Schweiz Sturm in der Steueroase
Moritz Leuenberger:
Der Schweizer Minister für Umwelt und Verkehr ist begeisterter Blogger - und hat dem Kanton Obwalden vor kurzem Apartheid vorgeworfen. "Ist denn ein Autorennfahrer so viel nützlicher als eine Krankenschwester?", fragt er.
Obwalden:
Der Grund für die harsche Schelte des Ministers: der Plan des Kantons, Sonderzonen für Reiche mit hoher Wohnqualität zu schaffen. Die sollen ihre Villen künftig da bauen dürfen, wo Normalmenschen nie eine Genehmigung bekämen.
Wertvolle Ruhe:
Für immer mehr Top-Manager, Firmeneigentümer und andere Großverdiener gehört es zum guten Ton, in den steuergünstigen Nachbarkantonen zu wohnen, wie hier rund um den Sarnensee.
Privilegierte Lage:
Mit Blick auf die grandiose See- und Berglandschaft will man Grundstücke für Personen reservieren, die entweder hohe Steuererträge einbringen oder Arbeitsplätze schaffen.
Die Verlierer:
Vom Steuerwettbewerb profitieren die Reichen - während Städte wie Zürich (im Bild) oder Luzern ausbluten: In ihnen bleiben die Gutmenschen, Studenten, Ausländer, Schlechtverdienenden und Beamten zurück, die mit ihren vergleichsweise hohen Steuern die allgemeine Infrastruktur bezahlen dürfen.