Selbstmorde nach der Wende Die Toten der friedlichen Revolution
Der Tatort: Am Vormittag des 8. November 1989 nahm sich ein Hauptmann der Staatssicherheit in seinem Dienstzimmer das Leben. Die Aufnahme zeigt den Arbeitsplatz des Hauptmanns im Schulungszentrum des Staatssicherheitsdiensts für Auslandsagenten. Auf dem Tisch liegt sein Abschiedsbrief.
Der Abschiedsbrief: "So kann ich nicht weiterleben. Wo ist die Partei? Fast 25 Dienstjahre! Umsonst? Unter einem unfähigen Abteilungsleiter zu arbeiten und Kraft zu vergeuden, hinundher gestoßen zu werden halte ich nicht länger aus. Es braucht mich Niemand mehr", schrieb der Hauptmann in seinem Abschiedsbrief.
Tatort-Untersuchung: Nachdem das verschlossene Dienstzimmer mit einem Generalschlüssel geöffnet worden war, war auf den ersten Blick noch nicht zu erkennen, was sich ereignet hatte. Die Markierungspfeile zeigen den Dienstausweis und Autoschlüssel (1), den Platz der abgestellten Tasche (2) und den Zimmerschlüssel (4). Der Hauptmann hatte sich versteckt hinter einem Pfeiler (3) erhängt.
Gabriele Bäurich: Die DDR-Bürgerin Gabriel Bäurich beging im Alter von 20 Jahren Selbstmord - nachdem ihr Gesuch, ihren westdeutschen Velobten zu heiraten und mit ihm in der Bundesrepublik leben zu dürfen, abgelehnt worden war.
Ljudmila Schiwkowa: Die Tochter des bulgarischen Diktators Todor Schiwkow, Ljudmila Schiwkowa, starb 1981. Zunächst wurde als Todesursache "Gehirnblutung infolge von Überarbeitung" angegeben. Erst viele Jahre nach dem Mauerfall kam die Wahrheit ans Licht, dass auch sie Suizid begangen hatte.
Wolfgang Junker: Der DDR-Minister für Bauwesen, Wolfgang Junker (Foto von 1978), saß im Januar und Februar 1990 wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch in Untersuchungshaft. Am 9. April nahm er sich in der Zelle das Leben.