Schriftsteller Ernst Wiechert Dichtung und Wahrheit
Schriftsteller Wiechert: Der aus Ostpreußen stammende Schriftsteller Ernst Wiechert ruft in seinem Gedicht "Die Ausgewiesenen" (1946) zur Hilfe für die Vertriebenen auf.
Ein Bett für Flüchtlinge: Das Foto von 1947 zeigt Ungarn-Deutsche, die von ihrem Hof vertrieben wurden, in einem Auffanglager in Ulm.
Flüchtlingsfamilie: Schriftsteller Ernst Wiechert protestierte gegen die staatlich verordnete Unterbringung von Flüchtlingen in seinem Haus. Er wollte in Ruhe arbeiten können. Das Bild von 1948 zeigt eine Flüchtlingsfamilie mit Kleinkindern, die in einem Privathaus Unterschlupf gefunden hat.
Auffanglager: Baracken einer Notunterkunft für Flüchtlinge neben dem Chemiefaserwerk Premnitz in Brandenburg, aufgenommen im Oktober 1949.
Staatskommissar Auerbach: Im Vordergrund (fast zum Fotografen blickend) - Philipp Auerbach, der Leiter des Bayerischen Landesentschädigungsamtes, der die Abfahrt eines Zuges jüdischer Auswanderer im Sommer 1948 beobachtet. Der Staatskommissar für rassisch, religiös und politisch Verfolgte ersuchte Breninger, Flüchtlingskommissar des Landkreises Wolfratshausen, bei Schriftsteller Ernst Wichert keine weiteren Vertriebenen unterzubringen.
Unterstützung von oberster Stelle: Bayerns Ministerpräsident Hans Ehard und Anton Pfeiffer, Leiter der Staatskanzlei, blättern in alten Büchern (SPIEGEL-Ausgabe vom 27. November 1947). Am 22. Mai hatte sich Schriftsteller Ernst Wiechert unmittelbar an den Ministerpräsidenten gewandt und ihn um Unterstützung gebeten, keine Flüchtlinge mehr aufnehmen zu müssen. "Mein Haus ist so gebaut, dass es keine Unterbringung in einem abgelegenen Teil gibt, sondern dass man Flüchtlinge nur mitten ins Haus legen kann", erklärte er in einem Schreiben. Ehard setzte sich daraufhin für Wiecherts Anliegen ein.
Wiechert-Marke: Im Jahr 2000 gab die Deutsche Post anlässlich des 50. Todestages von Ernst Wiechert eine Gedenkbriefmarke heraus. Der Schriftsteller starb am 24. August 1950 in Stäfa in der Schweiz.