Senta Berger - DER SPIEGEL
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Senta Berger Feministin und Steinzeit-Eva

Von der Parodie zum verbalen Softporno: Eigentlich war es nur eine harmlos-vergnügliche Fabel einer italienischen Feministin, in der Senta Berger die Hauptrolle übernahm. Doch als der Film in Deutschland herauskam, wurde es schmuddelig.
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Blonde Steinzeit-Eva: Im italienischen Original war der Film "Als die Frauen noch Schwänze hatten" eine harmlose Blödelei. In der deutschen Synchronfassung waren aus den Texten allerdings dumme, vulgäre, spießig-pornografische Texte geworden. Senta Berger weigerte sich deshalb, den Film auf Deutsch zu synchronisieren.

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Adam und Eva: Senta Berger mit ihrem Filmpartner Guliano Gemma in dem 1970 gedrehten Film "Als die Frauen noch Schwänze hatten". Gemma hatte bereits in vielen Italo-Western mitgespielt und das italienische Publikum liebte ihn. Auch Senta Berger, die "Steinzeit-Eva", war begeistert von ihrem "Adam", dem klassischen Helden, den sie kurz als "groß, stark, schön" beschreibt.

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Auf allen Vieren durch die Urzeit: "Als die Frauen noch Schwänze hatten" war der deutsche Titel des italienischen Films "Vogliamo divertirci un pò" von 1970. Die damals 29-jährige Senta Berger trug darin "die schönsten Kostüme, die man sich nur denken kann".

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Die Frau im Pelzkostüm: Während Senta Berger mit gewagtem Outfit am Set von "Als die Frauen noch Schwänze hatten" herumkroch, war ihr Mann 1970 mit seinem Antikriegsfilm "O.K." zu Gast auf der Berlinale. Jurymitglied George Stevens, ein amerikanischer Regisseur und bekennender Konservativer drohte allerdings das Festival zu verlassen, sollte "O.K." in der Jurysitzung auch nur erwähnt werden. Daraufhin eskalierte der Streit und die Berlinale wurde abgebrochen.

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Die nasse Schöne: Der Regisseur Federico Fellini drehte 1959 in Rom den Film "La Dolce Vita" (deutsch: "Das Süße Leben"). In der wohl berühmtesten Szene badet die Schauspielerin Anita Ekberg im Fontana di Trevi. Während sich die Schöne durch das Brunnenwasser schiebt verfolgt sie der komisch verzweifelte Marcello Mastroianni, der sie einerseits küssen, aber andererseits keinen Schnupfen und keine Schwierigkeiten bekommen will. Die Regisseurin Lina Wertmüller, die damals als Fellinis Regieassistentin arbeitete erzählt, sie habe zwischen den Aufnahmen Anita immer wieder in der Badewanne aufwärmen müssen.

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Eine Ader fürs Komische: Dass Senta Berger schon immer einen Sinn für Humor hatte, zeigte sie nicht erst in dem 1970 gedrehten italienischen Blödelfilm "Als die Frauen noch Schwänze hatten". Bereits 1960 spielte sie an der Seite von Jerome Courtland in der deutschen Musikkomödie "O sole Mio".

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Sexy in Schwarz-Weiß: Senta Berger zeigte sich in ihren Filmen öfter mal lasziv, wie etwa 1963 in "Volles Herz und leere Taschen". Allerdings erregte keiner dieser Filme die Gemüter so sehr auf wie der 1970 gedrehte "Als die Frauen noch Schwänze hatten".

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Eine Neue für Mimi: Der Film "Mimì metallurgico ferito nell'onore" ("Mimi - In seiner Ehre gekränkt") war 1972 ein Riesenerfolg in Deutschland. Eigentlich wollte die Regisseurin Lina Wertmüller die Hauptrolle in diesem Film mit Senta Berger besetzten, mit der sie zuvor schon zusammengearbeitet hatte. Doch diese war bereits glücklich schwanger mit ihrem Sohn Simon - und sagte ab. Die Rolle der Fiorella Meneghini wurde daher mit Mariangela Melato besetzt.

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Die Schöne und der Nazi: Senta Berger zeigte sich im Laufe ihrer Karriere als sehr vielseitige Schauspielerin. 1966 begeisterte sie als klassische sechziger-Jahre-Schönheit neben George Segal in dem Spionage-Thriller "Das Quiller-Memorandum".

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Skandalfilm: Michael Verhoevens Film "O.K." war 1970 der deutsche Beitrag zur Berlinale. Der damalige Jury-Präsident George Stevens, ein bekennender Konservativer, hatte offensichtlich ein Problem mit dem Antikriegsfilm, der sich gegen den amerikanischen Einsatz in Vietnam richtete: Er drohte das Festival zu verlassen, wenn "O.K." in einer Jurysitzung erwähnt werden würde.

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Gemeinsam auf dem Roten Teppich: Senta Berger mit ihrem Mann, dem Regisseur Michael Verhoeven auf dem Roten Teppich zur Verleihung des Deutschen Filmpreises im Mai 2006 in Berlin. Die beiden sind seit 1966 verheiratet und haben zwei Söhne.

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Die große alte Dame des italienischen Films: Die Regisseurin Lina Wertmüller zwischen den Schauspielern Raoul Bova (l.) und Giancarlo Giannini bei der Vorstellung ihres Films "Francesca e Nunziata" am 18.1.2002 in Rom.

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Hausfrau gegen Feministin: Senta Berger war schon immer gut für klare Statements. So verweigerte sie 1970 der deutschen Synchronfassung von "Als die Frauen noch Schwänze hatten" ihre Stimmen, weil darin aus den einfachen, italienischen Blödeleinen softpornografische Texte gemacht worden waren. Dass die Schauspielerin sich diese Eigenschaft bis heute bewahrt hat, zeigte sie im Oktober 2007 bei einem Auftritt in der TV-Talkshow "Kerner". Berger diskutierte in der Sendung heftig mit der ehemaligen Fernsehmoderatorin Eva Herman (M.) über deren kurz zuvor erschienenes Buch "Das Eva-Prinzip", den Feminismus und Hermans Äußerungen zur NS-Familienpolitik.

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