Absurde Sci-Fi-Monster Flauschig, glitschig oder kopflos
Gekommen, um zu beißen: Eigentlich wären sie die perfekten Haustiere. Auf den ersten Blick sind die "Critters" von 1986 kleine, flauschige Kuscheltierchen aus dem All. Bis sie ihre scharfen Zähne zeigen. Nachdem die aus einem interstellaren Gefängnis entkommenen Allesfresser nach der langen Reise zur Erde erst mal eine Kuh fachgerecht zerlegt haben, entwickeln sie großen Appetit auf Menschenfleisch. Zum Glück eilen galaktische Kopfgeldjäger der kleinen Stadt Grovers Bend zur Hilfe.
Liebhaber vom anderen Stern: Ein Unglück rafft in "I Married a Monster from Outer Space" von 1958 alle Frauen dieser Glubsch-Spezies aus dem Andromeda-Nebel hinweg. Kein Problem, suchen wir uns halt Menschenfrauen, denken sich die vereinsamten Männchen. Da die irdischen Kerle aber sicher etwas dagegen haben, dass sich die Außerirdischen mit ihren Frauen vergnügen, nehmen die Besucher das Aussehen der entführten Erdenmänner an.
Mörderischer Kuss: Heiß und innig presst die schöne "Sil", gespielt von Natasha Henstridge, in Menschengestalt ihre Lippen auf den Mund ihres rabiaten Liebhabers. Der Macho hätte sie besser zärtlicher behandelt - "Sil" rammt ihm kurzentschlossen ihre Monsterzunge durch den Hinterkopf. Sie ist halb Mensch, halb Außerirdische und möchte sich furchtbar gerne fortpflanzen. In "Species" von 1995 erhielten irdische Wissenschaftler die verhängnisvolle Anleitung zur Kreuzung aus menschlicher und außerirdischer DNS per interstellarer Botschaft. Was dabei rauskam, wirkte wie eine Kreuzung aus dem "Predator"-Alien und einem Playboy-Centerfold.
Knuffige Invasoren: In den Weiten des Universums, "wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist", stieß die Crew des Raumschiffs Enterprise unter Captain James T. Kirk auf eine wahrhaft schaurige Bedrohung. Die "Tribbles " sind flauschig, niedlich - und ungeheuer gefährlich. Denn die Dinger vermehren sich in Windeseile und fressen einem die Haare vom Kopf.
Luftiges Urvieh: Ein außerirdischer Vogel im Wolkenkratzerformat terrorisiert im "Angriff der Riesenkralle" von 1957 den Luftraum über New York. Erst als eine Spezialwaffe sein Schutzschild aus Antimaterie knackt, ist für den Flattermann die Freiheit über den Wolken nicht mehr grenzenlos. Der Streifen erwies sich vor allem als ein Angriff auf die Lachmuskeln der Zuschauer. Mit seinem Ziehharmonikahals und dem Irokesenschnitt sorgt der Vogel bis heute für ein Schmunzeln.
Trau keinem Alien: Ein Wissenschaftler lädt in "Zontar. The Thing from Venus" ein Alien auf die Erde ein. Das verspricht im Gegenzug, die Probleme der Menschheit zu lösen - und hat natürlich gelogen. Soviel zur Story von "Zontar. The Thing from Venus" von 1966. Drei Augen und der Teint einer verwesenden Fledermaus machen "Zontar" zu einem echten Schrecken für alle Zuschauer.
Ganz schön kopflos: Enthauptete Leichen von Bergsteigern sorgen für Aufregung im kleinen Örtchen Trollenberg in den Schweizer Alpen. Könnte dies vielleicht etwas mit der ominösen radioaktiven Wolke zu tun haben, die am Berg klebt? Es kann! In der Dunstwolke leben außerirdische Tentakelwesen mit Riesenaugen, die eine Schwäche für Menschenköpfe haben. Soweit die Story von "Die Teufelswolke von Monteville" von 1958.
Wasserscheue Killer: Mit diesen außerirdischen Anhängern der Freikörperkultur nahm es Mel Gibson 2002 in "Signs" auf. Auch wenn die finsteren Invasoren blitzschnell und äußerst angriffslustig waren, hatten sie doch einen Schwachpunkt: Sie reagierten äußerst allergisch auf Wasser. Warum zum Henker die technologisch überlegene Spezies dann ausgerechnet beschlossen hatte, einen Planeten einzunehmen, dessen Oberfläche zu drei Vierteln von Wasser bedeckt ist, erklärte der Film leider nicht.
Unwillkommene Besucher: Alles andere als gastlich präsentiert sich der Mars in "Weltraumschiff MR-1 gibt keine Antwort" von 1959. Nach ihrer Landung müssen sich die Astronauten dort gegen furchteinflößende Marsbestien wehren - wie etwa diese Marionette in Form einer Fledermaus auf Stelzen.
Gigantische Keilerei: Kaum ein Monster, gegen das die japanische Riesenechse Godzilla nicht schon antreten musste. 1994 bekam es das Urvieh dann sogar mit sich selbst zu tun. In "Godzilla gegen Spacegodzilla" kämpft Erstgenannter gegen eine Kristallversion (!) seiner selbst. Wie die entstanden ist? Ins All gelangte Godzilla-Zellen mutierten in einem Schwarzen Loch zu "Spacegodzilla". Logisch, oder?
