Seekrieg Kaperfahrt unterm Hakenkreuz
"Admiral Graf Spee": Der deutsche Panzerkreuzer versetzte die Royal Navy in helle Aufregung. Die britischen Frachter hatten dem hochmodernen und schnellen Kriegsschiff wenig entgegenzusetzen. Binnen zwei Monaten versenkte die "Spee" neun Handelsschiffe und störte den Seehandel zwischen Großbritannien und Argentinien empfindlich.
Flinker Panzerkreuzer: Die "Spee" im Juni 1939 im Hamburger Hafen. Das 186 Meter lange und rund 22 Meter breite Kriegsschiff konnte eine Höchstgeschwindigkeit von 28,5 Knoten (etwa 53 Kilometer pro Stunde) erreichen - dank der Kraft seiner 55.400-PS-Dieselmotoren.
Flottenparade: Ankunft des deutschen Expeditionskorps "Legion Condor" in Hamburg auf Schiffen der "KdF"-Flotte. Zum Ehrengeleit der Legion gehört auch das Panzerschiff "Admiral Graf Spee", zu sehen im Vordergrund. Von 1936 bis 1937 war die "Spee" Flottenflaggschiff und wurde für maritime Sicherungsaufgaben auch während des Spanischen Bürgerkrieges eingesetzt. Das Foto stammt von Juni 1939.
Stapellauf: Die "Spee" wurde am 1. Oktober 1932 bei der Reichsmarinewerft in Wilhelmshaven auf Kiel gelegt. Die Baukosten für das Schiff betrugen rund 82 Millionen Reichsmark.
Manöver vor dem Krieg: Die "Admiral Graf Spee" passierte am 20. April 1939 an der spanischen Küste den Ärmelkanal. Die Marineoffiziere gingen an Deck, um sich das britische Flugzeug anzusehen, von dem aus das Schiff fotografiert wurde.
Hans Langsdorff: Der Kapitän der "Spee" zerbricht an der Entscheidung, sein Schiff versenken zu müssen anstatt heroisch in einem Seegefecht unterzugehen. Wenige Tage nach der Selbstzerstörung seines Schiffes erschießt er sich in einem Hotelzimmer in Buenos Aires. Damit wird der Kapitän weltberühmt - zu seiner Beerdigung auf dem deutschen Friedhof in Buenos Aires kommen Tausende Menschen.
"HMS Exeter": Das beschädigte britische Kriegsschiff läuft im Februar 1940 im Hafen von Plymouth ein. Der Schwere Kreuzer "Exeter" hatte gemeinsam mit den zwei weiteren Kreuzern am 13. Dezember 1939 den deutschen Panzerkreuzer "Admiral Graf Spee" angegriffen - und war im Gefecht schwer getroffen worden.
Rückkehr: Ein britisches Crewmitglied der "HMS Exeter" freut sich am 14. Februar 1940 über die sichere Heimkehr in den Hafen von Plymouth. Der deutsche Panzerkreuzer "Admiral Graf Spee" hatte bei der Schlacht am 13. Dezember 1939 die "Exeter" getroffen. Das britische Kriegsschiff musste sich schon eine halbe Stunde nach Beginn des Gefechts zurückziehen.
Filmreifer Sieg: Die Seeschlacht wurde unter dem Titel "The Battle of the River Plate" (deutsch: "Panzerschiff Graf Spee") in Großbritannien verfilmt. Das Drama thematisierte damit den ersten bedeutenden Sieg der britischen Marine im Zweiten Weltkrieg. Das Foto zeigt einen Ausschnitt aus dem Film von 1956.
Letzte Reise: Särge gefallener Crew-Mitglieder der "Admiral Graf Spee" an Bord eines deutschen Hilfstransporters am 15. Dezember 1939 . 36 Deutsche und 72 Briten waren während des ersten Seegefechts des Zweiten Weltkrieges am 13. Dezember 1939 gefallen.
Anteilnahme in Montevideo: Hunderte Zuschauer erweisen gefallenen deutschen Seeleuten der "Admiral Graf Spee" auf den Straßen von Uruguays Hauptstadt in Montevideo die letzte Ehre.
