Schulreform: Was Hamburger Eltern denken - DER SPIEGEL
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Schulreform Was Hamburger Eltern denken

Vor dem Volksentscheid wettern Unionspolitiker gegen die Schulreform, Schwarz-Grün in Hamburg verteidigt sie energisch. Im persönlichen Pro & Contra auf SPIEGEL ONLINE kommen Eltern zu Wort.
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"Nach der vierten Klasse zu selektieren, halte ich für viel zu früh" - Robert Schneider, für die Reform

Schülerin Alina, 16, und ihr Vater Robert Schneider vor der Gesamt- und Reformschule Winterhude: Der EDV-Fachmann und seine Tochter, die im Herbst in die 11. Klasse kommt, gehören zu den Befürwortern der Reform. "Nach der vierten Klasse zu selektieren, halte ich für viel zu früh", sagt Schneider. Die Lehrer könnten das am allerwenigsten einschätzen. Auch deshalb engagiert er sich beim Verein "Pro Schulreform Hamburg". Die Reformgegner täten so, als ginge es um die Alternative "Abi oder Hartz IV". "Ich halte diesen sozialen Druck für grundfalsch", sagt Schneider.

Foto: ddp
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"Ich habe bereits gegen die Verkürzung der Schulzeit auf zwölf Jahre gekämpft" - Mareile Kirsch, gegen die Reform

Gymnasiast Peregrin Kirsch, 14, und Mutter Mareile vor dem Gymnasium Christianeum in Hamburg: Mareile Kirsch ist aus der CDU ausgetreten, als der schwarz-grüne Senat die Einführung der Primarschule beschloss. "Ich habe bereits gegen die Verkürzung der Schulzeit auf zwölf Jahre gekämpft, jetzt soll das Gymnasium noch weiter beschnitten werden", sagt Kirsch, deren zwei Kinder das humanistische Gymnasium Christianeum im Stadtteil Othmarschen besuchen.

Foto: ddp
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"In der Öffentlichkeit waren immer nur die Reformgegner zu hören und nicht die Befürworter" - Stefanie von Berg, für die Reform

Schüler Len von Berg, 10, und Mutter Stefanie von Berg vor der Schule Rellinger Strasse: Von Berg ist Vorsitzende von "Pro Schulreform". "In der Öffentlichkeit waren immer nur die Reformgegner zu hören und nicht die Befürworter", sagt Berg. Darum habe sie mit anderen Elternbeiräten den Unterstützerverein gegründet.

Foto: ddp
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"Diese Reform zerstört die Schulen" - Ute Schürnpeck, gegen die Reform

Ute Schürnpeck wohnt mit ihrer "Patchwork"-Familie in Othmarschen, ihre vier Kinder gehen auf vier verschiedene Schulen. Sie ist Aktivistin gegen die Schulreform des Hamburger Senats und sagt: "Hier haben meine Familie und ich immer die Möglichkeit gehabt, die für uns richtige Schulform auszusuchen - und ausgerechnet hier soll jetzt Gleichmacherei eingeführt werden, die alle über einen Kamm schert." mehr...

Foto: Ute Schürnpeck
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"Kinder sind keine Lernmaschinen." - Andreas Homann, für die Reform

Andreas Homann hat per Briefwahl für die Schulreform gestimmt. Seine Tochter kommt nun in die 8. Klasse des Gymnasiums, doch der Weg dorthin war nicht immer leicht: "Der Wechsel aus einem optimalen Umfeld nach der vierten Klasse in die neue Schule war für meine Tochter sehr hart. Noch zwei Jahre mehr, das wäre genau richtig für sie gewesen." Außerdem, sagt Homann, bräuchten auch begabte Schüler wie seine Tochter Freiräume. "Kinder sind schließlich keine Lernmaschinen." mehr...

Foto: Andreas Homann
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Schultüten-Tag: Ende August werden Hamburgs neuen Erstklässler eingeschult. Ob sie dann in Primarschulen sechs Jahre oder in Grundschulen nur vier Jahre gemeinsam lernen werden, weiß bis zum Ergebnis des Volksentscheids niemand, außer...

Foto: Martin Meissner/ AP
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...das Kraken-Orakel. Das was? Na, Raul, der Gummikrake. Der wer? Zur Mitte der entscheidenden Woche im Schulkampf versuchten die Grünen, die Popularität des Tintenfisches Paul aus Oberhausen, der alle WM-Spiele der deutschen Elf korrekt getippt hatte, für sich zu nutzen. Dazu hängten Grünen-Mitarbeiter das "Kraken-Orakel Raul" in ein Bassin am Jungfernstieg. Das Plastik-Weichtier im Auftrag der Grünen tippte auf ein Ja der Bürger zur Schulreform. Wer hätte das für möglich gehalten?

Foto: ddp
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?