Zu schlecht, um gut zu sein: Außerirdische und Untote brachte Regisseur Ed Wood 1959 in einem einzigen Film unter. "Plan 9 from outer space" genießt heute Kultstatus - weil Trickeffekte, Schauspieler und nicht zuletzt die Handlung so unglaublich mies sind: Unzerstörbare Untertassen erwecken Tote zum Leben, die mordend durch die Gegend ziehen. Dabei haben die Außerirdischen eigentlich nur Gutes im Sinn - sie wollen die Menschheit von der Fertigstellung einer alles zerstörenden Waffe abhalten.
Kosmische Leihgabe: Kaum weniger krude ist die Handlung des Godzilla-Spektakels "Befehl aus dem Dunkel" von 1965. Astronauten fliegen zu einem neu entdeckten Planeten. Dessen Bewohner haben eine große Bitte: Überlasst uns "Godzilla" und das Flugmonster "Rodan", damit sie für uns das dreiköpfige Monster "King Ghidorah" besiegen. Im Austausch sollen die Menschen das Wissen der Aliens erhalten. In Wirklichkeit aber haben die Außerirdischen ganz andere Pläne: Sie wollen das Wasser der Erde! Nachdem sie die drei Riesenmonster unter Kontrolle haben, wird erstmal zertrampelt, zermatscht und Feuer gespuckt, was das Zeug hält.
Jodeledihü gegen Laserpistolen: Ein beachtliches Staraufgebot ließ Kult-Regisseur Tim Burton 1996 in "Mars Attacks" von Außerirdischen mit Riesengehirnen verheizen - Glenn Close wird von den eroberungsfreudigen Marsianern mit einem Lüster zur Strecke gebracht, Sarah Jessica Parkers Kopf auf einen Hundekörper gesetzt. Die Rettung vor den Anarcho-Invasoren kommt schließlich aus dem Lautsprecher: Das Gejodel im Song "Indian Love Call" von Slim Whitman bringt ihre grauen Zellen zum Platzen. Über Musikgeschmack lässt sich bekanntlich streiten.
Neugier tötet: Manchmal sollte man doch auf die Erwachsenen hören. Zum Beispiel, wenn sie sagen, dass die Stahltür im Keller auf jeden Fall geschlossen bleiben soll. Das lässt sich der Schüler Kevin bei seinem Job als Nachwächter natürlich nicht zweimal sagen und öffnet genau diese Tür. Die "Hobgoblins" aus dem Jahr 1988 machen sich darauf auf Mördertour, in dem die schlechten "Gremlin"-Verschnitte mit telepathischen Kräften erst die Träume ihrer Opfer scheinbar wahr machen und dann brutal zuschlagen. Wobei "brutal" relativ ist, da sie eigentlich nur starre Plastikpuppen sind, die bei Kampfszenen aus dem Off ins Bild geworfen werden.
Haaa-tschüß! 1953 landeten die Marsianer auf der Erde und zogen schnurstracks ihre Eroberungspläne durch. Im "Kampf der Welten" nützen den Menschen weder Panzer noch Raketen noch die Atombombe. Doch ausgerechnet winzige Viren machen den Invasoren den Garaus: Das Immunsystem der allmächtigen Marsianer ist einem zünftigen irdischen Infekt nicht gewachsen. 2005 drehte Steven Spielberg die Neuauflage "Krieg der Welten".
Geniale Kampfszene: An Bord des Hippie-Raumschiffs "Dark Star" (1974) büxt dieses Alien einfach aus. Crewmitglied Pinback soll den Ball mit Entenfüßen wieder einfangen. Mitten in einem Aufzugschacht kommt es dann zur Entscheidungsschlacht - bei dem der lebende Wasserball aber zu unfairen Mitteln greift: Ohne jede Gnade kitzelt das Alien Pinback durch.
Menschenfleischfressende Pflanzen: Den Schrecken aller Vegetarier setzte 1962 der Streifen "Blumen des Schreckens" in Szene: riesige Killerpflanzen. Die schlimmsten Töchter aus dem Reich der Flora entwurzeln sich selbst, bewegen sich erstaunlich flink fort und versprühen Gift. Ihre Jagd auf die Zweibeiner wird dadurch beträchtlich erleichtert, dass sowieso gerade die meisten Menschen nach dem Betrachten von Meteoritenschauern erblindet sind.
Tödlicher Spaß: Da bleibt einem das Lachen förmlich im Halse stecken. 1988 landet in "Space Invaders" ein außerirdischer Zirkus im kleinen Städtchen Crescent Cove Kalifornien. Und die Killerclowns an Bord haben die Menschen zum Fressen gern. Mit ihren Waffen verpuppen sie ihre Opfer in Kokons aus Zuckerwatte, um sie mit Genuss zu verspeisen.
