Seattle Die Wiege des Grunge
Die Skyline von Seattle: Die Drei-Millionen-Metropole an der US-Westküste hat einen fürchterlichen Ruf, wenn es ums Wetter geht. Dafür einen umso besseren, wenn es um Musik geht.
Denn auch 23 Jahre nach dem Tod von Nirvana-Frontmann Kurt Cobain ist die Musikszene der Stadt quicklebendig.
Ein neues Festival soll mit dafür sorgen, dass das auch so bleibt: Beim Upstream Music Fest soll sich ab diesem Sommer einmal pro Jahr alles um die musikalische Zukunft des amerikanischen Nordwestens drehen.
Dass Musik für die "Emerald City", wie Seattle aufgrund der vielen Grünflächen oft genannt wird, wichtig ist, zeigen nicht nur die vielen Musikplakate in der Stadt.
Andenken an berühmte Künstler, wie diese Jimi-Hendrix-Statue an der Ecke Pine Street und Broadway gibt es viele.
Die Pike Street in Capitol Hill hat nicht nur regenbogenfarbene Zebrastreifen, sondern auch Plattenläden, alte Live-Klubs und schmuddelige Dive-Bars.
Die Comet Tavern zum Beispiel ist einer dieser urigen Pubs, in denen man am Tresen sitzt, sich das Bier schmecken lässt und Gitarrentönen lauscht.
In Downtown ragt die berühmte Space Needle in den Himmel.
Gleich daneben glitzert das Museum of Pop Culture in der Sonne. Von außen ist es einer zertrümmerten Gitarre von Jimi Hendrix nachempfunden. Und auch innen gibt es viele Gitarren - wie etwa diese berühmte Skulptur.
Fast jeder hat in Seattle eine besondere Beziehung zu Musik: Im Uni-Viertel Capitol Hill schenken im Caffé Vita Mädchen mit Nasenringen zu Led Zeppelin Milchkaffee ein.
Und noch eine Band, die den Grunge großgemacht hat: Pearl Jam.
Der alte Proberaum der Band befindet sich unter der Schmiedewerkstatt Black Dog Forge.
Und er kann noch heute besichtigt werden, bei einer Stadtführung zum Beispiel.
Gitarrist Mike McCready steht immer noch gerne auf der Bühne - auch als Produzent. Beim Auftritt der Band Thunderpussy hält er seine alte Fender in der Hand und spielt mit ein paar Musikerfreunden alte Hits.
Thunderpussy beweisen: Seattle klingt immer noch laut und dreckig. Im völlig überfüllten Keller des Comedy Underground trinken im Publikum Frauen mit grünen Haaren Dosenbier.
Die Sängerin im Glitzer-Outfit gibt auf der Bühne alles. Es ist ein Abend, der sich wie eines der spontanen Kellerkonzerte der Neunziger anfühlt: laut, verschwitzt, familiär.