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SED-Kirchenspende Wie Honecker sich am Volkseigentum vergriff

Niemand durfte es erfahren: 1985 ließ Erich Honecker ein Stück aus einem Nationaldenkmal der DDR reißen - und schickte es in den Westen. Ausgerechnet, um damit den Bau einer Kirche im westdeutschen Hamm zu unterstützen. Seine Partei forderte Stillschweigen über die Angelegenheit.
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Unesco-Welterbe: Die Wartburg bei Eisenach gilt bereits seit dem 19. Jahrhundert als nationales Denkmal der Deutschen. Umso verfänglicher war es für das SED-Regime, als Honecker beschloss, ein Element des Gebäudes als Beitrag zu einer Symbolwand in einer westdeutschen Kirche zu entnehmen.

Foto: Martin Schutt/ dpa
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Corpus delicti: Eine Detailaufnahme des Doppelkapitells von der Wartburg bei Eisenach, die Honecker dem Westen spendete. In der Burg selbst wurde anstelle des entnommenen Kapitells eine Kopie eingesetzt.

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Aufregung um die SED-Spende: Das von Erich Honecker gespendete Doppelkapitell - hier auf einem Foto aus der Festschrift zur Einweihung der Kirche im jahr 1986 - findet einen festen Platz in der Symbolwand der Marienkirche. Die Spende sorgte jedoch für Spannungen - so lehnten es einige der anderen Spender ab, dass die von ihnen gestifteten Architektursteine neben dem Beitrag Honeckers aufgehängt wurden.

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Protokoll des Unglaublichen: Protokoll für die Übergabe des Doppelkapitells aus dem 13. Jahrhundert, das 1985 als Geschenk Erich Honeckers für die St.Marien-Kirche im westdeutschen Hamm von der Wartburg entnommen wurde.

Foto: Klaus Taubert
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Wartburg: Die Burganlage, aufgenommen um 1900, wurde der Sage nach von Ludwig II. errichtet.

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PR-Aktion Kirchenspende: Zur Einweihung der katholischen Kirche St. Marien am 13. Dezember 1986 brachte die Gemeinde diese Festschrift heraus. Hermann Kalb hatte nach Übergabe des Kapitells aus der Wartburg das Heftchen daheim in der DDR angekündigt als "Buch, das in größerer Auflage herausgegeben wird".

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"Ich bitte Sie, diese Information vertraulich zu behandeln": Der Direktor der Wartburg-Stiftung, Werner Noth, wird in diesem Schreiben von Hermann Kalb, dem damaligen Stellvertreter des Staatssekretärs für Kirchenfragen, zum Schweigen über das großzügige Geschenk Erich Honeckers an die katholische Kirche in Hamm-Heessen aufgefordert. Die Spende stand in Widerspruch zu der kirchenkritischen Haltung des SED-Regimes.

Foto: Klaus Taubert
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Staatsbesuch bei der Wartburg: Am 21. April 1983, im Jahr des 500. Geburtstags von Martin Luther, der auf der Wartburg einst die Bibel übersetzt hatte, hatte Erich Honecker das geschichtsträchtige Bauwerk bei Eisenach besucht. Zwei Jahre später ließ er ein Doppelkapitell des Gebäudes als Spende für den Bau der St.Marien-Kirche in Hamm entfernen.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1983-0421-414

Foto: Das Bundesarchiv/Klaus Franke
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Burgrundgang: Erich Honecker und weitere Mitglieder der Partei- und Staatsführung der DDR bei der festlichen Wiedereröffnung der Wartburg am 21. April 1983. Rechts steht Gerald Götting, Vorsitzender der CDU, der zweite von rechts ist Landesbischof Werner Leich.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1983-0421-427

Foto: Das Bundesarchiv/Klaus Franke
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Kirchenvorstand zu Besuch in der DDR: Bereits am 6. März 1978 brach Honecker, zweiter von rechts, mit der strikten Abgrenzung des SED-Regimes von der Kirche, als er sich mit dem Vorstand der Konferenz der Evangelischen Kirchenleitungen in der DDR traf.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-T0306-0025

Foto: Das Bundesarchiv/Peter Koard
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