Schwarz-Grün - DER SPIEGEL
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Schwarz-Grün Nazis, Terroristen, Waldmenschen

Koalition? Mit denen? Ein Vierteljahrhundert haben CDU-Politiker verbal auf ihre grünen Lieblingsgegner eingedroschen - nach der Hamburg-Wahl üben sich die Unionisten jetzt im Kuschel-Talk. Zeit für eine Revue der deftigsten Zitate aus einer Ära, als Schwarz und Grün noch wie Feuer und Wasser waren.
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Grüne Wilde: "Sie sehen auch so aus, als wenn Sie immer im Wald gelebt hätten!", zitierte die Wochenzeitung "Die Zeit" 1983 die Äußerung eines nicht näher genannten Unions-Abgeordneten gegenüber Grünen-Abgeordneten im Bundestag.

Foto: AP
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Beleidigte Grüne: "Die linksradikale PDS und die Grünen sind eine größere Gefahr für unser Land als die Republikaner und die Rechten," erklärte Michael Glos, Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, im Dezember 1993. Die Grünen ließen das nicht auf sich sitzen, sie erstatteten Strafanzeige wegen Verleumdung und Beleidigung.

Gut zehn Jahre darauf machte Glos erneut mit einer Äußerung über die Grünen auf sich aufmerksam. Solange es "Ökostalinisten und ehemalige Terroristen wie Umweltminister Jürgen Trittin und Außenminister Joschka Fischer" gebe, die früher Molotow-Cocktails geworfen hätten, seien schwarz-grüne Bündnisse nicht sinnvoll, so Glos. Eine von den Grünen geforderte Entschuldigung lehnte Glos ab.

Foto: dpa
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Faschistoides Verhältnis: Ein "fast faschistoides" Verhältnis zum Rechtsstaat warf der damalige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler den Grünen 1987 vor. Er kommentierte damit den Aufruf der Grünen, die geplante Volkszählung zu boykottieren.

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CSU-Parteitag 1979: Als "linksextremistische Partei" kanzelte CSU-Chef Franz Josef Strauß die Grünen ab. Sie seien "Chlorophyllkommunisten" mit "pubertären Gehirnen, die sich in den Sandkasten der Politik begeben haben".

Foto: Heinz_Wieseler / DPA
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Linke Anarchisten: Der Landtag von Baden-Württemberg debattierte im März 1987 den CDU-Antrag "Gefährdung des Rechtsstaats durch die Unterstützung gewaltsamer Aktionen und Gesetzesverstößen durch die Grünen." Unions-Fraktionschef Erwin Teufel warf den Grünen vor, sie wollten die Herrschaft einer links-anarchistischen Basis und "dass sie sich in eine Seilschaft begeben haben mit Extremisten und Kommunisten".

Das Bild zeigt Teufel (l.) auf dem Landesparteitag der CDU Baden-Württembergs im Juli 1985 in Offenburg mit Ministerprässident Lothar Späth und Bundestagspräsident Philip Jenninger.

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Grüne Gewaltbereitschaft: Die Grünen haben "ihr Verhältnis zur Gewalt noch nicht in Ordnung gebracht", warf der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Gerster 1988 den Alternativen 1988 vor. Sie hätten gezeigt, dass sie "nicht bereit sind, die demokratisch beschlossenen Gesetze unseres Rechtsstaates zu achten".

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Alt-Bundeskanzler Kohl: "Wir haben zu keinem Zeitpunkt einen Außenminister gehabt, der sich so durch die Geschichte gelogen hat wie der," sagte Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) im März 2005 über Joschka Fischer. Es war die Zeit der sogenannten Visa-Affäre - ausdrücklich Bezug darauf nahm Kohl aber nicht.

Foto: MICHAEL PROBST/ AP
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Politische Verkommenheit: "Das ist ein Ausmaß politischer Verkommenheit wie sie einem in keinem anderen Land der Erde begegnet."

Hintergrund: Die Grünen waren beim Singen der Nationalhymne nicht aufgestanden und hatten teilweise den Saal verlassen.

(Alfred Dregger war bis 1991 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, 1989)

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Historiker Schwarz gegen Grün: Vieles erinnere bei den Grünen "an die Agitation der NSDAP in der 'Kampfzeit'", meinte 1988 der konservative Zeithistoriker Hans Peter Schwarz: "Dort wie hier nicht selten dieselbe Mixtur von Fanatismus, Idealismus und Brutalität, dort wie hier die Entschlossenheit, den Gewalttaten der Gesinnungsfreunde nicht offen engegenzutreten, eher zu entschuldigen als sich abzugrenzen." Im Vorwort der CDU Streitschrift "Die Grünen auf dem Prüfstand" schrieb der Adenauer-Biograf weiter: "Das Hauptziel sollte darin bestehen, diese radikale Partei politisch auszugrenzen und einen Teil Ihrer Wähler abzusprengen, vielleicht auch in die Resignation zu treiben."

Signatur im Bundesarchiv: B145 Bild-F065001-0029

Foto: Das Bundesarchiv/Engelbert Reineke
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Verfassungsschutz gegen Grüne: "Die Gründe, die den Verfassungsschutz veranlassen, den Republikanern auf die Finger zu schauen, solche Gründe kann ich auch im grün-alternativen Spektrum erkennen. Auch deren Aktionen sollten dann ins Blickfeld des Verfassungsschutzes gerückt werden", empfahl 1988 der Parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium, Carl-Dieter Spranger (CDU) und warnte: "Die parlamentarische Auseinandersetzung, wie sie insbesondere von den Grünen Fraktion in Bund und Ländern praktiziert wird, trägt ebenfalls zum Gedeihen einer extremistisch-terroristisch agierenden Szene bei."

Vorausgegangen war dem eine Anfrage des Grünen zum "Deutschen Herbst", die laut Spranger in einer Schuldzuweisung an die Sicherheitsbehörden gipfelte.

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Grünen-Politiker Ströbele: "Terrorist!" oder "Warum sitzt der nicht?" waren nur einige der Zwischenrufe, die sich Grünen-Abgeordnete wie Christian Ströbele im Bundestag von den Unionsbänken anhören mussten.

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Haarige Behauptung: Für den Krumbacher CSU-Landtagsabgeordneten Karl Kling waren "die Grünen die modernen Nazis unserer Zeit", denen man "jedes einzelne Haar herausreißen" werde. Die Äußerung Klings beschäftigte 1986 auch die bayerische Justiz. Der Leitende Oberstaatsanwalt Dr. Stoeckle wollte allerdings kein Verfahren eröffnen: Die Behauptung, die Grünen seien die modernen Nazis unserer Zeit, sei "kein Angriff auf die Menschenwürde".

Foto: Bildarchiv des Bayerischen Landtags
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Blutgrätsche gegen die Grünen: "Hängt die Grünen, solange es noch Bäume gibt!" ließ Fußballstar Mehmet Scholl 1994 als Lebensmotto ins Bayern-Jahrbuch setzen. Nach massiven Protesten musste die Publikation vom Markt genommen werden.

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Was Wissmann wusste: "Ihr Beitrag zur praktischen Politik tendiert gegen Null", befand der CDU-Politiker Matthias Wissmann 1984 nach dem Einzug der Grünen in den Bundestag im Jahr zuvor. Die so gescholtenen legten auf ihrem Parteitag im Dezember 1984 eine Arbeitsbilanz vor: 31 Gesetzesinitiativen hatten sie gestartet, 116 Anträge gestellt, 36 große und 383 kleinen Anfragen an die Bundesregierung gestellt.

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