Seefahrt Showdown in der Haifischbucht
Tarnung als russischer Frachter: Der Hilfskreuzer Kormoran mit seiner ersten Tarnung als sowjetisches Motorschiff "Vicheslav Molotof". Mehrere Male kam es im Atlantik zu Treffen mit deutschen U-Booten.
Das Wrack in 2560 Metern Tiefe: Ein Sonarbild des Wracks der "Kormoran" in 2560 Metern Tiefe. Mit der sensationellen Entdeckung sind die Australier jetzt einem der letzten großen Mysterien des Zweiten Weltkriegs auf der Spur. Wie hat es das bewaffnete Handelsschiff geschafft ein modernes Kriegsschiff zu versenken?
Der Hilfskreuzer vor seinem Umbau: Die Kormoran war ein bewaffnetes Handelsschiff. Gebaut wurde es 1938-1939 in der Germaniawerft in Kiel. Vor dem Krieg fuhr das 8736 Bruttoregistertonnen große Dieselelektroschiff unter der Flagge der Hamburg Amerika Linie HAPAG und hatte den Namen "Steiermark". Es wurde Anfang 1940 bei der Deutsche Werft AG in Hamburg-Finkenwerder zum Hilfskreuzer umgebaut und am 9. Oktober 1940 als "Handelsstörkreuzer" in Dienst gestellt.
Der leichte Kreuzer Sydney: Triumphale Heimkehr der "Sydney" vom Kriegsschauplatz Mittelmeer, im Februar 1941. Im Hintergrund die berühmte Harbour Bridge ihres Heimathafens Sydney.
Vielleicht der letzte Überlebende: Der ehemalige Matrose Edmund Buttner, der auf der legendären "Kormoran" diente, heute. Bis 1990 trafen sich die Überlebenden der Seeschlacht in der "Haifischbar" in Hamburg. Der letzte ihm bekannte Kamerad starb vor einem Jahr.
Besatzung in Uniform: Ein Gruppenfoto der "Kormoran"-Besatzungsmitglieder in Uniform. Edmund Buttner steht in der oberen Reihe (2.v.l.).
Wellenbad an Bord der "Kormoran": Das Kontrastprogramm zum Kriegsalltag an Bord des Hilfskreuzers war das selbstgebaute Schwimmbad. Die Besatzung baute einen Seewassertank in eine der Ladeluken des ehemaligen Frachtschiffs. Bei etwas stärkerem Seegang wurde aus dem Schwimm- ein echtes Wellenbad.
Aufklärungsflugzeuge der "Kormoran": Der Hilfskreuzer führte zwei Bordflugzeuge vom Typ Arado 196 mit. Mit zusammengefalteten Tragflächen wurden die Flugzeuge an Bord verstaut. Da es kein Katapult zum Abschießen gab, mussten sie mühsam mit dem Ladebaum ausgesetzt und später wieder an Bord zurückgeholt werden.
Versorgung eines U-Bootes: Mit einer schwimmenden Schlauchleitung versorgt die "Kormoran" ein aufgetauchtes deutsches U-Boot mit Öl. Mehrere Male traf die "Kormoran" auf im Atlantik operierende U-Boote.
Äquatortaufe: Der gerahmte Taufschein für die Äquatorüberquerung von 1941 hängt noch in der Wohnung von Edmund Buttner. Die Äquatortaufe ist ein weltweit übliches Ritual von Seeleuten, wenn ein Besatzungsmitglied oder ein Passagier zum ersten Mal den Äquator überquert. Der Täufling wird von einem Offizier, der den Meeresgott Neptun darstellt, gereinigt, erhält einen see- oder wetterbezogenen Scherznamen und bekommt eine Urkunde verliehen. Der Brauch hat seinen Ursprung in der Zeit der Entdeckungsreisen der Portugiesen, die beim Überschreiten des gefürchteten Äquators ihren Mut und ihre Gläubigkeit durch eine Taufe bekräftigen wollten.
Matrose auf der "Kormoran": Gerade einmal 19-jährig kam Edmund Buttner auf den Hilfskreuzer "Kormoran". Hier ein Portrait des jetzt 87-Jährigen aus seiner Zeit als Matrosen-Gefreiter zu Beginn des Zweiten Weltkriegs.
Haijagd auf der Kormoran: Der erste geangelte Meeresräuber wird zur Sensation. Mit einer Axt eilt ein Mitglied der Besatzung herbei, um dem Hai den Garaus zu machen.
Versenkung eines Tankers: Der kleine unter britischer Flagge fahrende Tanker "Agnita" (3561 Bruttoregistertonnen) wird nach der Übernahme der 38 Mann starken Besatzung durch ein Sprengkommando versenkt.
Letzter Überlebener: Edmund Buttner in seiner Küche in Witten Annen. Im Hintergrund das Bild der Kormoran. Auf dem Tisch liegen die Bücher und Fotos.
Erholung an Bord: Auch auf dem Hilfskreuzer wurde turnusmäßig Erholungsurlaub gewährt. Wer einen Urlaubsschein besaß, brauchte sich um nichts mehr zu kümmern und genoß in der Hängematte für kurze Zeit das Leben eines Kreuzfahrt-Passagiers.
Kormoran auf Hoher See: Das undatiertes Gemälde eines Hamburger Malers, auf dem der deutsche Hilfskreuzer "Kormaran" bei seinem Einsatz auf hoher See im Zweiten Weltkrieg abgebildet ist. Im Hintergrund ist der brennende Kreuzer "Sydney" zu sehen. Das Bild schmückt die Küche des möglicherweise letzten Überlebenden, Edmund Buttner (87).
Rettung der Kormoran-Besatzung: Das australische Passagierschiff "Centaur" schleppt die Überlebenden der Seeschlacht in der Haifischbucht ab.
Rettung der Besatzung: Schiffbrüchige der Kormoran wurden von australischen und britischen Schiffen, wie der Aquitania, aufgenommen und an Land gebracht. Der Zustand der meisten war äußerst schlecht. Tagelang trieben die Überlebenden der Seeschlacht in Rettungsbooten im Indischen Ozean. Viele standen vor dem Verdursten, erlitten Sonnenbrände und Salzgeschwüre.
Rettungsboot der "Kormoran": Der Hilfskreuzer wurde im Gefecht mit dem Kriegsschiff "Sydney" so schwer beschädigt, dass er aufgegeben werden musste. 81 Besatzungsmitglieder waren gefallen oder ertrunken. 317 Überlebende verteilten sich auf elf Rettungsboote.
Gruppenfoto: Mannschaftsdienstgrade im australischen Gefangenenlager. Edmund Buttner sitzt in der unteren Reihe (1.v.l.).
In Gefangenschaft: Gruppenfoto der Mannschaftsdienstgrade der Kormoran. Die Matrosen waren getrennt von den Offizieren im australischen Gefangenenlager "Graytown" im Süden Australiens inhaftiert. Edmund Buttner sitzt in der unteren Reihe (3.v.r.).