Schule in Kirgisien Eine gute Note kostet 15 Euro
Als Chynara Alieva (Name geändert) mit 19 Jahren ein Stipendium für einen Deutschkurs in Bremen erhielt, stand für sie schnell fest: In Deutschland will ich bleiben. Heute ist die 32-Jährige froh, der Bildungsmisere in ihrem Heimatland entflohen zu sein. mehr...
Als Kind ging S. auf die Mittelschule in Ak-Talaa, einem entlegenen Bergdorf in den Hochsteppen Kirgisiens. Dort wuchs sie als Hirtenmädchen bei ihren Großeltern auf - und verbrachte mehr Zeit mit den Schafen auf der Weide als in der Schule.
Seither hat sich in ihrem Heimatort nicht so viel verändert. Bis vor kurzem hatten die Schüler in Ak-Talaa nicht einmal eine Toilette, sie erledigten ihr Geschäft im Pausenhof.
Alieva will den Menschen in Ak-Talaa helfen. Seit Jahren sammelt sie Spenden für ihren Heimatort, kauft von dem Geld Schulbücher, Musikinstrumente und auch eine Schultoilette.
Denn die Doktorandin weiß: Wer in Kirgisien geboren wird, hat kaum Chancen auf gute Bildung.
Die Wirtschaft leidet darunter, dass es in dem bergigen Binnenland kaum Rohstoffe gibt...
...und das Bildungssystem ist unterfinanziert und korrupt. "Man kam sich schon komisch vor, wenn man gebüffelt hat, während sich andere gute Noten mit ein paar Scheinen holten", erinnert sich Alieva.
Immerhin studiert in Kirgisien etwa die Hälfte der 19- bis 23-Jährigen. Doch Uni ist hier eher Mittelschule und viele Dozenten haben selbst wenig Fachwissen.
Rahim (links) würde gerne im Ausland studieren, doch dafür fehlt ihm das Geld. Der 22-Jährige fährt Taxi, damit er sich die Studiengebühren leisten und am Ende des Semesters die Abschlussnote Eins erkaufen kann.