dafür schließlich die Rolle des fiktiven Superhelden Orgazmo in einem Pornofilm.

Super, weil ...dieser Held den Slogan "Make love not war" offenbar sehr wörtlich genommen hat - seine Superheldenwaffe, der "Orgazmorator", ist eine Strahlenkanone, mit der sich jeder Mensch von einer Sekunde auf die andere in sexuelle Ekstase versetzen lässt.

Ging super daneben, weil ...sich Mormonen in den USA von dem Slapstick-Streifen angegriffen fühlten - auch, wenn der Nachspann betonte, keine echten Mormonen seien bei den Dreharbeiten zu Schaden gekommen.

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Infra-Man

Oh Schreck! Die Dämonenprinzessin Dragon Mom hat im Inneren der Erde eine Armee von Skeletten und Eismonstern zum Leben erweckt, um die Erde zu unterjochen! Doch glücklicherweise gelingt es Professor Chang, einen Polizisten mit Hilfe modernster Implantate in den Superhelden Infra-Man zu verwandeln, der die Bedrohung abwenden kann. "Invasion aus dem Inneren der Erde" von 1975 gilt als der erste chinesische Superheldenfilm überhaupt.

Super, weil ...Infra-Man mit seinem Röntgenblick und seinen Thunderball-Kampfhandschuhen, die jede dem Menschen bekannte Materie zerschmettern, alle Bösewichter das Fürchten lehrte.

Ging super daneben, weil ...er mit seinem rotsilbernen Latexkostüm mit Fühlern, in dem er aussah wie die SM-Version einer Riesenameise auf dem Weg in die Disco, auch allen anderen Menschen das Fürchten lehrte.

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Ms. Magnificent

Auf den ersten Blick war Ms. Magnificent aus dem gleichnamigen Film von 1979 so etwas wie ein weibliches Pendant zu Superman. Allerdings war nicht dies allein der Grund dafür, dass DC Comics, der Inhaber der Superman-Rechte, gegen den Film vor Gericht zog...

Super weil ...die Macher von Ms. Magnificent sich tatsächlich erdreistet hatten, die altehrwürdige Superman-Heldengeschichte in diesem Film, der ursprünglich unter dem Titel "Super-Woman" in die Kinos kommen sollte, in einen unfassbar trashigen Porno zu verwandeln: "Hustler"-Centerfold Desiree Cousteau erlebte darin als Ms. Magnificent unter anderem eine Superheldenorgie an Bord eines Ufos und wurde von der Schurkin Kreetia Borgia mit einem Kryptonit-Dildo bedroht.

Ging super daneben, weil ...DC vor Gericht gewannen. Der Film musste in letzter Sekunde von "Super-Woman" in "Ms. Magnificent" umbenannt werden. Immerhin mussten die Pornofilmer nicht, wie ursprünglich von DC verlangt, alle Flugszenen entfernen. Auch wenn die für die Handlung vermutlich verzichtbar gewesen wären.

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Squirrel Girl

Im Januar 1992 verwandelte sich Doreen Green erstmals in Superheldin Squirrel Girl. Sie wurde aus dem Wunsch des Comiczeichners Will Murray, der an den "X-Men"-Comics arbeitete, geboren, endlich auch wieder etwas weniger ernste Stoffe zu bearbeiten. Und so erhielt Squirrel Girl eine der seltsamsten Superfähigkeiten im Marvel-Comic-Universum...

Super, weil ...Squirrel Girl uns immer wieder beweist, dass auch kleine Dinge eine große Wirkung haben können: Eigentlich besteht ihre Superfähigkeit nur darin, Eichhörnchen steuern zu können - doch mit der Hilfe ihrer puscheligen Freunde gelingt es Green, auch mächtige Superschurken zu besiegen.

Ging super daneben, weil ...es vielen Comiclesern schließlich doch zu albern wurde, nachdem Squirrel Girl eine Eichhörnchenarmee zusammengestellt hatte, um die Ermordung ihres Lieblingshörnchens "Monkey Joe" durch Dr. Doom zu rächen.

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Starfox

Titan der Liebe: Geboren auf dem Saturnmond Titan, zieht dieser Superheld seit 1973 als kosmischer Womanizer durch das Weltall - immer auf der Suche nach Liebesabenteuern mit gutaussehenden Frauen.