Hartes Ultimatum: Kapitän Hans Langsdorff (M.) im Gespräch mit dem deutschen Gesandten aus Montevideo, Otto Langmann (l.), der eine Sprengung der "Spee" empfohlen hatte. Die Behörden Uruguays hatten auf Drängen Großbritanniens gefordert, dass das deutsche Schiff Uruguay binnen 72 Stunden wieder verlässt. Bis dahin konnte es nicht repariert werden - Langsdorff entscheidet sich daher nach Ablauf der Frist, die "Spee" zu versenken.
Rückzug: Die nach der Schlacht stark angeschlagene "Spee" flieht in den Hafen in Montevideo - denn Uruguay ist während es Zweiten Weltkriegs neutral.
Gustav Dittrich: Der frühere Matrosenobergefreite 2004 im Lager von Capilla Vieja bei Villa General Belgrano. In der argentinischen Kleinstadt nahe Cordóba wurden 1939 viele der Besatzungsmitglieder der "Graf Spee" interniert. Gustav Dittrich kehrte nach dem Krieg freiwillig hierhin zurück und traf sich bis zu seinem Tod 2008 regelmäßig mit anderen "Ex-Speelern" zum Stammtisch.
Selbstzerstörung: Die "Spee" am 14. Dezember 1939 im Hafen von Montevideo in Uruguay. Die Besatzung versenkte das 12.000 Tonnen schwere Kriegsschiff selbst, nachdem es in der ersten Seeschlacht des Zweiten Weltkrieges einen Tag zuvor kampfunfähig geworden war. Der deutsche Kapitän wollte damit vermeiden, dass das hochgerüstete Schiff in die Hände der Briten fiel.
Der Untergang: Von kaum einem sinkenden Kriegsschiff wurden wohl mehr Fotos gemacht - Tausende Schaulustige beobachten in der uruguayischen Metropole Montevideo, wie die "Spee" langsam versinkt. Die deutsche Besatzung ist zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Weg ins deutschfreundliche Argentinien.
Beginn eines Mythos: Am 17. Dezember 1939 detonierten abends die Munitionskammern der "Spee". Ein Sprengkommando hatte zuvor Zeitzünder an Bord angebracht. Drei Tage brannte der Panzerkreuzer, bevor er versank - die Bilder vom brennenden Schiff gingen um die Welt und waren der Beginn eines patriotisch verklärten Mythos.
Verbotene Bergung: Es dauerte Tage, bis die "Spee" auf den Grund des Rio de la Plata gesunken war, wo sie auch heute noch liegt. Bergungspläne wurden verworfen, doch immer wieder wurden einzelne Wrackteile gehoben - zum Ärger mancher Uruguayer. Denn auf der Jagd nach nationalsozialistischen Devotionalien reisten in den vergangenen Jahren noch Souvenirjäger aus aller Welt an, bis die Regierung in Montevideo weitere Bergungen untersagte.
Untergang: Die Entscheidung, die "Spee" zu versenken statt das Risiko einzugehen, dass die hochmoderne Kriegstechnik an Bord in die Hände der Gegner fällt, fiel Kapitän Langsdorff nicht leicht.
Beerdigung von Langsdorff: Fregattenkapitän Carl Klepp (v.l.n.r) sowie die Korvettenkapitäne Klaus Ascher und Jürgen Wattenberg. Carl Klepp und Jürgen Wattenberg flohen 1940 gemeinsam aus dem Internierungslager und gelangten nach Deutschland zurück. Wattenberg wurde dann U-Boot-Kommandant.
Dieses Bild erschien in einer Tageszeitung von Buenos Aires.
Letzte Ehrerweisung für Langsdorff: Aufbahrung des Sarges vor der Beisetzung auf der Deutschen Sektion des La Chacarita Friedhof in Buenos Aires am 21. Dezember 1939. Links neben dem Sarg steht Korvettenkapitän und Leitender Ingenieur der "Graf Spee" im Jahre 1939, Carl Klepp. Rechts: Korvettenkapitän Jürgen Wattenberg.