Seegfrörne am Bodensee: Als die Massen übers Wasser gingen - DER SPIEGEL
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Jahrhundertereignis Seegfrörne Als die Massen übers Wasser gingen

Volksfest auf dünnem Eis: 1963 fror der Bodensee das letzte Mal vollständig zu. Zehntausende strömten auf die spiegelglatte Fläche. Sie überquerten den See auf Schlittschuhen, Pferden oder gleich im Auto. Manche bezahlten das Abenteuer mit ihrem Leben.
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Halleluja! Drei Nonnen haben 1963 Spaß auf dem zugefrorenen Bodensee. Das Naturereignis, das sich in dem Jahr zum letzten Mal ereignete, wird im Volksmund Seegfrörne genannt.

Foto: Markus Wunderlin
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Schaulustige: Das seltene Schauspiel des zugefrorenen Bodensees zog Tausende Neugierige an. Wurstbuden sorgten für die Verpflegung.

Foto: Markus Wunderlin
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Querfeldein: Zum Überqueren des zugefrorenen Bodensees war den Schaulustigen 1963 jedes Hilfsmittel recht. Fahrräder, Schlitten und natürlich Schlittschuhe kamen zum Einsatz.

Foto: Jakob Hättig/Stadtarchiv Friedrichshafen
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Im Anflug: Eine Sportmaschine setzt 1963 zur Landung auf dem zugefrorenen Bodensee an.

Foto: Wolfgang Dongowski/Zeppelin Museum Friedrichshafen
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Gefahr auf dem Eis: Die schier endlose Eisfläche wurde stellenweise immer wieder von Rissen durchbrochen. Beim Überqueren knirschte und knackte das Eis manchmal. Mehrere Menschen brachen ein und ertranken.

Foto: Markus Wunderlin
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Eingefroren: Im Konstanzer Hafen sind 1963 die am Steg liegenden Boote manövrierunfähig.

Foto: Markus Wunderlin
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Eisprozession: Bei einer Seegfrörne ist es seit 1573 Brauch, eine Holzbüste des Heiligen Johannes vom schweizerischen Münsterlingen auf der einen Seeseite über das Eis zur anderen Seite ins deutsche Hagnau zu tragen. Bis zur nächsten Seegfrörne verbleibt die Büste dann an dem jeweiligen Zielort. Am 12. Februar 1963 wurde die Büste von Hagnau wieder nach Münsterlingen gebracht und wartet dort seitdem auf ihre nächste Eisüberquerung.

Foto: dpa
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Seegfrörne: Der Bodensee misst an seiner tiefsten Stelle 254 Meter. Doch bei einer Seegfrörne wird das Eis bereits mit wenigen Zentimetern Dicke tragfähig. An den tiefsten Stellen des Sees werden dann Eisdicken bis zu einem Meter gemessen.

Foto: Markus Wunderlin
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Schlittschuhspaß: Die seltene Seegfrörne ermunterte manche Menschen dazu, Rekorde aufzustellen. So umrundeten zwei junge Schlittschuhfahrer den See auf Schlittschuhen. Die Strecke von 160 Kilometern legten sie in 35 Stunden zurück.

Foto: Markus Wunderlin
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Übers Wasser gehen: Das seltene Ereignis lassen sich die Nonnen nicht entgehen. Nur alle Jubeljahre friert der 536 Quadratkilometer große Bodensee vollständig zu. Lediglich 33 Seegfrörne sind seit dem Jahr 875 überliefert.

Foto: Markus Wunderlin
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Fußmarsch: Tausende marschieren 1963 über die geschlossene Eisdecke des Bodensees. Bis zu 60.000 Menschen sollen an manchen Tagen auf dem Eis gewesen sein.

Foto: Markus Wunderlin
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Himmlischer Ausflug: Damit der Bodensee zufriert, müssen mehrere Klimafaktoren zusammenkommen, darunter ein früher und kalter Winter sowie Kaltluft von Osten. Ab Anfang Februar 1963 war es so weit und der See konnte von Deutschland bis zur Schweiz überquert werden.

Foto: Markus Wunderlin
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Bizarre Eisformationen: Die Eisdecke des Sees war ständig in Bewegung, so dass sich an manchen Stellen Eisschollen auftürmten. Während im Bild Formationen von maximal einem Meter Höhe zu sehen sind, sollen sie zum Teil sogar bis zu sieben Meter hoch gewesen sein.

Foto: Markus Wunderlin
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Eislandschaft: Im besonders kalten Winter 1962/63 froren zuerst die Seitenarme des Bodensees zu, danach folgte die große Fläche, der sogenannte Obersee.

Foto: Markus Wunderlin
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Dampfschiffe im Eis: Auch im Jahr 1891 war der Bodensee zugefroren.

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Holztransport: Der zugefrorene Bodensee im Jahr 1891. Hier werden gerade Baumstämme über den See transportiert.

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Eismeer: Das Bild von Zeitzeuge Julius Pietruske mutete an wie ein Gemälde von Caspar David Friedrich. Ein Wanderer steht am Rande des Eismeers und blickt in die Ferne.

Foto: Julius Pietruske/Zeppelin Museum
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