Kunstinstallationen in der Schweiz Horizontal, vertikal, verwunderlich
Felsbilder und Höhlenmalerei gibt es schon seit Tausenden von Jahren. Doch während früher oft Tiere oder Menschen an die Felswände gemalt waren, kann man im Schweizer Safiental nun Zeichnungen übergroßer Computerplatinen bestaunen (rechts im Bild). Sie wurden von der Künstlerin Analia Saban an die Felsen gemalt. Sie will damit früheste menschliche Kulturleistungen in Dialog mit einer der zentralen Schaltstellen unseres Computerzeitalters bringen.
Die Art Safiental findet bereits zum zweiten Mal statt. Diese Installation war schon 2016 dabei - allerdings an einer anderen Stelle. In diesem Jahr wollte das Künstlerduo Com und Com den Besuchern einen neuen Ausblick bieten.
Daher wurde die Bergkanzel nun 25 Kilometer nördlich der ursprünglichen Stelle im alten Steinbruch bei Versam hoch über dem Fluss Rabiusa errichtet.
Wer sich in den stillgelegten Acla-Tunnel hinunterwagt, kann sich selbst beobachten: Das Künstlerduo Gabriela Gerber und Lukas Bardill hat dort eine Videoinstallation montiert, die die Besucher per Infrarotkamera von hinten filmt und das Bild anschließend auf die gegenüberliegende Felswand projiziert.
Das Motto der Ausstellung lautet "Horizontal - Vertikal". Horizontal ist dieses Loch hinter der alten Sennerei von Tenna kaum zu sehen, dafür vertikal. Die Londoner Künstlergruppe DIG Collective hat das 2 mal 2 mal 2 Meter tiefe Loch von Hand ausgegraben.
Die ausgehobene Erde ist in der alten Sennerei zu besichtigen. Am Ende der Ausstellung soll sie wieder ins Loch zurück geschüttet werden.
Ein Kreis aus Schwefel: Oberhalb von Tenna auf einer Wiese leuchtet ein großer Kreis im Sonnenlicht. Er reflektiert das Sonnenlicht und sieht daher so aus, als würde er leuchten. Die Künstlerin Ingeborg Lüscher arbeitet bereits seit mehr als 30 Jahren mit Schwefel.
Fast wie ein echter Mensch sieht die blaue Frauenskulptur der Künstlerin Lita Albuquerque aus. Mit "Transparent Earth" will sie die Weltkugel transparent werden lassen.
Ihre Figur horcht in der Schweiz tief in die Erde hinein - in ein paar Monaten soll eine identische Figur vor der Küste Neuseelands installiert werden.
Eine riesige Betonbadewanne treibt auf dem Egschisee. Der Künstler Bob Gramsma hat die Schale erbaut, während das Seewasser abgelassen war. Als es wieder hineingelassen wurde, wurde sie durch den Wasserdruck angehoben.
Die Skulptur ist mit einem langen Seil am Grund des Sees befestigt und treibt immer an einer anderen Stelle.
Ein silbernes Waschbecken mitten in den Bergen: Die Künstler Paul Barsch und Tilman Hornig haben fünf versilberte Waschbecken in der Landschaft aufgestellt - ein ironischer Hinweis auf die einst als Tiertränken umgenutzten Badewannen. Die Blockflöten sind bespielbar.
Horizontale und Vertikale sind bei diesem Kunstwerk ganz gut verbunden: Eine riesige Schanze lässt den Blick des Betrachters beinahe automatisch von der Horizontalen in die Vertikale schweifen.
Wo ist hier die Kunst, fragt man sich beim ersten Blick auf diese Installation. Doch rein der Anblick des Bildes reicht nicht, um die Installation zu verstehen. Denn in dem kleinen Holzhäuschen sind rund 3000 Honigbienen angesiedelt. Deren Summen übertragen Lautsprecher in Richtung des Rückstaubeckens der Kraftwerke Zervreila bei Wanna. Vor Ort soll sich das anhören wie an einer Motorrennstrecke.