Super, weil ...Starfox eindeutig der attraktivste Superheld der Comicgeschichte ist. Schließlich besteht seine Superheldenfähigkeit darin, dass Frauen ihm gegenüber willenlos werden.

Ging super daneben, weil ...diese Superheldenfähigkeit genaugenommen den Tatbestand der Vergewaltigung erfüllt. Ein Supervergewaltiger? Nein danke.

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Razorback

Eigentlich ist Buford Hollis, der Held dieser Comicreihe, nur ein einfacher Trucker. Doch die Suche nach seiner verschwundenen Schwester verstrickte ihn 1977 in die Welt der Superhelden. Bufords eigene Superfähigkeit scheint gegen die seiner Gegner eher bescheiden: Er ist in der Lage, jede Art von Fahrzeug zu bedienen.

Super, weil ...Hollis diesen Mangel an spektakulären Fähigkeiten durch Kampfkunst und Erfindergeist ausgleicht: So kann er sein Superheldenkostüm mit einer selbstgebauten Apparatur unter Starkstrom setzen und so selbst mächtige Gegner wie Spider-Man kampfunfähig machen.

Ging super daneben, weil ...Hollis sich aus irgendeinem unerfindlichen Grund dafür entschied, sich mit einem Schweinekostüm zu verkleiden. Ein Superschwein? Daran glaubt doch wohl nur, wer auch glaubt, dass Schweine fliegen können.

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Die Superbabies

Eine dunkle Bedrohung naht in dieser Komödie von 2004: Medienmogul Bill Biscane kidnappt Kleinkinder, um die Babysprache zu entschlüsseln. Doch glücklicherweise durchkreuzt ein Superbaby namens Kahuna die Pläne des Bösewichts - und verdrischt seine Handlanger gleich hordenweise.

Super, weil ...tja, weil...

Ging super daneben, weil ...kein Mensch eineinhalb Stunden Kleinkindgebrabbel im Kino ertragen konnte. Von seinen 20 Millionen Drehkosten spielte der Streifen lediglich 9 Millionen wieder ein. Die Internetplattform "Rotten Tomatoes" wählte ihn auf Platz 6 der schlechtesten Filme des Jahres 2000.

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Red Bee

Anwalt Rick Raleigh machte sich 1940 in "Hit Comics" erstmals im rotgelb gestreiften Piratenkostüm auf die Jagd nach Gangstern und Nazis.

Super, weil ...Raleigh alias Red Bee dabei von abgerichteten Bienen unterstützt wurde. Seine Lieblingsbiene, eine Hummel namens Michael, lebte in seiner hohlen Gürtelschnalle und wurde nur in besonderen Notsituationen freigelassen, um Gegner mit ihrem Giftstachel zu malträtieren.

Ging super daneben, weil ...dem Autor offenbar nie bewusst geworden war, dass männliche Hummeln gar nicht stechen können.

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Condorman

Der Namensgebende Superheld dieses Films von 1981 ist eigentlich zunächst nur eine Ausgeburt der Fantasie des erfolglosen Comiczeichners Woodrow Wilkins (Michael Crawford). Doch als der durch Zufall zum Bodyguard einer schönen KGB-Agentin wird, die zum CIA überlaufen will, nutzt er den Etat des Geheimdienstes, um seinen Helden mit allerlei technischen Gadgets Wirklichkeit werden zu lassen.

Super, weil ...der Film "Condorman" sich selbst nicht so bierernst nimmt. Alleine der Name klingt bereits wie eine Satire auf die nicht abreißende Liste von Tiernamen, mit denen sich Superhelden wie Batman, Spider-Man oder Hawkman selbst betiteln. Fast wünscht man sich ein Gänsegeier-Girl an Wilkins' Seite.

Ging super daneben, weil ...Condorman im Vergleich zu seinen Superheldenkollegen eigentlich überhaupt nichts kann. Seine Flügel sind nur ein selbst zusammengebasteltes Fluggestell, und selbst damit stürzt er geradewegs vom Eiffelturm in die Seine ab.

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Bird Brain

Superheld mit Spatzenhirn: Auf einer verlassenen Insel hat der verrückte Genetiker Ani-Mator ein Wesen geschaffen, das halb Mensch, halb Vogel ist. Das Wesen schafft es, von der Insel zu fliehen - und wird zu dem Superhelden Bird Brain.

