Schuhattacke Deutscher Werfer freigesprochen
Martin J. verlässt das Gericht in Cambridge als freier Mann. Ein halbes Jahr Gefängnis und knapp 5800 Euro Strafe wollte die Anklage ihm aufbürden. Am 2. Februar hatte der deutsche Doktorand seinen Turnschuh nach dem chinesischen Regierungschef geworfen. Er sah es als politisches Statement - und der Richter ließ es mit einer Verwarnung bewenden. mehr...
Zum Prozessbeginn am Pfingstmontag erhielt Martin J. Unterstützung: Diese Demonstranten dankten ihm auf Spuchtafeln für seinen Protest gegen Chinas Regierungschef.
Bei der ersten Anhörung: Martin J. am 10. Februar - er hatte die Öffentlichkeit gesucht und gefunden.
Der Schuh des Anstoßes: Der reichlich gammlige Sneaker, den der 27-jährige Deutsche nach Chinas Premier Wen warf.
Wen zeigt sich von dem Wurf unbeirrt. Nach der Rede zürnte er über das "verachtenswerte Verhalten" des Deutschen, später zeigt er sich milde: Es mangle dem Herren eben an Wissen über China, vermutet Wen. Er hoffe, die Uni lasse Martin J. weiter studieren. "Ausbildung ist die besten Hilfe für einen jungen Menschen", so Wen.
Der Schuh war schnell entfernt, Wen redete weiter.
Der deutsche Pathologie-Student schrieb einen Brief an die chinesische Botschaft und bat um Verzeihung - vermutlich auf Drängen seiner Fakultät.