Schweden-Wahl Duell der Blöcke
Fredrik-Reinfeldt-Plakate in Stockholm: Der Konservative kämpft in einer historischen Abstimmung gegen ein breites Linksbündnis. Gefahr droht auch ihm von rechts - wenn die "Schwedendemokraten" den Sprung ins Parlament schaffen, könnte Reinfeldts bürgerliche Allianz die Mehrheit verlieren.
Reinfeldt mit Kronprinzessin Victoria: Er führt in allen Popularitätsumfragen, weil es ihm gelang, Schweden ohne große Blessuren durch die Krise zu führen.
Die Beliebtheitswerte sind das Problem seiner Gegnerin Mona Sahlin: Die Bürger haben der sozialdemokratischen Parteichefin eine lange zurückliegende Finanzaffäre nicht verziehen. Auch innerhalb der Linken ist die 53-Jährige umstritten.
Gleichzeitig könnte Mona Sahlin eine Premiere gelingen, die ihre Anhängerinnen schon jetzt jubeln lässt: Die Spitzenkandidatin der Sozialdemokraten könnte erste schwedische Ministerpräsidentin werden.
Rechtspopulisten-Chef Jimmie Åkesson: Seine Partei liegt in neuen Umfragen bei knapp acht Prozent. Er punktet mit Stimmungsmache gegen Ausländer - hauptsächlich gegen Muslime.
Åkesson bei einer Wahlkampfveranstaltung in Stockholm: "Das sind nicht einfach Rechtspopulisten", sagt der schwedische Staatswissenschaftler Anders Mellbourn, "sondern Männer aus dem Neonazi-Milieu."
Sie sind Objekt der rechtsnationalen Agitation - muslimische Migrantinnen wie hier im südschwedischen Landskrona. Schon bei den letzten Wahlen erzielten die "Schwedendemokraten" hier einen Erfolg, den ihnen das politische Etablishment nicht zugetraut hatte.
"Kämpft gegen den Rassismus" heißt es auf den Plaketen der Demonstranten. Sie protestieren gegen die "Schwedendemokraten" und ihre ausländerfeindliche Kampagne, die es im liberalen Musterland so noch nicht gegeben hat.