Super, weil ...Bird-Brain sich zum Tierschützer unter den Superhelden aufschwingt - und seine gefangenen Kumpanen von der Insel des verrückten Wissenschaftlers befreit.

Ging super daneben, weil ...Bird Brain sich in seine Umgebung einfach nicht so recht einfügen will - zum einen, weil er ständig alles frisst, was ihm zwischen die Krallen kommt, zum anderen, weil fast niemand seine komplizierte Vogelsprache verstehen kann.

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Funnyman

Nachdem die Superman-Erfinder Jerry Siegel und Joe Shuster sich von ihrem Arbeitgeber DC getrennt hatten, versuchten sie ihr Glück mit einer besonders absurden Heldenfigur: Dem Fernsehkomiker Funnyman, der versuchte, Verbrecher mit Scherzartikeln und witzigen Sprüchen dingfest zu machen.

Super, weil ...zu einer Zeit, in der sich die Superheldenwelt bei den großen Comic-Verlagen noch in Abziehbildern von Superman verlor, ein vollkommen unkonventioneller Held das Licht der Welt erblickte.

Ging super daneben, weil ...die Vorstellung, dass jemand mit Spritzpistolen Außerirdische vertreiben oder mit Sprudel Schwerverbrecher aufhalten kann, am Ende selbst für einen Superhelden-Comic zu weit hergeholt schien.

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Powdered Toast Man

Inspiriert von der Figur "Studebacher Hoch" aus dem Frank-Zappa-Song "Billy the Mountain", beschlossen die Macher der Zeichentrickserie "Ren & Stimpy", ihrer Sendung einen Superhelden mit Toastbrotkopf hinzuzufügen - der vor allem auftritt, um Werbung für Toastbrot zu machen.

Super weil ...an Wahnwitz schwer zu überbieten: Die Superheldenfähigkeiten von Powdered Toast Man beschränken sich darauf, Kekskrümel herzustellen, indem er sich am Kopf kratzt, und zu fliegen, indem er sich von einem riesigen Toaster in die Luft schleudern lässt.

Ging super daneben, weil ...Powdered Toast Man wie viele Figuren der Serie höchst unappetitliche Züge hatte: So verlieh er erst mit seinen chronischen Blähungen dem Toastbrot bei der Produktion das charakteristische Toastbrotaroma.

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Die J-Men

Lange bevor die X-Men die Kinos eroberten, ließen 1979 die Regisseure Philip Proctor und Peter Bergman die J-Men, einen Superheldentrupp mit so illustren Mitgliedern wie Rocket Jock, James Armhole oder Caped Madman, die Welt vor dem unheimlichen Bösewicht "Lightning Bug" retten.

Super, weil ...der Film fast vollständig aus herrlich absurd neuvertonten Filmschnipseln alter schwarzweiß-B-Movies bestand.

Ging super daneben, weil ...der Nonsens sich so verselbständigte, dass am Ende keiner mehr durchblickte: Ein Skelett will die Welt mit Rock'n'roll unterwerfen, bringt ein paar Plattenmogule zum Selbstmord und sprengt am Ende aus Versehen seine eigene Mondbasis in die Luft, weil es seine Stereoanlage zu laut aufdreht. Dazu musste man schon genau so bekifft sein wie der Cannabis rauchende US-Wappenadler auf dem Plakat zum Film.

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Superargo

In seinem bürgerlichen Leben Ringer, stellt sich Superargo in dem gleichnamigen italienisch-spanischen Film von 1968 während seiner Freizeit dem verrückten Professor Wendland Wond und seiner Armee der "gesichtslosen Giganten", kaltblütiger Kampfroboter, in den Weg.

Super, weil ...das etwas farbarme Plakat uns verrät, dass dieser Held alles bietet, was der Superheldenfan sich nur wünschen kann: "Super Action... Aufregung & Nervenkitzel"

Ging super daneben, weil ...der Held direkt daneben so aussieht, als würde er selbst gleich im Stehen einschlafen. Vielleicht hat er ja bemerkt, was auch dem Filmzuschauer schnell auffällt: Dass die gesichtslosen Giganten in Wirklichkeit nur Schauspieler mit Strumpfhose über dem Gesicht und Staubsaugerbauteilen auf dem Kopf sind.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?