Trickeffekte des Grauens: Godzilla bekam 1967 durch das außerirdische Riesenhuhn "Guilala" Konkurrenz. "Guila. Frankensteins Teufelsei", wie der deutsche Titel lautet, unterbot die tricktechnische Qualität der Godzilla-Filme noch einmal deutlich - Respekt! Eher unter- als außerirdisch war auch die Story: Ein Raumschiff durchfliegt das All und wird von einem UFO mit Dreck beschmiert. Aus einer davon zur Erde mitgebrachten Probe schlüpft "Guilala", ein riesiges Monster mit Antennen auf dem Kopf, glühenden Glubschaugen und viel Zorn im kugelrunden Bauch.
Faule Eier: Für nachhaltige Magenbeschwerden sorgen die außerirdischen Eier, die Wissenschaftler in diesem Film im Frachtraum eines herrenlosen Schiffes finden. Kaum schaut sich bei "Astaron Brut des Schreckens" von 1980 ein Schauspieler die komischen Dinger genauer an, fliegt ihm der säurehaltige Inhalt um die Ohren. Es kommt noch schlimmer: Sekunden später explodiert der Körper des Unglücklichen. "Astaron" heißt die einäugige Legehenne vom Mars, der die Kinozuschauer diesen Trash-Film verdanken.
Spinnerei: 1975 setzte der amerikanische Kult-Regisseur Bill Rebane mit dem "Angriff der Riesenspinne" Standards. Weniger wegen der vielen unschuldigen echten Spinnen, die in seinem Trash-Streifen zur Teilnahme gezwungen wurden. Sondern wegen der künstlichen Riesenarachnide, die auf ihren acht Beinchen so ungeschickt herumstakst, dass es fast zu Tränen rührt. Und nur der Vollständigkeit halber: Ja, natürlich entstammt das Monster einem Meteoriten.
Weltzerstörung ganz ladylike: Definitiv weiblich ist die unheimliche Besucherin in "The Astounding She-Monster" von 1957. Das Wesen aus dem Weltall im hautengen Ganzkörperanzug strahlt allerdings nicht nur Attraktivität, sondern auch Radioaktivität aus. Ihre bloße Berührung tötet. Erst nachdem die holde Invasorin diverse Erdlinge aus dem Weg geräumt hat und schließlich selbst stirbt, kommt heraus: Sie wollte nur Kontakt aufnehmen und wusste gar nicht, wie tödlich sie war.
Götterspeise des Todes: 1958 spielte Steve McQueen seine erste Hauptrolle im Streifen "Blob Schrecken ohne Namen". Die Riesen-Amöbe aus dem All war bei Betrachtung seiner Herstellung beim Dreh alles andere als bedrohlich: Zwei Gallonen flüssiges Silikon, der Dramatik halber nach dem Verschlingen des ersten Opfers blutrot eingefärbt, und fertig war das Monster. Viele Szenen wurden in Miniatur gedreht, weil so die Silikonmasse einfach besser floss. In anderen Szenen schmierten die Tricktechniker den roten Glibber stattdessen auf einen Wetterballon, der dann durch sein Auf- und Abschwellen dem "Blob" scheinbar Leben verlieh.
Marsianische Weihnachten: Wenn finstere Mächte am Werk sind und Unschuldige leiden müssen, dann kann nur einer helfen: der Weihnachtsmann. Im Streifen "Santa Claus Conquers the Martians" von 1964 beschenkt Santa Claus, freundlich, wie er ist, auch die Kinder auf dem Mars. Der marsianische Weihnachtsmuffel "Voldar" versucht dagegen, den ganzen Spaß zu stören. Bis der Böse besiegt ist und Santa zur Erde zurückkehren kann, muss der Zuschauer einige der wohl miesesten Filmszenen ertragen, die je gedreht worden sind.
Säure macht lustig: 1979 brauchte es mit Sigourney Weaver eine starke Frau, um das "Alien" (links) zur Strecke zu bringen. Diese außerirdische Spezies hat es in sich: Säure als Blut, einen Schwanz, mit dem es seine Opfer durchbohrt, und einen ausgeprägten Killerinstinkt. Also kein Wunder, dass es 2004 in einem Crossover mit dem ebenso aggressiven "Predator" (rechts) die Klingen, äh, Krallen kreuzen durfte.
Alien on the rocks: Manchmal ist es besser, die Dinge ruhen zu lassen. Gegebenenfalls metertief unter dem ewigen Eis - wenn es ein außerirdisches Raumschiff ist. Dummerweise graben in "Das Ding aus einer anderen Welt" von 1951 Polarforscher ein auf Eis gelegtes Alien aus und bringen es in ihre Station. Aufgetaut tut das Ding, was Science-Fiction-Monster eben so tun: gnadenlos Menschen töten.
Nach der Landung Schlägerei: Die Mannschaft des Raumschiffes "Argos" bekommt es 1965 in "Planet der Vampire" auf dem Planeten Aura mit einem besonders heimtückischen Gegner zu tun - körperlose Außerirdische übernehmen die Kontrolle der toten und noch lebenden Menschen. Außer diesen abstrusen Weltraum-Vampiren bietet der Streifen vor allem gekünstelte Schreie und Grimassen in Hülle und Fülle.